Project Cars 2: Angekündigt, Angespielt, Abgefahren

Alexander Gehlsdorf 2

Endlich ist die Katze aus dem Sack: Slightly Mad Studios hat Project Cars 2 vorgestellt. Ich konnte bereits ein paar Runden auf der virtuellen Piste drehen und verrate Dir, was in der Renn-Simulation alles drin steckt.

Project Cars 2 - Alles zur Rennspiel-Simulation.

Ein wirkliches Geheimnis war es zwar nie, dass Slightly Mad Studios an einem Nachfolger ihres Überraschungshits Project Cars von 2015 arbeiten, jetzt haben die Entwickler den Titel aber auch offiziell angekündigt.

Blut, Schweiß und Tränen dank Regen, Schlamm und Dreck

Der zweite Teil der Rennspiel-Reihe soll abermals eine Simulation mit höchstem Realitätsanspruch werden und ein möglichst authentisches Renngefühl bieten. Slightly Mad Studios setzt dafür auf ein System, dass sie LiveTrack 3.0 nennen. Dank diesem passt sich die Strecke jederzeit dynamisch dem Rennverlauf an. So musst Du Dich darauf einstellen, dass sich nicht nur Deine Reifen von Runde zu Runde abnutzen, sondern die Strecke im späteren Verlauf auch durch die abgelösten Gummi-Partikel an Grip verliert.

Welchen Auswirkungen das haben kann, durfte ich am eigenen Leib spüren: Während einer meiner Probefahrten konnte ich einen Vorsprung von gut fünf Sekunden erarbeiten und musste nur noch die letzte Runde sicher beenden. Ausgerechnet in der finalen Kurve verlor ich jedoch die Kontrolle über den Wagen und beendete das Rennen auf Platz 11.

Lektion: Wenn ich mich schon nicht auf mein fehlendes Talent am Steuer verlassen kann, hilft wenigstens die Abnutzung der Strecke und der Reifen fleißig dabei mit, dass ich mich dem Stress des Siegertreppchens nicht aussetzen muss.

Spürbar auf das Fahrverhalten und vor allem den Bremsweg wirkt sich auch Regen aus, welcher außerdem zu einer realistischen Pfützenbildung führt. Weitere Faktoren, die dank LiveTrack 3.0 in Echtzeit das Fahrverhalten beeinflussen sind Sand, Schotter, Schlamm, Schnee, Eis und natürlich Fahrzeugteile, die sich aufgrund des ein oder anderen Crashs auf der Strecke befinden können. Schnee und Eis? Ja, denn Project Cars 2 wird nicht nur einen realistischen Tag- und Nachtwechsel bieten, sondern auch Rennen zu allen vier Jahreszeiten ermöglichen.

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Das volle Programm

Slightly Mad Studios packen jedoch nicht nur jede Jahreszeit, die Mutter Natur so zu bieten hat in das Spiel, sondern wollen darüber hinaus das umfangreichste Rennspiel aller Zeiten schaffen. Das beginnt bei der Fahrzeugauswahl: Unter den über 170 lizenzierten Fahrzeugen ist alles vertreten, was Rang, Namen und vier Räder hat. Ebenso umfangreich fallen die Disziplinen aus. Ob GT, RallyCross oder IndyCar, wie schon im Vorgänger soll das gesamte Spektrum des Rennsports abgedeckt werden. Auch in Sachen Streckenauswahl wollen die Entwickler die Konkurrenz hinter sich lassen.

