Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney Test - Wenn Legenden aufeinandertreffen

Annika Schumann 12

Zwei absolute Legenden des Rätselspiel- und Logik-Genres treffen in Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney aufeinander und erkunden dabei die mysteriöse und von Hexen heimgesuchte Stadt namens Labyrinthia. Während ihrer Suche nach der Wahrheit erleben sie jede Menge spannende, gefährliche sowie erschreckende Abenteuer und schaffen es nur mit vereinten Kräften, die Geheimnisse von Labyrinthia zu lüften. 

Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney Test - Wenn Legenden aufeinandertreffen

Professor Layton und sein junger Lehrling Luke haben wieder einen neuen, spannenden Fall zu lösen. Wie sich herausstellt, ist ein ehemaliger Student von Professor Layton namens Will Crash in einen mysteriösen Autounfall verwickelt, der einige Fragen aufwirft. Zum einen finden die Polizisten das Fahrzeug in einer Baumkrone wieder und zum anderen befindet sich ein riesiger Klauenabdruck auf der Motorhaube. Niemand weiß, wie das Auto dorthin gekommen und was genau passiert ist.

Dann taucht auch noch eine junge Frau namens Sophie de Narrateur auf, die angibt, dass sie zusammen mit Will im Auto saß und übergibt Professor Layton einen Brief seines ehemaligen Studenten, der darum bittet, dass der Archäologe sich um sie kümmern möge. Sophies Erklärung für den Unfall: Hexen haben die beiden verfolgt und seien hinter ihr her.

Professor Layton und Luke
sind zunächst skeptisch, doch nachdem sie mit ihren eigenen Augen mitansehen müssen, wie Sophie von einem übernatürlichen Wesen entführt wird, nehmen die Beiden sich der Sache an.
Dabei gelangen sie in den Besitz eines Buches namens Historia Labyrinthia. Doch bevor sie das Geheimnis des Werkes erkunden können, werden sie mit einem Mal in die Geschichte gezogen und finden sich in einer altertümlichen Stadt namens Labyrinthia wieder.

Währenddessen findet in London ein Gerichtsprozess statt, in dem der Staranwalt Phoenix Wright und seine Assistentin Maya Fey eine junge Frau namens Sophie de Narrateur vertreten müssen. Wie immer schafft es der Spitzenanwalt allerdings entgegen aller Widrigkeiten die Wahrheit ans Licht zu bringen und kann Sophie vor einem Schuldspruch bewahren. Dabei fällt ihm und Maya ein Buch namens Historia Labyrinthia in die Hände und ehe sie reagieren können, beginnen die Seiten zu leuchten. Auch diese Beiden werden in die Seiten gezogen.

Professor Layton und Luke erkunden die Straßen der Stadt, die von einer großen und hohen Mauer umzogen ist und stellen bei ihren Nachforschungen in Labyrinthia fest, dass alle Bewohner genau eine bestimmte Sorge teilen: die Hexen. Diese seien angeblich das schlimmste Übel, das Labyrinthia befallen könne und jedes Anzeichen, dass Magie geübt wurde, muss vor dem Hexengericht untersucht werden. Sollte dabei eine Frau als Hexe überführt werden, bleibt nichts anderes übrig als sie durch den Feuertod zu läutern.
Schnell wird klar, dass die Inquisition kaum versucht einen Fall wirklich aufzuklären, sondern nur die erstbeste Schuldige auf den Scheiterhaufen wirft, um das Volk zu beruhigen.

Während der Professor und Luke sich zunächst mit dieser Welt, die von einem ignoranten Ritterorden beschützt wird, versuchen anzufreunden, treffen sie bei ihren Nachforschungen wieder auf Sophie. Sie erzählt den Beiden von Arcana, der großen Hexe, die vor vielen Jahren ganz Labyrinthia durch ein Feuer in Schutt und Asche verwandelt hat und das diese die Quelle aller Hexen ist. Doch bisher ist die Identität von Arcana ungeklärt und deshalb gibt es immer noch Hexen, die für die Bewohner gefährlich werden könnten. Außerdem erfahren Luke und Professor Layton, dass die Stadt vom sogenannten Schöpfer regiert wird, der das Schicksal Aller in Händen hält und die Geschichte von Labyrinthia schreibt.

