Rainbow Six Siege Test: Taktloser Taktik-Shooter?

Michael Krüger 7

Tom Clancy’s Rainbow Six: Siege von Ubisoft ist ab heute für die PlayStation 4, Xbox One und den PC erhältlich. Das Spiel wurde von Umkonzeptionierungen und Verschiebungen gebeutelt. Hat sich das letzten Endes positiv oder negativ auf das Gesamtprodukt ausgewirkt? Das sagen wir euch im Test.

Rainbow Six Siege Test: Taktloser Taktik-Shooter?
Rainbow Six: Siege - Launch Trailer - The Breach.

Nach der kürzlichen Verschiebung ist Rainbow Six – Siege nun auf dem Markt und möchte bei den großen Mehrspieler-Shootern mitmischen. Die Besonderheit: Ähnlich wie in der Realität verfügen die angreifenden Anti-Terror-Einheiten über taktische Ausrüstungen wie Sprengladungen für Türen. Die Verteidiger hingegen errichten Barrikaden und Hindernisse wie Stacheldraht. Die Basis für heftige Gefechte ist nicht nur frisch, sondern grundsolide. Besonders im Team zeigt Rainbow Six – Siege seine Stärken und macht bereits jetzt deutlich, dass der Weg in Richtung eSport geebnet ist. Selbst ohne Absprache funktionieren die Kampfsituationen gut, sofern sich jeder seiner Rolle bewusst ist. Habt ihr ein paar schießwütige Freunde, dürftet ihr diesen Winter viel Spaß zusammen haben.

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Schnell – Hart – Erbarmungslos

Rainbow Six – Siege setzt auf kompromisslose Action. Dazu gehört in erster Linie die Tatsache, dass ihr nur wenige Kugeln einstecken könnt, bevor ihr das digitale Zeitliche segnet. Kommt es zum Gefecht, geht es schnell, laut und hart zur Sache. Obwohl es sich um einen Taktik-Shooter handelt, bleibt euch meist nur wenig Zeit zum Überlegen und dank der Tatsache, dass viele Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können, fühlt ihr euch nie wirklich sicher.

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Zwei Teams stehen sich gegenüber und kämpfen abwechselnd in der Rolle als Angreifer gegen die Verteidiger. Letztere verbarrikadieren 30 Sekunden lang ihr Versteck, in der Hoffnung entweder schlecht oder gar nicht gefunden zu werden. Und wenn doch, dann sollen es die Angreifer möglichst schwer haben, sich Zutritt zu verschaffen. Sprengsätze lassen so manchen Gegner bei diesem Versuch direkt draufgehen. Während die Verteidiger sich bei ihrem Ziel, wie etwa einer Geisel oder einem Sprengsatz, verschanzen, nutzen die Angreifer fahrbare Drohnen. Durch diese spionieren sie das Gelände aus, um herauszufinden, wo sich das Ziel befindet und welche Gefahren auf dem Weg dorthin auf sie warten. Zeit zum Überlegen bleibt für beide Teams nicht, denn die 30 Sekunden sind im Handumdrehen vorbei und es geht ans sprichwörtliche Eingemachte.

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Auch im Gefecht selbst bleibt nur wenig Zeit nachzudenken. Zwar können im Vorfeld verteidigende Spieler markiert werden, doch speichert dies lediglich die Position zu diesem Zeitpunkt und verfolgt die Gegner nicht weiter. Wo genau sich diese verstecken, bleibt also zu jeder Zeit eine Überraschung. So kommt es schonmal vor, dass ihr euch eigentlich gut aufgestellt fühlt und plötzlich von der Seite über den Haufen geschossen werdet. Diese Spannung ist der Kern von Rainbow Six – Siege und macht den großen Reiz aus. Anders als Genre-verwandte Spiele, bekommt ihr neben dem Schusswechsel auch taktische Elemente geboten, dank derer Wege auf den Karten nicht immer gleich ausfallen. So könnt ihr kleine Löcher in verbarrikadierte Türen boxen, um Gegner auszuspionieren. Oder ihr verlasst euch auf eure Sinne und lauscht nach Schritten. Alle Zutaten des Spiels sind fein aufeinander abgestimmt und erzeugen in der Summe eine gut ausbalancierte Spielerfahrung, in der sowohl das angreifende als auch das verteidigende Team die gleichen Chancen für einen Sieg hat. Voraussetzung hierfür ist genügend Übung der einzelnen Mitglieder.

