Pokémon: Wäre ohne Satoru Iwata nie bei uns gelandet

Marco Schabel 2

Im kommenden Jahr wird eine der mit Abstand beliebtesten Spieleserien aller Zeiten bereits 20 Jahre alt. Die Rede ist natürlich von Pokémon. Doch wie wir jetzt wissen, wäre die Serie ohne Satoru Iwata nicht nur deutlich weniger erfolgreich, sondern auch nie im Westen veröffentlicht worden.

Pokemon Rot Blau Gelb eShop.

Ja, es ist natürlich völlig normal, dass verstorbene Persönlichkeiten, zwecks leichterem Aufstieg, in den Himmel gelobt werden. Aber wenn jemand in seinem Leben etwas Gutes für viele Menschen erreicht hat, warum das nicht auch hervorheben? Ein solcher Mensch ist der ehemalige Nintendo-Präsident Satoru Iwata, der in diesem Jahr überraschend an Krebs gestorben ist. Auf sein Konto gehen unter anderem die Wii, der Nintendo DS, The Legend of Zelda Wind Waker, Kirby und wie sich jetzt herausstellt auch Pokémon. Natürlich hat Satoru Iwata keine dieser Leistungen alleine vollbracht, sorgte aber für kräftigen Rückenwind. Wie jetzt bekannt gegeben wurde, war er zum Beispiel dafür verantwortlich, dass Pokémon überhaupt erst im Westen veröffentlicht wurde.

Das zumindest hat vor einigen Tagen der Chef der Pokémon Company Tsunekazu Ishihara in einem japanischen Interview zu Protokoll gegeben, welches jüngst in eine etwas einfachere Sprache übersetzt wurde. Demnach ist Pokémon bekanntlich am 27. Februar 1996 erstmals in Japan erschienen, während wir uns im Westen fast drei Jahre gedulden mussten (in Europa sogar mehr), um die rote und blaue Edition (Rot und Grün in Japan) für unseren GameBoy kaufen zu können. Damals war Satoru Iwata noch nicht der Big Boss von Nintendo, sondern lediglich des Entwicklerstudios HAL Laboratory, die unter anderem für Kirby verantwortlich sind.

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So hat Satoru Iwata die Pokémon zu uns gebracht

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Wir dachten, dass die Entwicklung für den Westen nur ein Traum im Traum sei, und haben die Idee verworfen. Dann aber hat ein Mann seine Hand gehoben. Das war HAL Laboratorys-Präsident Satoru Iwata! — Tsunekazu Ishihara

Aber Iwata hat nicht nur seine Hand gehoben. Wie der Pokémon Company-Chef weiter ausführt, hat sich der verstorbene Nintendo-Präsident im Anschluss den Quellcode des Spiels genommen und von Anfang bis Ende komplett gelesen. Und daraufhin hat er einen Fahrplan erstellt, wie die Taschenmonster für den Westen optimiert werden könnten. Die Entwickler nahmen sich diesen Fahrplan und Nintendos Assistant Department Manager Teruki Murakawa machte sich an die Arbeit, die Lokalisation umzusetzen. Der Rest ist Geschichte.

Wider Erwarten schlug die Pokémon-Serie insbesondere in den USA ein, wie eine Bombe und zählt – vollkommen zu Recht – zu den bestverkauften Serien der Welt. Eine Liste, die ohnehin von Nintendo dominiert wird. Mit 270,8 Millionen verkaufter Kopien ist die Serie hinter Mario im Allgemeinen und Super Mario im Speziellen auf Platz 3 der meistverkauften Videospiel-Serien der Welt. Auf Platz 4 folgt Grand Theft Auto mit lediglich 220 Millionen Kopien. Auch heute ist jedes neue Pokémon-Spiel der Hauptserie ein Systemseller im handheld-Bereich.

Wie Nintendo bereits vor einiger Zeit bekannt gab, dürfen wir uns im kommenden Jahr übrigens über einige Überraschungen rund um die Serie freuen. Immerhin wird das Abenteuerspiel um Ash, Gary, Professor Eich und Pikachu stolze 20 Jahre alt. Vielleicht könnte es ja sogar ein Spiel für die Nintendo NX geben? Zum Jubiläum wird auf jeden Fall der Nintendo 3DS eShop mit den nur 11 MB großen Erstlingen versorgt. Wir halten euch auf dem Laufenden und danken Satoru Iwata wieder einmal dafür, dass er an etwas geglaubt hat.

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