Quake Champions in der Vorschau: Champions, Waffen und Modi im Detail vorgestellt

Björn Rohwer

Während im Juni auf der E3 noch die große Botschaft „Quake ist zurück“ war, ging es vor den Hardcore-Fans auf der QuakeCon darum, zu zeigen, dass Quake mit Quake Champions auch immer noch Quake ist. Wir waren für euch bei der exklusiven Präsentation dabei und präsentieren euch hier alles Wissenswerte über das kommende Spiel.

Quake Champions - Gameplay-Trailer.

Nach der E3-Präsentation waren die Reaktionen zum neuen Quake noch sehr zurückhaltend. Was ist das für ein Konzept mit den Champions? Wird Quake jetzt in eine MOBA-Form gepackt? Nach der QuakeCon können nun die ersten Ängste abgelegt werden. Dort wurde mehr als deutlich, dass Quake Champions eindeutig ein First-Person- Shooter wird – ein besonders schneller First-Person-Shooter noch dazu.

Immer wieder betonte Studio Director Tim Willits bei seiner Präsentation die hohe Geschwindigkeit und das „klassische Quake-Gefühl“ – schon der Einstieg in dieses Geschwindigkeits-Mantra war für eine Spielmesse ungewohnt unspektakulär. Anstatt wie auf der E3 mit einem schnell-geschnittenen Blockbuster-Trailer aufzuwarten, zeigten die ersten Gameplay-Szenen schlicht wie der Charakter schnell im Kreis durch ein Level läuft. „So eine Präsentation hätte ich nirgendwo anders halten können – auf er E3 hätte das niemand verstanden.“ Es ging Tim Willits vor allen Dingen darum, zu zeigen, dass die Geschwindigkeit stimmt und gleichzeitig alle heiß geliebten Features wie Rocket Jumping oder Strafe Jumping wieder mit dabei sind – erst dann kamen die Champions.

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Passive Champions und aktive Champions

Die schon im Titel verankerten Champions sollen zwar eine der größten Neuerungen sein, aber das Spiel nie dominieren. Die unterschiedlichen Charaktere werden die Quake-Erfahrung nicht verändern, sondern ihr nur mit ihren Fähigkeiten eine zusätzliche strategische Ebene bieten. Der Einfluss der Champions lässt sich dabei auf zwei Bereiche aufteilen: passive und aktive Fähigkeiten. Jeder Champion hat zunächst einige passive Eigenschaften – dazu zählen seine Größe (also die zur Verfügung stehenden Angriffsfläche), Geschwindigkeit, Luftsteuerung, Gesundheit und Abwehr. Die humanoide Echse Sorlag ist beispielsweise langsamer, hat dafür aber eine größere Abwehr- und Lebenskraft. Gleichzeitig könnt ihr durch die verschiedenen Werte auch den Charakter wählen, der sich mehr an euer Lieblings-Quake anlehnt. Die Luftsteuerung bei Anarchy erinnert beispielsweise an QuakeWorld, während Ranger sich mehr wie der Charakter in Quake Live steuert.

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Die aktiven Fähigkeiten wurden bisher bei folgenden Charakteren genauer vorgestellt:

  • Ranger: Mit seinem „Dire Orb“ kann er sich durch die Arena teleportieren
  • Visor: Durch „Piercing Sight“ kann durch Wände blicken und so Gegner schneller erspähen
  • Scale Bearer: Der größte vorgestellte Charakter rennt bei seinem „Bull Rush“ mit Vollgas auf den Gegner zu und lässt ihn einfach zerplatzen
  • Nyx: Ihr Ghost Walk lässt Sie schnell und unsichtbar durch Gegner durchgehen

Ebenfalls zu sehen, aber ohne genauere Präsentation blieben die Echse Sorlag, eine weißhaarige Frau Namens Galina, ein Roboter, der bisher unbenannt blieb, und der bereits in Quake 3: Arena kämpfende Anarchy.

Bei all den Charakteren gilt das Schere-Stein-Papier-Prinzip – das heißt, dass beispielsweise Nyx mit ihrem Ghost Walk durch den Bull Rush von Scale Bearer unbeschadet hindurchgleiten kann, gleichzeitig aber von Visor mit seiner Spezialfähigkeit jederzeit gesehen wird. Diese Konterattacken sollen die Charakter ausbalancieren und dem Spiel noch mehr strategische Möglichkeiten verleihen.

