Rise of the Tomb Raider Preview: Besser als der Vorgänger?

Cliff Amador 15

Rise of the Tomb Raider schickt Lara Croft noch dieses Jahr auf die Xbox One zurück. Auf einem Microsoft-Event in London, konnten wir ein paar Stunden in das neue Abenteuer der Archäologin investieren, um zu prüfen, ob der zweite Teil der Reboot-Reihe von Crystal Dynamics bereits erste Verschleißerscheinungen zeigt.

Rise of the Tomb Raider: Das neue Gameplay-Video kommt ohne Geballer aus.

Mit Tomb Raider ist den Verantwortlichen von Crystal Dynamics zwar kein Kassenschlager im traditionellen Sinne gelungen, doch konnten die Entwickler beweisen, dass die ikonische Archäologin noch immer ihre Daseinsberechtigung hat.

Rise of the Tomb Raider: Preview

Nein, es war eigentlich Lara selbst, die sich durch ihre Hartnäckigkeit auf einer Insel voller Wahnsinniger behauptet hat und mit ihren vielen Verlusten und Narben ihren Platz in der Current-Gen erkämpfen konnte. Sicher war das Reboot nicht ganz frei von Makeln und sorgte mit seinen Logikfehlern und offensichtlichen Abkupfereien anderer erfolgreicher Marken für gelegentliches Kopfschütteln, doch hat mich jede Schramme mitzucken lassen und erfüllte es mein Herz mit Freude, als ich mich gemeinsam mit Lara bis zum letzten Tempel Yamatais durchgeschlagen habe.

Als Rise of the Tomb Raider im vergangenen Jahr mit einem Cinematic-Trailer exklusiv für die Xbox One vorgestellt wurde, war ich schon angetan von der Idee, dass Lara, geplagt von den Ereignissen auf Yamatai, nach Erlösung sucht und scheinbar kurz davor ist, ihre Metamorphose zur Revolver-Frau zu vollziehen. Irgendwie konnten mich diverse Gameplay-Trailer der vergangenen Zeit aber nicht so richtig für das nächste Abenteuer begeistern.

 

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5 Dinge, die ihr über Tomb Raider noch nicht wusstet

Abwechslung bei den Schauplätzen

In Rise of the Tomb Raider verschlägt es uns nämlich ins kalte Sibirien, was uns mit Sicherheit wieder vor großen Gefahren stellt, aber optisch nichts Neues verspricht. Wieder das gleiche verschneite Setting, wieder die olle Spitzhacke, wieder das rechtzeitige Drücken der X-Taste damit ich mir den Anblick brutaler Todesszenen erspare. Jedenfalls dachte ich so, bis ich in London zum ersten Mal selbst Hand an Rise of the Tomb Raider legen durfte.

Dabei liefern die ersten Minuten im Spiel eigentlich keinen Grund zur Annahme, dass sich großartig was am Konzept getan hat. Mit Lara und Expeditions-Kollege Jonah verschlägt es uns direkt auf eine gefährliche Klettermission. Wenn ich zwar zugeben muss, dass mich die Location aufgrund meiner überdimensionalen Erwartungshaltung kalt lässt (Wortspiel beabsichtigt), kann ich einfach nicht anders, als mich von der dargebotenen Action einfangen zu lassen. Auf dem Weg zur Spitze des Berges erwarten mich Schneestürme, Lavinen und nervenaufreibende Sprung- und Kletterpassagen, alles so gut in Szene gesetzt, dass ich oft nicht anders kann, als lauthals Geräusche von mir zu geben.

Zu meiner Überraschung führt mich das Spiel wenig später in ein Wüstengebiet. Nach einer heftigen Zwischensequenz findet sich Lara vor dem Eingang eines Tempels wieder, den wir natürlich ohne groß zu überlegen betreten. Vorsichtig erforsche ich meine Umgebung und finde neben einem Relikt antike Münzen, die ich - wie auch schon im Vorgänger - gegen neue Fähigkeiten eintauschen kann. Ich stoße immer wieder auf altgriechische Schriften, die von einer längst vergessenen Zeit berichten, kann aber nicht alles entziffern, weil Laras Sprachkenntnisse begrenzt sind. Ein interessantes, wenn auch skurriles Feature. Damit unsere Heldin wirklich alle Schriften übersetzen kann, muss sie entweder Schriften lesen, die sie bereits einigermaßen versteht oder sich Wandmalereien anschauen. Bei Letzteren wirkt es schon unfreiwillig komisch, wenn sie einen Level im Sprach-Skill aufsteigt und dann so einen Spruch wie „Ah, jetzt verstehe ich!“ raushaut.

