5 Gründe, warum Pokémon Sonne und Mond super wird – und woran es noch scheitern könnte

Kristin Knillmann 8

Pokémon Sonne und Mond wird in einigen Aspekten anders als seine Vorgänger. Wir haben das Spiel anspielen dürfen und verraten Dir, warum Dich vielleicht das bislang beste Pokémon-Game erwartet und worüber es auf dem Weg dahin noch stolpern könnte.

4 kurze Fakten zu Pokémon Sonne und Mond.

 

Der Hype um Pokémon GO hat die Pokémon-Spiele dieses Jahr wieder in die Erinnungen von Millionen Menschen gerufen. Nicht, dass das unbedingt nötig gewesen wäre, schließlich ist der Name Pokémon seit 20 Jahren ein Dauerbrenner. Und trotzdem hätte das Timing besser nicht sein können, denn im November steht der Release des nächsten großen Spiels der Reihe an: Sonne und Mond.

Ich habe Pokémon Sonne anspielen dürfen und erzähle Dir, aus welchen Gründen Du Dich auf die neue Ausgabe des Taschenmonster-Spiels freuen darfst, und welche Aspekte möglicherweise nicht jedem Pokémon-Fan gefallen werden.

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1. Klarer Story-Fokus

Die Pokémon-Spiele sind nicht gerade deswegen so beliebt, weil sie besonders herausragende Geschichten erzählen würden. Obwohl wichtige Themen doch immer wieder ganz niedlich eingebunden werden, geht es beim Spielen eigentlich eher darum, die besten und süßesten und coolsten Taschenmonster zu fangen und der oder die Allerbeste zu werden.

Pokémon Sonne und Mond wird entgegen der früheren Pokémon-Spiele allerdings einen viel größeren Wert auf seine Geschichte legen. Das fällt gleich zu Beginn auf, wenn eine mysteriöse Cutscene Fragen aufwirft, die neugierig machen, was Sonne und Mond erzählen wird. Aber auch danach dauert es eine ganze Weile, bis ich mir eines der Starter-Pokémon aussuchen darf – weil das Spiel erstmal noch ganz viele Themen anschneiden möchte, bevor ich wirklich trainieren darf und eine (ganz andere) Motivation habe, mich auf die Reise zu begeben. Die Geschichte wird sich dabei vor allem um die schüchterne Assistentin von Professor Kukui namens Lilly drehen, der ich zu Beginn aus einer prekären Notlage helfe.

Auch, wenn Pokémon in seiner Erzählung (zum Glück) niemals ein BioShock werden wird, so ist der Story-Fokus doch ungewohnt und eine schöne Abwechslung, auf dessen Ausarbeitung ich gespannt bin.

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Aber: Pokémon Sonne und Mond hört sich gern reden, und das kann stellenweise vor allem für Fans der Serie etwas anstrengend werden. So dauert es fast eine halbe Stunde, sich von Professor Kukui die Welt von Alola erklären zu lassen – ohne die Möglichkeit, dieses Tutorial zu überspringen.

2. Verbesserter Kampf-Screen

Der neue Kampf-Screen ist eine der besten Änderungen am neuen Pokémon-Spiel. Auf dem Touchscreen des 3DS siehst Du jetzt nämlich auch dein Pokémon-Team im niedlichen Pixel-Look, inklusive einer hilfreichen Anzeige, die auf veränderte Statuswerte Deiner Lieblinge hinweist. Ein Klick auf das jeweilige eigene oder gegnerische Pokémon verrät weitere Details, vom Typ über Gesundheitspunkte und den Angriffswert bis zum Spezial-Verteidigungswert. Eine Beeinträchtigung, die durch eine Attacke ausgelöst wurde, wird durch bis zu 6 Pfeile visualisiert. Erstmals schweben Veränderungen der Statuswerte also nicht einfach nur in der Luft, sondern können nachvollziehbar eingesehen und in die Strategie einbezogen werden – ein riesiges Plus!

Pokémon Sonne & Mond: Weitere Pokémon und Team Skull.

Dazu kommen eine verbesserte Menüführung und liebevolle, detailreiche Animationen vor dem Kampf: Wenn ich auf einen gegnerischen Trainer wie den jungen Tali treffe, dann sehe ich, wie dieser sich zur Vorbereitung auf den Kampf die Arme streckt und dann seinen Pokéball wirft. Das sieht gut aus und macht den neuen Pokémon-Titel wunderbar atmosphärisch.

Aber: Wenn Du in Pokémon Sonne und Mond bereits gegen ein bestimmtes Pokémon gekämpft hast, wirst Du im folgenden Kampf immer direkt und auf den ersten Blick sehen können, welche Deiner Attacken wie effektiv sein werden. Das ist leider auch für Attacken der Fall, die noch nicht an dem Pokémon ausgetestet wurden. Ein einziger Kampf mit einer Attacke reicht aus, um die Informationen freizulegen. Nach meinem akuellen Wissensstand kann diese Anzeige auch nicht ausgeschaltet werden – was das Spiel vor allem für erfahrene Trainer zu leicht werden lassen könnte. Schließlich war eine ihrer Leistungen bisher, besonders gut über Attacken, Typen und ihre Effektivität Bescheid zu wissen. Sonne und Mond richtet sich hier klar an Neu-Einsteiger – was nach dem riesigen Erfolg von Pokémon GO tatsächlich nachvollziehbar ist.