Die deutsche GSG9-Einheit im Einsatz bei Rainbow Six Siege

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Üben, üben, üben

Um nicht direkt in “realen“ Szenarien, sprich im Mehrspieler-Modus, den virtuellen Hintern riskieren zu müssen, stehen euch die sogenannten Situationen zur Verfügung. Diese führen euch schrittweise in die Spielmechanik ein und zeigen euch der Reihe nach alle wichtigen Elemente. Ihr lernt, wie man eine Geisel lokalisiert und nach draußen eskortiert, eine Bombe entschärft oder einfach nur effizient das gegnerische Team eliminiert.

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Im nächsten Schritt könnt ihr euch dann dem Teamplay widmen und gemeinsam mit vier weiteren Spielern in den Terrorkampf ziehen. Hier sind die Ziele ähnlich gestrickt, doch habt ihr nun die Möglichkeit erste Gehversuche als Teil eines Teams zu gehen. Ihr lernt wie wichtig Absprache sein kann und wie ihr euch gegenseitig wiederbelebt und in gefährlichen Situationen helft. Beide Spielmodi, also solo wie auch kooperativ, geben euch Ansehen. Dies ist quasi die Währung des Spiels, die ihr auch im kompetetiven Modus erhaltet.  Für diese könnt ihr neue Operator freischalten und deren Ausrüstung verbessern. So dienen die Modi einerseits als interaktives Tutorial und andererseits als Starthilfe für die erste Ausrüstung. Als mehr sollte man sie auch nicht sehen, denn von einer klassischen Singleplayer-Erfahrung kann hier nicht dir Rede sein. Dieses wird damit aber offensichtlich auch nicht beabsichtigt.

Das “Who is Who“ des Terrors

Ähnlich wie die Spezialisten in Call of Duty – Black Ops 3 handelt es sich auch Rainbow Six – Siege bei den Operator nicht um austauschbare Kämpfer. Jeder einzelne der 24 zur Verfügung stehenden Helden und Schurken hat eine spezielle Fähigkeit, die ihn ausmacht und der er seinen Namen zu verdanken hat. Sechs der bekanntesten Spezialeinheiten der Welt stellen jeweils vier spielbare Charaktere zur Verfügung. So begegnet euch im Spiel das amerikanische FBI, die deutsche GSG 9 oder auch die russische Speznas. Dieser Fokus auf den individuellen Kämpfern hat, ähnlich wie Panini-Sammelkarten, einen ganz eigenen Charme. Schaltet ihr eine neue Figur frei, erhaltet ihr nicht nur Zugriff auf neue taktische Möglichkeiten, sondern seht einen kleinen Intro-Film des jeweiligen Charakters. Diese sind hübsch inszeniert und passen sich in den ansonsten auch sehr stilvollen Gesamteindruck des Spiels ein.

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Unser Fazit zu Rainbow Six – Siege:

Wie bereits erwähnt, dreht sich in Rainbow Six – Siege alles um den Mehrspieler-Modus. Jeweils fünf Spieler treten gegeneinander an und bekämpfen sich auf variationsreichen wenn auch etwas detailarmen Karten, um immer wieder das gleiche Ziel zu erreichen. Gehört ihr zu der Sorte Spieler, die auch gerne Counter Strike oder andere Multiplayer-Spiele zockt, dann dürftet ihr euch hier sehr wohl fühlen. Die taktischen Elemente bringen einen neuen Wind in das Genre und es gibt eine Menge freischaltbarer Dinge, die euch immer wieder Motivation liefern. Gelegenheits-Krieger werden hier auf Dauer eher nicht glücklich. Zum einen reichen die Solo- und Koop-Erfahrungen nicht über ein paar Stunden hinaus und zum anderen benötigt ihr reichlich Übung, um einen guten Schnitt zu machen und somit auch Erfolgserlebnisse feiern zu können. Was also für die einen genau die richtige Rezeptur, ist für den anderen weniger geeignet. Solltet ihr euch dem Kampf stellen, rechnet aktuell noch mit ein paar Problemen wie Server-Abbrüchen. Diese sind zwar schon deutlich weniger als in der Beta-Phase, doch können euch ab und zu hart verdiente Punkte und somit auch Nerven kosten. Sobald diese beseitigt sind, bekommt ihr eine runde Spielerfahrung, die euch einige Stunden fesselt und besonders im Spiel mit Freunden großes Potential zum Dauerbrenner hat.

So werten wir: Die GIGA Wertungsphilosophie

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