Prey: Weit mehr als ein Weltraum-Shooter

Emily Schuhmann

Wer bei Prey einen simplen Ego-Shooter im Weltraum erwartet, wird entweder enttäuscht oder positiv überrascht. Statt Geballer stehen Erkundung und eine Vielzahl möglicher Spielstile auf dem Programm.

Prey - Waffen und Kräfte.

Die Vorgeschichte zu Prey kann getrost als „bewegt“ bezeichnet werden. Nach dem ersten Prey von 2006 gab es mehrmals Gerüchte über eine Fortsetzung. Es wurde entwickelt, unterbrochen, von vorne angefangen und abgebrochen bis sich alle sicher waren, dass das Unterfangen endgültig gescheitert war. Das war der Stand der Dinge bis zur E3 2016, als ein Trailer über Weltall, Alienbedrohung und blutunterlaufenen Augen gezeigt wurde. Erst das Logo am Ende des Videos verriet den Namen: Prey. Was es mit diesem Projekt aus dem Hause der Dishonored-Macher auf sich hat, konnten wir in Frankfurt für Dich testen.

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Was wäre wenn?

Alternative Realitäten sind eine feine Sache. Sie erlauben es den kreativen Köpfen hinter einem Spiel, eine Welt zu erschaffen, die unserer ähnelt, aber dennoch ganz anders ist. Arkane Studios baute ihre Variante des Jahres 2032 auf einem einzelnen Gedanken auf: Was wäre passiert, hätte Präsident Kennedy das Attentat überlebt? In der Welt von Prey förderte er das Raumfahrtprogramm enorm und diese vermehrte Aktivität lockte eine außerirdische Bedrohung an, die Typhon. Um gegen diesen gemeinsamen Feind vorzugehen, schlossen die Vereinigten Staaten und die UdSSR ein Bündnis und bauten die Raumstation Talos 1, auf der Typhon gefangengehalten und Experimenten unterzogen wurden.

Ein Unfall führte zur Schließung, bis die Firma TranStar sie kaufte und aus ihr ein wissenschaftliches Zentrum mit Fokus auf Neurowissenschaften machte. Durch die Vielzahl von Unternehmen, die am Ausbau der Talos 1 beteiligt waren, sieht sie nicht wie die typische Raumstation aus. Statt blanken Metalloberflächen und tunnelartigen Gängen erwarten Dich hohe Decken, luxuriös eingerichtete Wohnquartiere und viel Gold. Sogar eine Art Wald gibt es in Form des üppig bewachsenen Arboretums.

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Wissenschafter und Versuchskaninchen

Du schlüpfst in die Rolle von Morgan Yu. Das Geschlecht kannst Du dabei selbst wählen, aber die einzigen Unterschiede sind Deine Stimme und die etwas filigraneren Hände der weiblichen Morgan. Eigentlich war diese Wahlmöglichkeit überhaupt nicht eingeplant, aber bei Arkane Studios scheinen einige Mitarbeiter lieber als Frau zu spielen. Ob weiblich oder männlich ändert nichts am brillanten Verstand Deiner Figur. Dein großer Bruder Alex ist der Geschäftsführer von TranStar, Du bist Co-Direktor der Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Gleichzeitig hast Du Dich auch als Laborratte zur Verfügung gestellt und testest den Neuromod.

Auf den ersten Blick sieht er aus wie eine altmodische Kamera, aber hinter dem unauffälligen Äußeren verbirgt sich Technik, von der in unserer Welt noch geträumt wird. Er ist auch der Grund für die blutenden Augen im Trailer, denn der Neuromod dringt mit zwei sehr feinen Nadeln, über den Augapfel ins Gehirn ein. Hast Du im Spiel einige dieser Geräte gesammelt, kannst Du Dein Gehirn quasi hacken und so ungeahnte Talente freischalten. Ganz ausgereift ist diese Technik aber noch nicht. Vor allem Dein Erinnerungsvermögen scheint unter dem Einsatz zu leiden. Benutzung also auf eigene Gefahr!

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Alien oder Mensch?

Noch gefährlicher wird es, sobald Du das Psychoskop findest. Damit kannst du die Typhon scannen und Dir anschließend per Neuromod auch ihre Fähigkeiten einimpfen. Du solltest Dir diese Modifikationen aber gut überlegen, denn so verführerisch zum Beispiel Thermalbomben klingen, sie haben auch Risiken. Übertreibst Du es, erkennt Dich die Talos 1 nicht mehr als Mensch und sämtliche Geschütztürme nehmen Dich ins Visier. Auch das riesenhafte Alien ‚Albtraum‘ wird auf Dich aufmerksam und nimmt Deine Witterung auf

Deine ersten Gegner sind im Vergleich dazu harmlos und winzig. Die sogenannten Mimics können sich als Gegenstand tarnen. Ständig hast Du das Gefühl beobachtet zu werden und selten war das Bedürfnis so groß, sämtlichen eigentlich unschuldigen Stühlen und Vasen den Garaus zu machen. So nervig sie sind, so viel Spaß kannst du mit ihrer Fähigkeit Mimikry haben. Als Kaffeetasse unentdeckt an Gegnern vorbeizukullern ist eine wirklich ungewöhnliche Art Kämpfe zu vermeiden.

Je weiter Du diese Fähigkeit ausbaust, desto komplexere Gegenstände kannst Du kontrollieren. Als Geschützturm bleibt Dir die Feuerkraft erhalten und später kannst Du sogar zum Operator-Roboter werden. Insgesamt stehen über 400 Gegenstände zum Kopieren zur Verfügung.

Schusswaffen aber kein Shooter

Mimikry ist ein Sinnbild für das was Prey ist, nämlich kein Ego-Shooter. Ja, es gibt Pistolen und Schrotflinten, aber Munition ist ein seltener Fund. Die Talos 1 ist eine wissenschaftliche und keine militärische Einrichtung. Eins der ersten und wichtigsten Hilfsmittel auf Deiner Mission ist die GLOO-Kanone. Sie verschießt eine klebrige Substanz, die schnell aushärtet. So kannst Du Gegner festsetzen, Brände versiegeln oder Dir sogar Wege zu unerreichbaren Orten bauen. Eine weitere Besonderheit ist der Fabrikator, mit dem Du Dir mit der richtigen Blaupause allerlei Gegenstände herstellen kannst.

  Hier liest Du noch mal unsere lange Vorschau zu Prey

Prey lässt dem Spieler enorm viel Entscheidungsfreiheit. Über 40 Fähigkeiten stehen Dir zur Verfügung und es liegt ganz bei Dir, ob du nur menschliche Talente nutzen oder Dich komplett auf die risikoreichen Alien-Kräfte verlassen willst. Wenn Du gerne Befehle gibst, kannst Du beispielsweise auch Deine Reperaturfähigkeiten ausbauen und so, als Herr der Maschinen, die Geschütze und Roboter der Talos 1 kommandieren. Durch die vielen Optionen ist kein Abenteuer gleich und voraussichtlich ab dem 5. Mai, kannst Du auf  Xbox One, PlayStation 4 und PC Dein ganz persönliches Abenteuer erleben.

Fazit: Hauptziel in Prey ist es, die Erde vor den Typhon zu beschützen, aber auch TranStar wirkt zwielichtig und Du musst aufpassen, dass die detailreiche Raumstation Dich nicht von dem ablenkt, was Du eigentlich vorhattest.

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