Archäologin sein ist ein knochenharter Job

Damit die Suche nach verborgenen Schätzen nicht zum Spaziergang verkommt, haben die Entwickler überall tödliche Fallen versteckt, die euer Reaktionsvermögen auf die Probe stellen. Hier kommt Laras schicke Knarre ins Spiel: Tritt man versehentlich auf den Auslöser einer Falle, schnellt schon einmal eine katapultähnliche Vorrichtung von der Decke, die ihr mithilfe eines präzisen Schusses ausschalten müsst, bevor ihr zur Wanddeko verarbeitet werdet. Richtiges Tomb Raider-Feeling kommt wieder bei den Rätseln auf. Noch im selben Tempel erwartet mich eines dieser klassichen Wasserpegel-Rätsel: Schwimm zur anderen Seite, lass mehr Wasser rein, spring auf die Plattform und der Weg ist frei. Nicht unbedingt die innovativste Denkaufgabe, aber in der Vollversion kann da ja noch Einiges auf uns zukommen.

Nach einer Aneinanderreihung dramatischer Ereignisse schickt uns die Story erneut ins frostige Sibirien, wo Lara von ihrem Begleiter aufgrund der stürmischen Wetterlage getrennt wurde. Sie ist jetzt auf sich allein gestellt und muss sich, angekommen im Wald, mit Müh und Not ein Lager aufbauen. Ihr ahnt es vielleicht bereits: Die Lagerfeuer sind zurück, um euch nicht nur als Anlaufstelle für innere Monologe zu dienen, sondern auch Upgrades für euch bereit zu halten. Kurz darauf packt Lara wieder Pfeil und Bogen aus, um ihr Abendessen zu jagen. Orientierungs-Noobs wie mir werden per Knopfdruck wieder die Ziele angezeigt - alles beim Alten soweit.

Beim Auskunftschaften der Gegend treffe ich dann auf ein paar fiese Typen, die von mir vermöbelt werden wollen. Mit meinem tollen Bogen könnte ich mich natürlich direkt ins Getümmel stürzen, weil ich aber immer schon Ninja werden wollte, entscheide ich mich für den leisen Weg. Schleichen soll in Rise of the Tomb Raider eine noch größere Rolle als im Vorgänger spielen und es bleibt einem stets die Option offen, direkt oder im Hinterhalt anzugreifen. Irgendwann stehen euch auch Giftpfeile zur Verfügung, was dem Ganzen noch einmal mehr den Stealth-Stempel aufdrückt. Man macht aber nichts falsch, wenn man erst die gefährlichsten Gegner ausschaltet, um sich kurz darauf, wie ein Elefant im Porzellanladen zu verhalten.

Rise of the Tomb Raider in der Preview: Das könnte was werden!

Ja, den vielen Schnee kann ich nicht mehr sehen und in den ersten Stunden mit der Überlebenskämpferin fallen mir vielleicht ein paar alte Features zu viel auf, dennoch gab es in meiner Anspiel-Session einige Überraschungen zu sehen. Erst einmal das Offensichtliche vorweg: Rise of the Tomb Raider sieht optisch verdammt nochmal gut aus und weiß sich in den zwei unterschiedlichen Orten, die ich sehen durfte, dank wunderschöner Panoramen und Licht- und Schatteneffekten bestens zu präsentieren.

Tomb Raider: Die Evolution der Lara Croft

Fast glücklicher gestimmt hat mich, dass sich die Schreiber von Rise of the Tomb Raider dieses Mal mehr Mühe bei der Handlung gegeben haben. Die meisten Ereignisse der ersten Stunden darf ich aufgrund des strengen Embargos leider nicht verraten, es sei jedoch gesagt, dass man sich dieses Mal auf die Charaktere fokussiert hat. Die Zwischensequenzen sind interessanter geworden und Lara Croft scheint nicht mehr die einzige Figur mit einem funktionierenden Gehirn zu sein. Vielleicht wird Rise of the Tomb Raider ja tatsächlich eine gelungene Fortsetzung des Vorgängers.

Rise of the Tomb Raider erscheint am 13. November zeitexklusiv für die Xbox One und Ende 2016 für die PlayStation 4.

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Wie gut kennst du Tomb Raider? (Quiz)

In wenigen Tagen wird Rise of the Tomb Raider veröffentlicht und um euer Wissen rund um Lara Croft noch einmal aufzufrischen oder der ganzen Welt zu beweisen, was für ein großer Fan ihr seid, haben wir hier ein Quiz für euch. Viel Erfolg!

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