Resident Evil - Revelations Test: Endlich wieder gruseln

Robin Schweiger 9

Capcom liefert mit großem Abstand die bisherige Grafikreferenz auf dem Nintendo 3DS. Selbst vor Spielen auf der Playstation Vita muss sich „Revelations“ nicht verstecken. Nintendos Handheld hat leider immer mal wieder Probleme, mit dieser Grafikpracht mitzuhalten: In den wenigen Szenen, in denen sich mehr als drei Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm tummeln, geht die Framerate merklich in die Knie. Zudem müsst ihr an bestimmten Türen und Aufzügen im Schiff immer mal wieder 5 bis 10 Sekunden stehen bleiben, während die Performance des Spiels komplett in die Knie geht und das nächste Areal geladen wird. Bei solch einer Grafikpracht sind diese Kompromisse aber durchaus zu verzeihen.

Der Sound macht dagegen einen zwiegespaltenen Eindruck. Während die hervorragende Geräuschkulisse allein schon für den ein oder anderen Schockmoment sorgen kann, hören sich die Waffen sehr dumpf an. Der orchestrale Soundtrack weiß dagegen zu beeindrucken und die englische Sprachausgabe ist gerade für einen Resident Evil-Titel überraschend gut. Zum ersten Mal überhaupt bietet „Revelations“ alternativ auch eine deutsche Vertonung, die jedoch unter einer schlechten Übersetzung und ihren kaum motivierten Sprechern zu leiden hat. Da ist es lobenswert, dass ihr im Hauptmenü die Sprache der Untertitel und der Stimmen getrennt voneinander einstellen könnt.

Nachdem sich oft darüber beschwert wurde, dass die Kampagne von „Resident Evil 5“ in erster Linie auf zwei Spieler ausgelegt war, hat „Revelations“ stattdessen einen seperaten Koop-Modus spendiert bekommen. Dort kämpft ihr euch mit einem Partner durch extra für diesen Modus konstruierte Level, die auf dem Einzelspielerabenteuer basieren, jedoch an vielen Punkten überarbeitet wurden. So wirkt der Mehrspielermodus nicht wie eine schnell zusammengeschraubte Zugabe, sondern fast schon wie ein eigenständiges Spiel. Mit eurem Partner müsst ihr die meist nur einige Minuten kurzen Level so schnell und effizient wie möglich schaffen, wofür es dann wiederum Erfahrungspunkte gibt. Mit denen könnt ihr dann neue Charaktere, Waffen und Upgrades freischalten. Zusätzlich zu den zehn Stunden im Einzelspielermodus wartet hier also ein richtig dickes Unterhaltungspaket auf euch. Da ihr im zweiten Spieldurchlauf alle Items behaltet und es für das erneute Durchspielen wiederum neue Boni gibt, bietet „Revelations“ zudem noch ordentlich Wiederspielwert.

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Abschließend noch ein paar Worte zum „Circle Pad Pro“-Addon: Dank der zweiten Analogscheibe und den beiden zusätzlichen Schultertasten, steuert sich das Spiel wie ein handelsüblicher Third-Person-Shooter. Zwar habt ihr euren Charakter auch ohne diesen Zusatz jederzeit gut unter Kontrolle, nachdem ich jedoch einige Stunden damit gespielt habe, wollte ich es nicht mehr missen. Für einen Aufpreis von 10 Euro ist es ganz klar zu empfehlen.


Fazit

„Resident Evil - Revelations“ ist eine faustdicke Überraschung. Capcom mischt die Actionelemente aus Teil 4 und Teil 5 mit der gruseligen Atmosphäre des ersten Teils und bietet eine für Resident Evil-Verhältnisse überraschend unterhaltsame Geschichte, die zudem auch noch einen Bogen zu Resident Evil 6 schlägt. Es ist jedoch schade, dass wir immer wieder das stark an den ersten Teil erinnernde Schiff verlassen und uns stattdessen irgendwo in Europa durch Monsterhorden ballern müssen. Zwar spielen sich auch diese Sektionen flott und machen Spaß, jedoch wird man dafür immer wieder aus der mühevoll aufgebauten, dichten Atmosphäre hinausgerissen.

Wirklich Neues wird euch hier zwar nicht geboten, dafür bekommt ihr aber die besten Elemente der Reihe als durchweg unterhaltsames Paket präsentiert. Wenn Capcom den mit „Revelations“ beschrittenen Weg zu Ende geht, darf man zuversichtlich sein, dass mit „Resident Evil 6“ sowohl Horror- als auch Actionfans zufrieden sein werden.

85%

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