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Mit dem aktuellen Stand können diese strategischen Gedanken aber auch umgangen werden – zwar ist noch kein Klassik-Modus ganz ohne Champions geplant, aber es ist möglich, dass mehrere Spieler in einem Match den selben Charakter wählen und so zum Beispiel reine Ranger-Kämpfe veranstalten. Zudem könnt ihr bisher bei jedem Tod den Charakter wechseln. Inwieweit diese Details aber am Ende bestehen bleiben, konnte Willits noch nicht sagen – dazu wird das Team letztlich auch das Feedback der Beta-Nutzer abwarten müssen.

Zum Start dieser Beta stehen insgesamt zwölf verschiedene Champions zur Verfügung, die Zahl soll allerdings bis zum endgültigen Release noch weiter wachsen.

Die (Multiplayer-)Modi

Über die meisten Modi fielen nur wenige Worte. Klar ist bloß, dass der Fokus eindeutig auf dem Multiplayer-Aspekt liegt. Einen Einzelspielermodus wird es genauso wenig geben wie eine Story, stattdessen sind Klassiker wie Deathmatch oder Team-Deatchmatch mit von der Partie.

Da id Software mit Quake Champions insbesondere die E-Sport-Fans anlocken möchte, legten sie am Samstag Abend zum Abschluss der QuakeCon noch eine weitere Gameplay-Präsentation ein. Kurzerhand wurde der Ballsaal des Hiltons zur E-Sport-Arena und die Crème de la Crème der Quake-Szene trat in einem Showkampf gegeneinander an – in einem komplett neuen Modus.

Der Modus „Sacrifice“ ist ein 5-vs-5-Teamgefecht, in dem es gleichzeitig um das Erobern bestimmter Punkte und das Erledigen möglichst vieler Gegner geht. Gewonnen hat ganz einfach das Team mit den meisten Kills – allerdings können Kills auch doppelt oder dreifach zählen. Auf der Karte stehen zusätzlich zwei Obelisken, die als Kontrollpunkte dienen – für jeden dieser Obelisken, den ihr mit eurem Team haltet, bekommt ihr einen Punkt Bonus auf jeden Kill. Erledigt ihr 25 Gegner, während euer Team einen dieser Obelisken kontrolliert, opfert ihr den Kontrollpunkt und euer Team bekommt bis zum Ende des Spiels den Kill-Bonus permanent.

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In der Gameplay-Präsentation wurden bisher zwei Karten gezeigt. Neben einer komplett neuen, grün-berankten Karte, ist ein Klassiker wieder mit dabei. Die Map Campground aus Quake 3: Arena dürft ihr in einer aktualisierten Version auch in Quake Champions spielen. Selbstgebaute Karten oder andere Mods werden zum Release noch nicht möglich sein. Da man nicht dieselbe Engine wie die DOOM-Neuauflage verwendet, wird es keinen Snapmap-Modus geben und ansonsten liegt der Fokus erst einmal darauf, das eigentliche Spiel zum Laufen zu bekommen. Ist dieses Ziel erreicht, möchte id Software sich aber auch mit dem Thema Mod-Support beschäftigen.

Das gute alte Waffenarsenal

Die Waffen erlangt ihr ganz klassisch nicht über ein Loadup – entweder liegen sie im Level verteilt oder ihr sammelt sie auf, sobald ihr einen Gegner erledigt habt. Bisher angekündigt und gezeigt wurden sieben verschiedene Waffen:

  • Railgun
  • Machinegun
  • Shotgun
  • Nailgun
  • Rocket Launcher
  • ein Sägeblatt-Handschuh
  • Lightning Gun
Quake Champions - E3 2016 - Reveal Trailer.

So entstand die Idee zu Quake Champions

Zum Abschluss gab uns Tim Willits noch eine Anekdote zur Entstehung von Quake Champions mit auf den Weg. Als sein Team 2013 gerade an einem großen Update für Quake Live arbeitete, war die Implementierung von Champions grad der heiße Scheiß im Videospiel-Bereich. Willits selbst war von dem Konzept so begeistert, dass er sofort und höchstpersönlich die Domain www.quakechampions.com registrierte. Anstatt Quake Live zu erweitern, entschied man sich das Team zu vergrößern und die Idee zu einem kompletten Spiel auszuarbeiten – schließlich machte ihnen mit der Entwicklung des DOOM-Reboots ein anderes Team im Hause vor, wie gut ein Neunziger-Shooter auch im 21. Jahrhundert aussehen kann.

Um zu erfahren, ob Quake Champions das Franchise ähnlich gut in die heutige Zeit bringt, müsst ihr euch noch etwas gedulden. 2017 geht das PC-exklusive Spiel zunächst in eine lange Beta-Phase, ein finaler Release-Termin steht noch nicht fest.

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