Russischem Mann droht Haft, weil er Pokémon GO in Kirche spielt (Update)

Marcel-André Wuttig 3

Der russische Blogger Ruslan Sokolovsky muss wahrscheinlich einen hohen Preis dafür zahlen, dass er letztes Jahr Pokémon GO in einer orthodoxen Kirche gespielt hat. Letzte Woche endete sein Prozess. Die Staatsanwaltschaft fordert dreieinhalb Jahre im Gefängnis.

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Update vom 12.05.2017: Ruslan Solokowski hat nun seine Strafe bekommen. Wie ABC News berichtet, hat der 22-jährige Blogger tatsächlich die von der Anklage geforderten Höchststrafe erhalten. Die Richterin Jekaterina Schoponiak sprach eine Haftstrafe von 3,5 Jahren aus.

Originalmeldung vom 04.05.2017:

Letzten Sommer berichteten wir darüber, dass ein russischer Blogger verhaftet wurde, da er in einer orthodoxen Kirche in Jekaterinburg ein Video aufnahm, in dem er Pokémon GO spielte. Letzte Woche endete sein Prozess. Die Washington Post berichtet nun, dass die Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre Freiheitsentzug fordert. Der junge Mann habe mit seiner Tat zu religiösem Hass angestiftet, was in Russland per Gesetz verboten ist.

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Vertreter der orthodoxen Kirche äußerten sich schon letzten Herbst zu Sokolvskys Anklage. Das Problem sei nicht das Spielen des Games gewesen. Viel problematischer seien die Aussagen am Ende des Videos gewesen. Hier scherzt der 22-jährige Blogger, dass es ihm nicht gelungen sei, das seltenste Pokémon zu fangen – nämlich Jesus.

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Nach dem Ende des Prozesses äußerte sich Sokolovsky selbst zu der potenziellen Strafe. Er sehe ein, dass er ein Idiot gewesen sei, doch sei er keineswegs ein Extremist. Seiner Meinung nach befindet sich die potenzielle Strafe in keinerlei Relation zur Straftat.

 

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