Rise of the Tomb Raider in VR: In der Haut von Lara Croft

Lisa Fleischer 6

Als einer der ersten Blockbuster erscheint im Oktober Rise of the Tomb Raider für die PS4 mit VR-Unterstützung. Auf der gamescom habe ich mir die ersten Minuten des neuen Story-Modus „Blutsbande“ in virtueller Realität angeschaut. Ob meine Eindrücke vergleichbar mit der „normalen“ Spielerfahrung sind oder ob auch der neue Tomb-Raider-Modus wie andere VR-Titel eher Demo-Charakter hat, lest ihr in diesem Beitrag.

Mit dem Release von PlayStation VR taucht ihr ab Oktober endlich für verhältnismäßig bezahlbare Preise selbst in die virtuelle Realität ab. Und auch die Macher großer Serien scheinen an der neuen Technologie endlich Blut geleckt zu haben. Mit Rise of the Tomb Raider für VR habe ich mir einen der ersten AAA-Titel angeschaut, die auf der VR-Zug mit aufspringen. In dem Modus, der auch ohne VR-Brille spielbar sein wird, erkundet ihr als Lara Croft das Croft Manor, Laras altes Zuhause, das inzwischen jedoch nicht mehr wirklich wohnlich eingerichtet ist. Überall sprießen Pflanzen aus dem Boden, Kronleuchter schwanken bedenklich, Fenster und Boden haben schon bessere Zeiten gesehen.

Rise of the Tomb Raider - 20 Year Celebration Trailer.

Mit den Augen von Lara – oder doch nicht?

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5 Dinge, die ihr über Tomb Raider noch nicht wusstet

Setzt ihr eure VR-Brille auf, fällt als erstes der Perspektiven-Wechsel auf. Spielt ihr in den klassischen Titeln der Tomb-Raider-Serie schon immer in der Third-Person-Perspektive, wechselt ihr in der virtuellen Realität in Laras eigene Sicht. Nicht länger schaut ihr also einer Abenteurerin bei ihrem Treiben über die Schulter, sondern werdet selbst zum Abenteurer. Zumindest in der Theorie: Da der Modus Blutsbande leider recht wenig mit eigentlichen Tomb-Raider-Gameplay zu tun hat, sondern mehr Adventure als Action-Spiel ist, kam bei mir nie so richtig das Gefühl auf, in der Haut von Lara zu stecken.

Zeitweise war die Erfahrung vergleichbar mit anderen VR-Spielen von kleineren Studios, die sogar fast mehr Kreativität bei dem Einsatz der neuen Möglichkeiten bewiesen haben. So schaut ihr euch bei der Tomb-Raider-VR-Version von Blutsbande verschiedene Artefakte an, sucht nach Schlüsseln oder versteckten Wegen. Spielerisch hat mich das Spiel, zumindest in der kurzen Demo, doch eher wenig gefordert; über das reine Erkunden des Areals ging es vorerst nicht heraus. Zu hoffen bleibt, dass in der finalen Version noch weitere Aufgaben hinzukommen, sonst läuft das Spiel Gefahr, zu eintönig und somit recht schnell langweilig zu werden.

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Die Atmosphäre macht’s

Was mich stark beeindruckt hat war die tolle Grafik der VR-Version von Tomb Raider. Die Beleuchtung wirkt fantastisch, das Setting sehr realistisch wie im regulären Spiel. Auch wenn ich mich streckenweise zwar nicht wie Lara Croft selbst gefühlt habe, konnte ich dadurch endlich mal persönlich durch mein liebstes Abenteurer-Setting streifen. Und das, ohne einen Fuß in gefährliches Terrain zu setzen. In diesem Zuge ebenfalls lobenswert ist PlayStation VR an sich. Trotz geringerem Preis muss sich die Sony-Brille nicht hinter der Konkurrenz HTC Vive und Oculus verstecken. Besonders das Umschauen und Betrachten hat erstaunlich gut und flüssig funktioniert.

In der ehemals prachtvollen Villa, in der Lara aufgewachsen ist, begebt ihr euch auf die Spuren der Abenteurerin. Dabei lauscht ihr immer wieder Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit. Im neuen Story-Mode werden euch vor allem Hintergrund-Informationen zur eigentlichen Kampagne von Rise of the Tomb Raider gegeben. Ihr erinnert euch vielleicht noch daran, dass Lara im Hauptspiel immer mal wieder an ihre Schulter gefasst hat? In Blutsbande wird erklärt, dass sie mit dieser schon seit der Kindheit Probleme hat, nachdem sie von einer Treppe in der Bibliothek gestürzt war. Darum lohnt sich die neue Kampagne vor allem für euch, wenn ihr schon Spaß mit dem eigentlichen Spiel hattet.

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Inhalte der 20th-Year-Celebration-Edition

  • Story-Modus „Blutsbande“ (VR-Kompatibilität exklusiv für die PlayStation 4)
  • Zombie-Modus „Laras Albtraum“
  • Online-Koop-Erweiterung für den Ausdauermodus (nur PS4 und PC)
  • Outfit und Waffe aus Tomb Raider 3, besonderes Karten-Pack mit fünf klassischen Lara-Modellen
  • Option „Ultimativer Überlebender“ hebt Schwierigkeitsgrad an und entfernt alle Checkpoints
  • Release: 11. Oktober 2016
  • Alle neuen Inhalte, abgesehen vom VR-Modus sind für Season-Pass-Inhaber am PC und der Xbox One ebenfalls kostenlos

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Mehr Demo als Tomb Raider

Blutsbande ist, wie die meisten aktuellen VR-Titel, nicht mit einem vollwertigen Spielerlebnis zu vergleichen. Das Gameplay ist auf Dauer noch zu eintönig, außerdem endet Blutsbande nach circa ein bis zwei Stunden. Solltet ihr euch aber sowieso die 20th-Year-Celebration-Edition holen und ihr bald schon PlayStation VR euer Eigen nennen könnt, ist die VR-Version von Rise of the Tomb Raider: Blutsbande sicher keine Zeitverschwendung, sondern ein schönes, wenn auch kleines Spiel, das beweist, wie gut Sonys VR-Brille technisch funktionieren kann.

Rise of the Tomb Raider erscheint am 11. Oktober 2016 erstmals für PlayStation 4. Bisher war das Spiel nur für Xbox One und PC zu haben. Enthalten sind in der Day-One-Edition alle bisher erschienen Download-Inhalte sowie der neue Zusatzinhalt Blutsbande, der exklusiv für PlayStation VR in virtueller Realität umsetzt wurde.

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Wie gut kennst du Tomb Raider? (Quiz)

In wenigen Tagen wird Rise of the Tomb Raider veröffentlicht und um euer Wissen rund um Lara Croft noch einmal aufzufrischen oder der ganzen Welt zu beweisen, was für ein großer Fan ihr seid, haben wir hier ein Quiz für euch. Viel Erfolg!

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