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Spielbar waren davon bisher aber nur ein GT-Rennen auf dem japanischen Fuji-Speedway und einen Eis-Strecke im schwedischen Ort Sorsele. Um sich selbst ein Bild der Drift-freundlichen Strecke zu machen, durften wir Journalisten auf dem Anspiel-Event tatsächlich ein paar Runden auf dem zugefrorenen See drehen, der als Vorlage für die digitale Strecke dient. Mein Fazit: Ein echter Motor unter den Füßen und ein echtes Lenkrad in den Händen erlaubt eine weitaus sicherere Kontrolle des Wagens. Mit dem Gamepad blieb ich bereits nach wenigen Metern im Schnee stecken. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Interpretation der Strecke in Project Cars 2 um einiges eisiger und rutschiger ist — das relae Vorbild bietet hingegen erheblich mehr Grip unter den Reifen. Bis zum Release soll diese Diskrepanz allerdings überwunden sein. Feedback dieser Art erhalten die Entwickler nicht nur von Journalisten, sondern in erster Linie durch ihre Zusammenarbeit mit professionellen Rennfahrern, etwa Nicolas Hamilton oder Ben Collins, der den meisten vor allem durch die TV-Serie Top Gear bekannt sein dürfte.

Mit Highspeed auf dem Daten-Highway

Egal für welche Strecke oder welchen Fahrzeugtyp Dein Herz schlägt, am meisten Spaß machen die Rennen natürlich gegen Gegner aus Fleisch und Blut. Aus diesem Grund haben Slightly Mad Studios den Online-Modus des Vorgängers generalüberholt und legen dabei besonderen Wert auf Esport-Unterstützung. Basierend auf Deinem Erfolg am Lenkrad kannst Du unterschiedliche Rennlizenzen verdienen und Dich auf diesem Weg für offizielle Turniere qualifizieren. Auf den Konsolen können bis zu 16 Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten, auf dem PC sogar 32.

Auch wer nur ein paar lockere Runden mit Freunden drehen will, hat es in Project Cars 2 um einiges leichter. Das Spiel unterstützt von Haus aus Ligen und private Meisterschaften, führt Tabellen und Ergebnislisten und ermöglicht die notwendige Organisation direkt über den Client. Die Zeit von handgebauten Excel-Tabellen, Skype-Terminen und Chat-Absprachen, um Turniere im Freundeskreis auszutragen, sind damit vorbei. Auch wer sein Können lieber mit Fremden misst, ist bei Project Cars 2 in guten Händen. Das Matchmaking orientiert sich an Deinen bisherigen Ergebnissen, fähige Fahrer messen sich also mit ebenso talentierten Gegnern. Wer hingegen regelmäßig drängelt, schwarz fährt und Unfälle provoziert darf sich über jede Menge gleichgesinnter Mitspieler freuen. Faire Spieler werden auf diese Weise verschont, während Spielverderber in den dunkelsten Ecken der Project-Cars-2-Server unter ihresgleichen bleiben.

Ein Blick unter die Motorhaube

Obwohl Project Cars 2 bereits Ende 2017 erscheinen soll, befand sich die von mir angespielte Version noch in einem recht frühen Zustand. Die Fähigkeiten der KI-Gegner waren zugegebenermaßen bewusst heruntergeschraubt, damit auch Lenkrad-Amateure wie ich während der Präsentation eine Chance hatten. Vom Schadensmodell oder einem Penalty-System fehlten bislang allerdings jede Spur. Das Fahrgefühl auf der Eis-Strecke bedarf ebenfalls noch einiger Überarbeitung und auch optisch wirkten die Schneemassen wenig einladend. Der Fuji-Speedway mitsamt Wettereffekten demonstrierte jedoch bereits eindrucksvoll, wozu die Engine im Idealfall in der Lage ist.

Wer die nötige Hardware besitzt, kann Project Cars 2 außerdem in VR genießen. Zusammen mit einem Force-Feedback-Lenkrad und Fußpedalen entfaltet das Spiel somit ein Renngefühl, das sich vor keinem Konkurrenz-Titel verstecken muss. Wer mit VR nichts anfangen kann aber trotzdem gern technische Grenzen auslotet, kann den Titel auf dem PC auch in satter 12K Auflösung laufen lassen. Um das Geld für die notwendige Hardware zu sparen hast Du noch bis Ende 2017 Zeit, dann soll Project Cars 2 für den PC, die PlayStation 4 und Xbox One erscheinen.

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