Rainbow Six Siege Preview: Auf Schmusekurs mit Langzeitfans

Sebastian Tyzak 1

Wir durften den Spielmodus Terroristen-Jagd in einer fortgeschrittenen Version von Rainbow Six Siege anspielen und sind durchaus angetan. Das „Warum“ klärt unsere Vorschau.

Mit Rainbow Six Siege vollzieht der taktische Ego-Shooter einen Wandel. Statt primär allein oder mit einem Koop-Team gegen KI-gesteuerte Terroristen ins Feld zu rücken, stellen sich uns dieses Mal hauptsächlich andere Spieler ins Fadenkreuz. Der stetige Online-Zwang hat auch die strategische Shooter-Alternative Rainbow Six erreicht. Doch mit dem Spielmodus Terroristen-Jagd könnte der neue Ableger trotz Formwandel alte Fans gnädig stimmen.

Die Prämisse des Modus ist schnell erklärt: Statt anderer Spieler stellen sich eurem Einsatzteam KI-gesteuerte Schergen entgegen – allerdings in deutlicher Überzahl. Dabei stehen euch allein oder zusammen mit bis zu vier anderen Koop-Kumpanen elf Schauplätze zur Auswahl, die in vier unterschiedlichen Varianten am Tag oder bei Nacht gespielt werden können. Klassische Terroristen-Jagd ist genau das: Ihr schaltet alle Terroristen aus, um euren Auftrag erfolgreich abzuschließen. In den drei anderen Varianten müsst ihr Bomben vor der Detonation entschärfen, Geiseln retten oder einen bestimmten Missionspunkt verteidigen.

Eine brennende Zündschnur

Bilderstrecke starten(9 Bilder)
Rainbow Six Siege: Die seltensten Waffen-Anhänger, die du haben solltest

Ohne menschliche Gegenspieler lässt Rainbow Six Siege mehr Platz für Atmosphäre. Die Anspannung, kurz bevor ich mit meinem Team einen Raum voller Terroristen stürme, ist groß. Während die Gegner sich noch Kommandos zurufen, brechen wir durch zwei Wände und eröffnen das Feuer. Der Lärm des Durchbruchs und der daraufhin ausbrechende Schusswechsel werden begleitet durch aufgebrachte Funksprüche und durch die Luft zischende Kugeln.

An bestimmten Punkten, beispielsweise wenn ihr gerade eine Bombe entschärft, geht es für euch in die Defensive und zahlreiche Terroristen stürmen auf euren Standort zu. Auch wenn die Situation reichlich konstruiert wirkt, ist sie zumindest in den ersten Testläufen unheimlich spannend. Dabei zeigt sich auch gleich, ob das Team zusammenarbeitet. Sollte es sich nicht an dem gleichen Ort verschanzen und gegenseitig den Rücken freihalten, sieht es sehr schnell zappenduster aus.

KI-Kokolores

Etwas hinderlich für die tolle Atmosphäre ist aber stellenweise das Verhalten der KI-Schergen. Gerade in den beschriebenen Momenten, in denen die Terroristen zur direkten Offensive übergehen, zeigt sich deren dümmliche Vorgehensweise. Selbst wenn alle Eingänge zur Position unseres Teams flankiert werden, stürmen die Gegner blindlings in den Raum. Die Terroristen, die ihre Kameraden vor sich in die Knie gehen sehen, scheren sich darum aber nicht, sondern laufen weiter wie die Lemminge in Richtung Klippe.

Aber auch in anderen Situationen wusste die KI nicht recht, wie ihr geschieht. In einem Moment trennte ich mich von meinen Teamkameraden, um den ersten Stock eines Gebäudes in Augenschein zu nehmen. Während ich dabei einen Terroristen hinterrücks ausschaltete, liefen gleich zwei weitere quasi direkt an dem noch glühenden Lauf meiner Schnellfeuerwaffe vorbei, um nach ihrem Kompagnon zu schauen. Ganz klar: Hier muss noch mal nachgebessert werden!

Unbegrenzte Möglichkeiten

Ein weiterer großer Pluspunkt von Rainbow Six Siege ist – zumindest zu Beginn – auch ein großer Kritikpunkt: Die Optionsvielfalt. Durch die Vielzahl der Möglichkeiten, die uns die verschiedenen Klassen bieten, fühlen sich Einsteiger regelrecht erschlagen. Eine Drohne zum Ausspionieren der Gegner aussenden, mit einem Vorschlaghammer Löcher in Wände schlagen, Schildwälle aufbauen – die Liste ließe sich um zahlreiche Absätze erweitern. Im fertigen Spiel dürfte Anfängern aber sicherlich ein Tutorial auf die Sprünge helfen.

Für den Einstieg eignet sich der Terroristen-Jagd-Modus ganz vorzüglich. Ohne menschliche Gegenspieler ist der Druck weit geringer. Dabei kann ich mich etwas einspielen und die Fähigkeiten der gewählten Klasse verinnerlichen. Durch die Anleitung eines Ubisoft-Mitarbeiters gelingen uns dabei recht schnell kleine strategische Sahnestückchen: Den gut bewachten Zielraum stürmen wir zeitgleich aus zwei verschiedenen Richtungen und bringen anschließend zu zweit die Geisel über das Erdgeschoss in Sicherheit, während uns die anderen Teamkameraden über einen Balkon Feuerschutz bieten. Mit einiger Spielerfahrung sind in Rainbow Six Siege interessante Strategien möglich, davon bin ich überzeugt, auch wenn ich letztlich (noch) nur an der Oberfläche des Spiels kratze.

Preview-Fazit zu Rainbow Six Siege

Der Terroristen-Jagd-Modus zeigt, dass inmitten des Multiplayer-Getümmels auch noch Platz für Kenner der Serie ist. Mit der dichten Atmosphäre und den vielen taktischen Möglichkeiten, geht Rainbow Six Siege auf Schmusekurs mit Langzeitfans. Allerdings sollten die Entwickler dringend noch einmal an der künstlichen Intelligenz der Gegenspieler schrauben!

Rainbow Six - Siege: Welche Klasse solltest du spielen?

Am 1.12 erschien Rainbow Six: Siege für die Current-Gen und den PC. Im Spiel gibt es fünf verschiedene Spezialeinheiten. In diesem ultimativen Quiz kannst du erfahren, welche Rolle im Team-Kampf du übernehmen solltest und welche Operatoren am Besten zu dir passen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung