Wie Ubisofts Updates mich regelmäßig zur Weißglut bringen [Kolumne]

Constantin Krüger 1

Schon seit Wochen habe ich mich darauf gefreut, den neuen Major-Patch für Rainbow Six: Siege spielen zu können. Doch Ubisofts Unfähigkeit macht wieder einmal vielen Spielern einen Strich durch die Rechnung…

Rainbow Six Siege: Operation Chimera - Outbreak Gameplay Trailer.

Nach einem langen Arbeitstag machte ich mich gestern Abend voller Vorfreude auf den Heimweg. Ich konnte es kaum erwarten, mich gemeinsam mit meinen Freunden ins neue Rainbow Six: Siege-Event Operation Outbreak stürzen zu können. Doch Ubisoft zerstörte meine gute Laune innerhalb von Minuten und verdarb mir den Abend… Wieder einmal.

Nach dem Download des 10 Gigabyte großen Patches starte das Spiel zunächst überhaupt nicht. Anschließend ließ sich für gut 20 Minuten keine Verbindung zu den Spieleservern herstellen. Allein diese Probleme hätten mich schon zur Weißglut treiben können, doch als Spieler von Ubisoft-Spielen bin ich in dieser Hinsicht schon lange abgestumpft. Serverprobleme gehören zum Alltag. Besonders bei neuen Major-Updates wie Operation Outbreak wollen Millionen Spieler auf der ganzen Welt gleichzeitig die neuen Features testen und treiben Ubisofts Server zu regelmäßigen Abstürzen.

Ubisoft macht sich regelmäßig bei seinen eigenen Fans unbeliebt. Hier sind die unbeliebtesten Publisher der Branche!

Bilderstrecke starten
7 Bilder
Das sind die unbeliebtesten Publisher der Branche.

Nachdem ich endlich auf die Server kam, wartete schon die nächste böse Überraschung auf mich: Die Framerate war von einer Unbeständigkeit, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte. Zeigte der Profiler im einen Moment noch eine stabile Bildrate von um die 170 FPS an, fiel sie im nächsten Moment rapide auf unter 20 Frames pro Sekunde ab… und das im Hauptmenü. Nach einem halbstündigen Troubleshooting und Recherchen in den Ubisoft-Foren und auf Reddit stellte sich heraus, dass ich mit diesen Problemen nicht alleine war. Zahlreiche Spieler klagten über Framerateverluste, Verbindungsabbrüche und viele andere Probleme.

Auch Ubisofts hauseigene Vertriebsplattform Uplay machte Ärger: Wie immer. Erst nach zahllosen Versuchen und mehreren Neustarts war es mir und meinen zwei Freunden möglich, ein Squad zu bilden. Zu diesem Zeitpunkt kochte ich vor Zorn und verfiel in eine Art Kauderwelsch aus Schimpfworten und undefinierten, wuterfüllten Lauten.

via GIPHY

Diese Phänomene beschränken sich dabei nicht nur auf Rainbow Six: Siege. Fans von Ubisoftspielen wie For Honor, The Division oder Ghost Recon Wildlands klagen regelmäßig über massive Probleme am Patchday. Ubisoft versäumt es jedes Mal, sich auf die Probleme vorzubereiten, die mit einem neuen Update einhergehen. Dabei zeichnen sich diese Probleme schon lange im Voraus ab. Ubisoft testet ihre Updates in den meisten Fällen schon Wochen vorher auf den öffentlichen Testservern. Trotzdem kommt es regelmäßig zu Gamebreaker-Bugs, die sich trotz der Tests immer wieder auch auf den Live-Servern einschleichen.