Doch das ist noch lange nicht alles: Die beiden Engländer treffen in der Backstube von Sophies Tante auf den energischen Phoenix Wright und seine Assistentin, die sich nicht mehr erinnern können, jemals ein anderes Leben geführt zu haben.
Erst, als Sophie der Hexerei bezichtigt und vor das Gericht gezerrt wird, kommen die Erinnerungen langsam aber sicher zurück. Phoenix Wright versucht daraufhin gegen die famosen und beliebten Großinquisitoren Aloysius Flamberg und Gloria anzukommen.

Dabei gilt es jedoch nicht nur im Gerichtssaal zu obsiegen, sondern auch Nachforschungen anzustellen und Hinweise zu finden. Professor Layton und Luke schließen sich dem Anwalt und seiner Assistentin an und das Team versucht daraufhin durch Rätsel und Widersprüche aufzuklären, was genau in der magischen Welt von Labyrinthia vor sich geht. Im Laufe der Zeit wird allen Beteiligten klar, das mehr hinter der Inquisition, dem Schöpfer und Labyrinthias Geschichte steckt, als jeder zunächst geahnt hat. Eine spannende, turbulente und gefährliche Reise beginnt, bei der jeder Charakter den eigenen Glauben und seine Wahrnehmung hinterfragen muss, um am Ende die absolute und erschreckende Wahrheit erkennen zu können.

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Die 10 besten Nintendo 3DS-Spiele 2014.

Eine atemberaubende Geschichte voller Mysterien und grandioser Charaktere

Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney lebt vor allem von der fulminanten, komplexen Geschichte und den vier Hauptpersonen, die perfekt miteinander harmonieren. Dieses Detail wird vor allem dann deutlich, wenn sich die Figuren aufteilen und so völlig neue Konstellationen zustande kommen. Es macht den Anschein, als hätten diese im Grunde völlig unterschiedlichen Charaktere schon immer miteinander gearbeitet und wären seit Jahren Freunde. Sie stellen passende Gegensätze dar, denn Professor Layton ist wie immer der perfekte Gentleman und verliert nie die Contenance, während Phoenix Wright oft tollpatschig, verzweifelt und aufbrausend daherkommt. Auch die beiden Assistenten Luke und Maya ergänzen sich außerordentlich gut.

Doch es ist vor allem die Handlung, die Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney zu einem Meisterwerk macht. Nie hätte ich erwartet, dass mich eine solch große, tiefgründige und traurige Geschichte in diesem Crossover erwartet, das mit etlichen Schockmomenten aufwartet. Oft kam es vor, dass ich ungläubig auf den Bildschirm gestarrt habe, weil ich einfach nicht glauben konnte, was soeben passiert ist. Denn obgleich zwischendurch immer wieder bestimmte Geheimnisse gelüftet werden, senkt das nicht die Spannung - kaum ist ein Mysterium geklärt, führt diese Offenbarung nur zu zahlreichen weiteren Fragen.

 

Besonders der extrem ernste Hintergrund der Hexenverfolgung und der blinde Zorn, der durch den wütenden Mob dauerpräsent ist, sorgen für eine beklemmende und angespannte Atmosphäre. Selbst wenn alle Beweise dafür sprechen, dass eine Angeklagte keine Hexe ist, wollen die Bürger und das Gericht nur eines: eine Verurteilung und den Tod der angeblichen Hexe durch das läuternde Feuer. Durch diese Tatsache kommt es häufig zu falschen und irreführenden Aussagen, welche teilweise pure Verzweiflung in den Charakteren und dem Spieler hervorrufen.

Untermalt wird diese Stimmung insbesondere durch einen fabulösen, mitreißenden und eindringlichen Soundtrack, der zu jeder Situation die passenden Klänge und Melodien findet. Auch die deutsche Synchronisation ist in Ordnung, hätte jedoch auch etwas besser sein können. Oftmals wirken die Dialoge hölzern.

Nichtsdestotrotz zieht einen die Geschichte rund um Labyrinthia den Spieler in ihren Bann und lässt diesen auch noch lange nach dem Abspann nicht mehr los. Um den Überblick bei den vielen Wendungen zu behalten, gibt es am Anfang jedes geladenen Speicherstands eine kurze Erzählung über die letzten Geschehnisse.

