Resident Evil 7: Endlich ein Grund zur Panik

Martin Eiser

Capcom stand wegen Resident Evil zuletzt oft in der Kritik. Auf der E3 wurde nun Resident Evil 7 enthüllt, und alle PS4-Besitzer mit PlayStation Plus konnten sich direkt eine kostenlose Demo herunterladen. Was wir darin zu sehen bekommen, unterstreicht, dass die Zeit des Horrors offensichtlich wirklich zurück ist. Capcom will uns das Fürchten lehren.

Resident Evil 7 - Ankündigungstrailer

Resident Evil 7 - E3 2016 - Tape 1 Desolation Trailer.

Resident Evil gilt als Mitbegründer des Survival-Horrors. In diesen Spielen sollen wir uns nicht einfach nur erschrecken oder gruseln, sie wollen uns das Fürchten lehren. Es ist ein Genre, bei dem wir nie genügend Munition haben und selbst einfachste Waffen nur selten zu finden sind. Oft sind es die kleinen Geheimnisse am Wegesrand, die uns langsam in der Geschichte voranbringen. Statt blanker Gewalt wird die nackte Angst zu unserem ständigen Begleiter. Wir sind nicht permanent auf der Flucht, aber können gelegentlich getrieben werden. Survival-Horror kann ganz unterschiedlich funktionieren, aber gerade das Tempo und der Ton sind ganz typisch und der Grund, warum sich das Genre so großer Beliebtheit erfreut.

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Mit Resident Evil hat Capcom beim Thema Survival Horror nicht immer ein gutes Händchen bewiesen. Der Hersteller hatte zwar zuletzt versucht, die Serie zu modernisieren, aber mit mehr Action schien alles nur noch schlimmer zu werden. Immer öfter stand die Frage im Raum, was die Reihe denn im Kern überhaupt ausmachen würde, weil den Spielern etwas zu fehlen schien. Zur E3 wagte sich Capcom endlich mit etwas Neuem aus der Deckung. Nach über vier Jahren Pause soll im Januar 2017 ein neues Hauptspiel in der alterwürdigen Serie erscheinen. Das Gute: Resident Evil 7 überrascht tatsächlich. Es schlägt eine neue Richtung ein und macht viele Dinge ganz anders. Und trotzdem gibt es viele Parallelen zum Original.

Resident-Evil-7-Trailer

Die Demo, die aktuell für PS-Plus-Mitglieder kostenfrei zum Download zur Verfügung steht, trägt den Namen „Beginning Hour“ und ist unabhängig von Resident Evil 7 zu betrachten. Der Inhalt wird nämlich in dieser Form nicht im eigentlichen Spiel auftauchen, sondern dient lediglich einer Demonstration des Stils, der uns erwartet. In der Demo wachen wir  in einem düsteren Haus auf und versuchen, daraus zu entkommen. Wir steuern den Charakter dabei aus der Ego-Perspektive – eine erste ganz konkrete Änderung gegenüber den bisherigen Spielen. Aus dieser Sicht sind wir näher am Geschehen, enger verbunden mit dem Charakter und damit dicht dran an der Angst.

Eben jene Angst, die Furcht vor etwas Unbeschreiblichem und Widerwärtigem, das ist genau der Horror, den Capcom wieder zurückholen wollte. Und verdammt, es scheint dem Entwicklerteam wirklich gelungen zu sein. Als ich in diesem Haus aufgewacht bin, hatte ich so viel Schiss, dass ich am liebsten meine Taschenlampe ausgemacht hätte, um in einer Ecke auf das Ende zu warten. Jeder Schritt war ein Kampf gegen die eigene Angst. Alles, was ich in diesem Haus vorgefunden habe, schien meine Fantasie nur zu noch grausamen Vorstellungen zu beflügeln. Das ging so weit, dass mir gedanklich bereits der Gestank der Küche in die Nase kroch, in der alles schimmelte und verweste. Ich wollte so schnell wie möglich aus diesem Haus heraus. Ich wollte kein Geheimnis lüften, ich wollte überleben.

resident-evil-7-demo-alle-enden-freischalten

Natürlich stumpft ihr in der Demo ab, je öfter ihr sie spielt. Die Angst verkriecht sich mit jedem Durchlauf ein kleines bisschen mehr zurück in irgendeine dunkle Ecke. Wenn wir die Muster erkennen, dann ist einfach klar, wann es keinen Grund mehr gibt, sich zu fürchten – ganz egal, wie widerlich und furchteinflößend das Haus bleibt. Bei jedem weiteren Versuch konnte ich mich vermehrt den Details der Demo widmen, den kleinen Geheimnissen und versteckten Hinweisen. Dazu gehört beispielsweise die Leiter zum Dachboden, für die wir eine Sicherung brauchen. Und dann wäre da noch dieses Foto von einem Hubschrauber mit Umbrella-Logo. Es gibt sogar eine Axt als Waffe, die wir finden können, wenn wir besonders aufmerksam sind. Nichts davon scheint zwar den finalen Ausgang der Demo wirklich beeinflussen zu können, aber es machte deutlich, wie viele Informationen in so einer kurzen Demo stecken können.

Und genau deswegen erinnerte mich die Demo für Resident Evil 7 an die P.T.-Demo für Silent Hills. Sicherlich ist die Horror-Reihe von Capcom etwas näher auf dem Boden der Tatsachen, während Konami seiner Serie einst viel Raum für übernatürliche Elemente gegeben hatte. Trotzdem gibt es Ähnlichkeiten im Stil der beiden Demos. Je länger wir uns mit ihnen beschäftigen, desto mehr entlocken wir der Darstellung. Beide Demos legen den Fokus auf Horror und Angst statt auf Action. Und genau wie im aktuellen Fall von Capcom, war P.T. mehr ein Ausblick auf den Stil und weniger auf den tatsächlichen Inhalt des in Entwicklung befindlichen Spiels. Spielerisch haben die Resident-Evil-Macher sehr wahrscheinlich nichts abgekupfert. Die Idee für eine solche Form der Demo könnte allerdings wirklich von Kojima kommen.

Resident Evil 7 - Demo: Die Geheimnisse und versteckten Orte*

Die Aufgabe der Demo war es, uns den Kern des neuen Spiels zu demonstrieren – die Angst, der Horror und die Erkundung der Umgebung. Das ist wirklich eindrucksvoll gelungen. Typisch für Resident Evil sind allerdings auch Rätsel, Kämpfe und der Umgang mit Ressourcen. Das spielte fast gar keine Rolle und war höchstens in Ansätzen vorhanden. Es gab ein paar seichte Kombinationsaufgaben und ganz nebenbei wurde uns unter anderem das neue Inventar präsentiert. Leider fehlten sämtliche kämpferischen Auseinandersetzungen. Im eigentlichen Spiel werden die sicherlich dabei sein; doch nach der heftigen und auch berechtigten Kritik an Resident Evil 6 wollte Capcom offensichtlicht erstmal zeigen, dass man nicht verlernt hat, wofür der Horror in Survival-Horror steht.

Was im Nachgang ebenfalls bekannt wurde: Resident Evil 7 kommt ohne Quick-Time-Events aus, und auch die beliebten Kräuter sollen ihr Comeback erhalten. Außerdem wird das Spiel komplett mit PlayStation VR spielbar sein. Mit Resident Evil 7 will Capcom ein neues Kapitel aufschlagen – und ich kann es kaum erwarten. Das Spiel, was da am 24. Januar 2017 für PS4, Xbox One und PC erscheinen soll, macht mir wirklich Angst und könnte allein deswegen richtig richtig gut werden.

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