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Pokémon Sonne und Mond: Pokédex mit Liste aller Pokémon der 7. Generation.

3. Frisches Alola-Setting

Klassische Dörfchen und moderne Großstädte sind schön, tauchten in den letzten Pokémon-Spielen aber schon zur Genüge auf. Mit dem Alola-Setting wagt sich Pokémon Sonne und Mond an ein ganz frisches Setting, das nicht nur durch seine speziellen Alola-Formen gewisser klassischer Pokémon zu überzeugen weiß. Das an Hawaii angelehnte Setting wurde in jeder Faser total liebevoll umgesetzt: Professor Kukui hat den passenden Look, einer der Mentoren ist ein Inselkönig, die Routen und Insel-Schutzpatrone haben Namen, die im Rahmen der Vorlage funktionieren, und der Soundeffekt beim Aufheben eines Gegenstands klingt nach einer Ukulele.

Auch der ganze Aufbau des Spiels ist frisch und endlich mal was anderes: Die Alola-Region umfasst vier Inseln mit jeweils einem Schutzpatron. Deine Aufgabe wird es sein, auf Inselwanderung zu gehen, und jeweils sieben Prüfungen pro Insel abzulegen, um vom König oder der Königin anerkannt zu werden und ultimativ der Inselwanderschafts-Champ zu werden. Das ist nicht mehr klassisch Pokémon, aber – falls es denn gut umgesetzt wurde, was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß – ein Schritt in eine neue Richtung, welcher der Reihe nur gut tun kann.

4. Stärkere Beziehung zwischen Trainer und Pokémon

Das Wichtigste an einem Pokémon-Spiel sind natürlich die namensgebenden Taschenmonster, deren Design im neuen Titel sehr seltsam ausgefallen ist, und das meine ich so positiv wie es nur geht. Da die Pokémon so wichtig sind, spielt natürlich auch die Beziehung zwischen dem Trainer und dem Monster eine wichtige Rolle. Die scheint in Sonne und Mond noch intensiver auszufallen. Das Starter-Pokémon kann nämlich nicht einfach nur gewählt werden, es muss auch Dich als Trainer „anerkennen“. Das mündet in einer liebevollen Szene, nach der Du und Dein Starter für immer die besten Freunde sein werdet. Es lässt außerdem darauf schließen, dass diese Beziehung im Verlauf des Spiels noch stärker im Fokus stehen wird.

Aber: Das denke ich insbesondere auch wegen der scheinbar deutlich größeren Signifikanz der Pflege-Funktion. Nach einem Kampf werde ich kurze Zeit angewiesen, diese Möglichkeit, mit meinen Pokémon zu interagieren, auszuwählen. Dort sollen vor allem Statusprobleme durch die Verwendung von Medizin geheilt werden. Es gibt aber auch unter anderem noch ein Handtuch, um Schmutz zu entfernen, eine Bürste, um Sand zu entfernen oder einen Föhn, um das Pokémon zu trocknen. Damit verbesserst Du dann die Werte Zutrauen, Sattheit und Zuwendung Deiner Monster. Meine Befürchtung ist allerdings, dass diese Verminispielifizierung zu viel Bedeutung bekommt. Ein Pokémon, dessen Werte sich negativ verändern, weil ich es nicht putze, wäre zwar ein realistisches, aber eben auch ein echt anstrengendes „Haustier“.

5. Rotom ist cool

Nicht nur das Setting von Pokémon Sonne und Mond ist neu, auch das Navigationssystem wurde überarbeitet. Diesmal wird es aber nicht so charakterlos ausfallen, sondern hört sogar auf einen Namen: Rotom. Das zeigt Dir unten auf dem Touchscreen des 3DS live Deine Bewegung auf der Karte der Insel an. Es ist also nicht mehr nötig, die Karte erst mühsam aufzurufen, wenn Du Orientierung brauchst. Rotom beinhaltet außerdem den Alola- sowie den Mele-Mele-Pokédex. Letzterer zeigt Dir an, welches Pokémon sich grob in welcher Ecke der Karte aufhält. So dürfte die Suche nach den fehlenden Taschenmonstern etwas einfacher von der Hand gehen. Sympathisch: Wenn Du nicht auf die Karte von Rotom klickst, sondern versehentlich in sein Auge patschst (weil Du wie ich denkst, es sei ein Button), dann reagiert es darauf.

Aber: Rotom kann Deinen Pokédex bewerten. Obwohl das Feature ganz cool wirkt, erschien es mir in der Testzeit recht sinnlos. Klar, ich hatte in der Zeit noch nicht viele Pokémon gefangen. Allerdings erwartete ich eine übersichtliche Aufstellung samt Noten, oder etwas vergleichbares. Stattdessen haute Rotom nur einen kurzen neunmalklugen und wenig passenden Satz raus, der mich kein Stück weiterbringen konnte.

Pokémon Sonne und Mond erscheint am 23. November 2016 für den Nintendo 3DS. Eine Demo zum Spiel wird ab dem 18. Oktober im Nintendo eShop verfügbar sein.

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