Pro Evolution Soccer 2013 Testspielergebnis: Unentschieden

Tobias Heidemann 11

PES-Pate Shingo „Seabass“ Takatsuka ist raus. Der Chef vom Dienst bastelt hinter verschlossenen Türen schon an der nächsten Fußball-Generation. Zurück lässt er eine Serie, deren Evolution er wie kein anderer beeinflusst hat. Takatsukas Ideen waren die Mutationen, die die Pro Evolution Soccer Jahr für Jahr vor dem Aussterben gerettet haben. Anders als Konkurrent „FIFA 13“ bietet Konami seinen Kunden nämlich keine aktualisierten Lizenzen als jährlichen Kaufgrund. Proevo lebt seit jeher von der spielerischen Weiterentwicklung – und konnte sich darauf immer etwas einbilden. Wie es um die Evolution im kommenden „PES 2013“ bestellt ist, weiß ich nach meinen ersten Testspielen zu berichten.

Pro Evolution Soccer 2013 Testspielergebnis: Unentschieden

Nicht gut – so viel sei vorweggenommen. Aber was heißt das schon. Mein Test zu „PES 2012“ stellte der Reihe ihren vorläufigen Zenit aus: »Proevo war nie besser« schrieb ich damals. Nach einem Jahr Spielpraxis bleibe ich auch dabei. Wenn hier also von spielerischer Weiterentwicklung die Rede ist, dann bitte ich zu bedenken, dass die Verbesserungsräume für ein fast perfektes Spiel verdammt eng werden.

Pes 2013 - Player Id.

PES 2013 – Gesamtpotential noch nicht abgerufen

Trotzdem ist mir das Gebotene noch zu wenig. Neue Ansätze fehlen vollkommen. Hier wurde ausschließlich detailverbessert. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich mich über den Feinschliff nicht freue, aber gehen wir die Liste einmal durch: Die ohnehin schon realistischen Animationen sehen noch ein Stück überzeugender aus. Hier und da verspringt nun auch mal ein Ball. Die Möglichkeit, Laufwege zuzustellen ist eine willkommene neue Defensivoption. Die KI zieht es nun mehr denn je in freie Räume. Die Schiris haben so etwas wie eine Persönlichkeit bekommen und die neuen Player ID-Fähigkeiten sorgen für erhöhte Wiedererkennungswerte bei den Starspielern. Das war´s auch schon – mehr Neuerungen hat „PES 2013“ nicht zu bieten. Ziemlich dünn oder?

Auf dem Papier ja. Wer „Pro Evolution Soccer 2013“ aber spielt (die Demo ist ab sofort verfügbar), wird sich sofort in das unfassbar geschmeidige und realistische Spielerlebnis verlieben. Die Entwickler haben erneut an genau den richten Zeilen im Programmcode gefeilt. Spielfluss und Authentizität waren in „Pro Evolution Soccer“ nie besser!

Neben den mikroskopischen Bauarbeiten am Spielgefühl hat Konami aber auch die Steuerung der virtuellen Fußballer behutsam aufgebohrt. Dribbling, Abwehrverhalten, Ballannahme, Pässe und Abschluss – in beinahe jedem Bereich finden zwei bis drei neue Steuerungsoptionen, die allesamt einem gemeinsamen Ziel dienen: komplexe Spielsituationen zugänglich gestalten. Der neue Star am Ballkunst-Himmel ist dabei die rechte Schultertaste. Wann immer es um Ballverarbeitung geht, ist sie dein bester Freund. Verkorkste Flanken werden durch galantes Vorlegen zum tödlichen Volleyschuss verarbeitet und Spieler, die im Rücken lauern, einfach mit einem fiesen Lupfer umspielt. Immer ist die Schultertaste dabei im Spiel. Das Ergebnis ist klasse, denn traumhafte Kombinationen und Weltklasse-Abschlüsse häufen sich nun. Der Anspruch bleibt dennoch erhalten. Doch anstatt uns mit komplizierten Tastenkombinationen zu nerven sind nun mehr Timing und Spielverständnis erforderlich. Eine gute Entscheidung, wie ich finde.

Grafisch gibt es leider keine Quantensprünge zu vermelden. Hier und da freut man sich über neue Details in den Stadien, aber hey – ein paar mehr Photographen am Spielrand und ein neuer Überblendungseffekt sind eigentlich keine Erwähnung wert. Warum schreib ich dann drüber? Keine Ahnung. Über die Lizenzen rede ich dafür gar nicht. Kann eh keiner mehr hören, oder?

Stadionverbot: Mehr Details in den Arenen interessieren nicht jeden PES-Fan

 

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Testspielergebnis: Unentschieden

Ich bin noch unentschieden, ob ich die magere Liste der neuen Ideen in „Pro Evolution Soccer 2013“ nun enttäuscht abstrafen oder mich über das wieder mal verbesserte Spielgefühl freuen soll. Wenn man´s genau nimmt, wird „PES 2013“ wahrscheinlich etwas besser als der Vorgänger. Also eine perfekte Fußball-Simulation. Trotzdem fehlt mir noch das Salz in der Suppe. Ein neuer Modus, mehr taktischer Einfluss, erweiterte Mehrspieler-Features, bessere Online-Funktionen– irgendwas. Ich glaube, ich verschiebe meinen Ersteindruck auf die Zeit nach meiner ersten Meisterliga-Saison. Die war in der Preview-Version nämlich noch gesperrt. Bis dahin empfehle ich die gerade veröffentlichte Demo und das Kommentieren unter dem Artikel. Wie ist euer Ersteindruck?

 

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