Professor Layton vs. Ace Attorney Trailer.

Die Methoden des Gentlemans und des Staranwalts vereint

Das Besondere an Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney ist die Zusammenführung zweier Reihen, die komplett unterschiedliche Spielmechaniken bieten und auf den ersten Blick kaum miteinander kompatibel scheinen. Doch die Abwechslung zwischen den Gerichtspassagen und den Nachforschungen gespickt mit Rätseln wurde perfekt in die spannende und überaus ernste Geschichte rund um Vorurteile, Hexenverfolgung und blinden Glauben implementiert.

Der Spieler kann wie gewohnt in den Layton-Abschnitten Hinweis-Münzen durch das Anklicken bestimmter Punkte in der Umgebung sammeln und wird immer wieder mit komplett unterschiedlichen Rätseln konfrontiert. Während dieser Level wird die Story außerdem vorangetrieben und der Spieler kann mehr über Labyrinthia erfahren, wenn mit unterschiedlichen Bewohnern gesprochen wird.
Die Schwierigkeit der Rätsel ist dabei genau richtig. Sie sind nicht zu schwer und nicht zu leicht. Außerdem gibt es immer genug Hinweismünzen, sollte das ein oder andere Rätsel doch zu knifflig sein. Diese können ebenfalls in den Gerichtsverhandlungen benutzt werden, was eine tolle Neuerung darstellt.

Die Gerichtspassagen gestalten sich dieses Mal auch etwas anders, als es sonst aus den Ace Attorney-Reihen bekannt ist. Da die Rechtslage und die Vorgehensweise in Labyrinthia von denen der Welt von Phoenix Wright abweicht, kommt es, dass oftmals mehr als eine Person gleichzeitig im Zeugenstand zu finden ist. Das kann ganz schön knifflig werden, doch damit findet auch eine Neuerung Einzug in die Reihe. Da die anderen Zeugen den Aussagen ebenfalls zur selben Zeit lauschen, können dadurch Widersprüche aufgedeckt werden, wenn auf die Reaktionen der Zeugen geachtet und nachgefragt wird.

Spieler, die bisher die einzelnen Mechaniken der Reihen nicht kennen, erhalten ausführliche Tutorials, sodass auch neue Fans ohne größere Probleme die Vorgehensweisen verstehen können.

Dennoch liegt in den Verhandlungen der einzige, große Minuspunkt von Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney. Während die Geschichte während der Layton-Passagen ständig auf einem rasanten, hohen Level erzählt wird, senkt sich der Spannungsbogen deutlich im Gericht. Fans der Ace Attorney-Reihe wissen, dass die Verhandlungen gerne sehr ausufernd, kompliziert und abgedreht werden können. Das Schema wird auch in Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney übernommen, weshalb sich die Verhandlungen teilweise länger gestalten, als es vielleicht gut gewesen wäre. Obgleich auch während der Level etliche, überraschende Wahrheiten ans Licht kommen, ziehen die ständig neuen Zeugenaussagen und auftauchenden Widersprüche das Spiel nur unnötig in die Länge. Es wäre schön gewesen, wenn diese etwas knapper ausgefallen wären, denn so kommt es, dass zwischendurch die hohe Spannung verschwindet und sich schnell Frust aufbaut, wenn wieder einmal ein Zeuge seine Aussage plötzlich ändert. Da gilt es dann einfach nur durchzuhalten, bis es wieder darum geht, neue Hinweise zu suchen, Rätsel zu lösen und noch tiefer in die Welt von Labyrinthia einzutauchen.

Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney erscheint am 28. März 2014 für Nintendo 3DS / 2DS.  könnt ihr das Crossover-Spiel vorbestellen.

Fazit

Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney ist ein Glanzstück des Genres und bietet mit 25 bis 30 Spielstunden jede Menge Rätselspaß. Die ernste Geschichte rund um Hexenverfolgungen und Irrglauben reißt den Spieler von der ersten Sekunde an mit und sowohl Layton- als auch Ace Attorney-Fans dürfen sich dieses kleine, beeindruckende Meisterwerk nicht entgehen lassen - insbesondere aufgrund des überwältigenden und atemberaubenden Schlussakts, der beiden Serien alle Ehre macht.

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