Dabei sind die Probleme mit Servern ein wohlbekanntes Problem von Ubisoft. Seit über drei Jahren spiele ich mittlerweile schon Rainbow Six: Siege und in dieser Zeit gab es kaum ein Update, dass fehlerfrei über die Bühne ging. Jedes Mal kam es zu Serverabstürzen und massiven Verbindungsproblemen. Doch der Publisher lernt einfach nicht aus seinen Fehlern und zeigt sich weiterhin unfähig, die Serverprobleme an Patchdays zu beheben. Ubisoft legt den eigenen Spielern Steine in den Weg und verbaut so dem Spielspaß den Weg. Der einzige Lösungsweg ist, einige Tage zu warten bis sich der Hype gelegt hat und die gröbsten Probleme behoben wurden.

Auch Informationen werden der Community eher spärlich angeboten und eine Hilfestellung ist quasi nicht existent. Gezwungenermaßen nutzen die Spieler Plattformen wie Reddit, um sich gegenseitig bei der Lösung von Problemen zu unterstützen. Der Support muss erst garnicht bemüht werden. In der ganzen Community ist das Supportcenter von Ubisoft nämlich für seine Unfähigkeit berüchtigt. Außer Aussagen wie „Geben Sie doch bitte die folgenden Ports frei…“, „Aktualisieren Sie Ihre Treiber“ und „Haben Sie es schon mit einem Neustart versucht?“ kommen so gut wie nie echte Lösungsvorschläge zustande. Jedes mal, wenn ich gezwungen war den Ubisoft Support zu kontaktieren, fühlte ich mich in eine Folge der Serie „The IT-Crowd“ zurückversetzt.

via GIPHY

Schon seit längerem macht Ubisoft keinen Hehl daraus, dass sie vom Games als Service-Modell fasziniert sind. Sie wollen mehr Geld mit weniger Spielen verdienen, in dem sie ihre Games länger mit frischen Updates und neuen Inhalten versorgen, anstatt jedes Jahr einen neuen Ableger auf den Markt zu bringen. Spiele wie Rainbow Six: Siege und For Honor sind gute Beispiele dafür, dass Ubisoft langfristigen Support für seine Spiele plant. Doch wie soll das weitergehen wenn der Publisher nicht einmal in der Lage ist, für ausreichende Serverkapazitäten zu sorgen? Die Antwort ist einfach: So jedenfalls nicht. Jeder Publisher, der weiterhin am Spielen als Service-Modell festhalten will, muss dafür Sorge tragen, dass alle Spieler zu jeder Zeit die Leistungen in Anpruch nehmen können, für die sie bezahlt haben. Andernfalls werden sie in Zukunft einfach keine Spiele mehr vom besagten Publisher kaufen. Das wird besonders  in der heutigen Zeit immer wichtiger, denn die Auswahl an Videospielen ist nahezu grenzenlos.

Der gestrige Tag ist dafür ein perfektes Beispiel: Nach dem vergeblichen Versuch, Rainbow Six: Siege zum Laufen zu bringen, gab ich gezwungenermaßen auf und ließ den Abend gemeinsam mit meinen Freunden in einer Runde Civilisation 6 ausklingen, um unsere erhitzen Gemüter ein wenig abzukühlen. Wenn ich mich nun zwischen dem Kauf des Rainbow Six – Season Passes und der Civilisation Erweiterung Rise and Fall entscheiden müsste, würden mir Momente wie dieser die Entscheidung leicht machen. Solche Probleme treiben die Spieler in die Arme der Konkurrenz und verschlechtern ganz nebenbei noch das Image des Publishers.

Kannst du diese Publisher anhand ihrer ehrlichen Slogans erraten?

Eines steht für mich jedenfalls nach dem gestrigen Abend fest: Es ist wirklich etwas dran an dem Sprichwort „Never play on Patchday“. Und dafür mache ich Ubisoft zu einem nicht geringen Teil mit verantwortlich.

Hier ist deine Meinung gefragt! Welche Erfahrungen hast du in der Vergangenheit mit Updates von Ubisoft gemacht? Gibt es vielleicht noch andere Spiele (auch von anderen Publishern), in denen es dir ebenso geht? Was hälst du davon, das immer mehr Entwickler auf den langfristigen Support ihrer Spiele setzen?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA GAMES

* Werbung