Ridge Racer Unbounded Test

Thomas Goik 3

Und ihr dachtet Need for Speed wäre eine ausgelatschte Rennspielreihe: Ridge Racer rast seit 1993 über die Bildschirme der Arcades und Heimkonsolen, seitdem sind über 25 Ableger der Reihe erschienen. Gerade in den letzten Jahren waren die alle nur so mittel- bis gar nicht gut, verständlich also, dass Namco eine Frischzellenkur geordert hat. Die Finnen von Bugbear Entertainment durften ran und haben Teile ihres eigenen Flatout-Franchise im neuen Unbounded verbaut. Von Ridge Racer blieb da zwar nicht mehr viel übrig, aber was soll’s.

Ridge Racer Unbounded Test

Ridge Racer Unbounded startet mit einer stilisierten Cutscene, in der uns Shatter Bay und die Unbounded Gang vorgestellt werden. Das sind voll die Rebellen, die sich mit schnellen Karren und rücksichtslosen Stunts gegen die Unterdrückung wehren. Oder so. Das ist nämlich alles ziemlich egal, die „Story“ wird nach dieser Einführungssequenz kaum noch aufgegriffen.

Ridge Racer Unbounded - Drive, Destroy, Dominate.

Danach geht’s sofort ans Eingemachte: Entweder wir rasen durch alle Events von Shatter Bay und „dominieren“ die Stadt Distrikt für Distrikt, gewinnen also jedes Rennen. Oder wir wagen uns daran, in der ganzen Welt Gewinne einzufahren. Letzteres geschieht auf Strecken, die von anderen Spielern gebaut wurden – ob im Online-Multiplayer oder allein gegen die CPU. Der Strecken-Editor bietet uns relativ umfangreiche Möglichkeiten zur Realisierung unseres Traum-Tracks: Quadrat für Quadrat basteln wir die Piste zusammen, hier eine Kurve, da ein Tunnel und dann eine Auffahrt zum Highway.

Im fortgeschrittenen Modus platzieren wir Rampen, explosives Zeug und andere Hindernisse. Ein Budget limitiert uns dabei. Dieser kreative Teil von Ridge Racer Unbounded macht Laune, vor allem, wenn man mit Freunden über die aberwitzigen Eigenkreationen brettert. Wir hätten uns aber gewünscht, noch längere Strecken erstellen zu dürfen.
In Shatter Bay, also dem Einzelspieler-Modus, erwarten uns zahlreiche, nicht großartig miteinander verbundene Rennevents. Im Dominieren-Modus müssen wir schlichtweg als Erster über die Ziellinie fahren, können und sollten dabei aber möglichst ruppig vorgehen, also unsere Kontrahenten gegen Banden drücken und mit eingeschaltetem Boost auseinander nehmen. Der füllt sich auf, sobald wir genug gedriftet sind – und siehe da, es gibt doch noch einen Teil des guten alten Ridge Racers in Unbounded. Die Dominieren-Events werdet ihr mit Abstand am häufigsten absolvieren müssen, sie bilden den Kern der Unbounded-Erfahrung.

In Shindo-Rennen machen wir dann fast das Gleiche, nur dass unser Boost nicht ganz so destruktive Auswirkungen hat, der Fokus liegt also auf einem guten Fahrstil denn auf zerstörerischer Wut. Das nimmt Unbounded allerdings auch das Alleinstellungsmerkmal, entsprechend gewöhnlich spielen sich die Shindo-Einlagen. Krachiger geht’s da schon in den kurzen Frag-Races zu, in denen wir gegen die Zeit so viele Kontrahenten wie möglich demolieren müssen. Teilweise sogar unter bestimmten Bedingungen, etwa mit einem riesigen Truck gegen eine Horde Polizisten.

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