Sekiro - Shadows Die Twice: 5 Gründe, warum es kein typisches Souls-Spiel ist

Christopher Bahner

Sekiro: Shadows Die Twice hat seine ganz eigene Identität. Genau wie Bloodborne nimmt es sich die Souls-Mechanik nur als Rahmen, um darin aber sein ganz eigenes Spielgefühl zu zeichnen. Dieses führt dich in das feudale Japan und Gründe dafür, warum es sich zwar wie ein Souls-Spiel anfühlt, aber doch ganz anders ist, nenne ich dir im Folgenden.

Kurz vor Release von Sekiro: Shadows Die Twice am 22. März durfte ich bei einem Anspiel-Event in London schon einmal gut eine Stunde mit dem heiß ersehnten nächsten Spiel von From Software (Souls-Reihe, Bloodborne) verbringen und verschiedene Regionen erkunden. Umgeben von Kirschblüten-Bäumen und Klängen japanischer Instrumente habe ich mich mit Sekiro (zu deutsch: Einarmiger Wolf) in das Zeitalter der Sengoku-Zeit gestürzt. Dies war eine kriegsreiche Zeit im Japan des 15. und 16. Jahrhunderts. Und dies führt uns direkt zum ersten Grund, warum Sekiro: Shadows Die Twice etwas ganz eigenes wird: Die Handlung.

So viel aktives Storytelling wie nie zuvor

Sekiro ist sehr japanisch und wenn du dich mit Geschichten im feudalen Japan oder Spielen wie Nioh nicht anfreunden kannst, dann solltet du dem Spiel trotzdem eine Chance geben! Die Geschichte spielt einen sehr wichtigen Part im Spielverlauf. Zwar gibt es auch nach wie vor viele Mysterien und Dinge, die du dir anhand von Item-Beschreibungen zusammenreimen kannst, allerdings wird die Hauptgeschichte in Zwischensequenzen vorangetrieben und erstmals spricht dein Held sogar mit eigener Stimme. Es gibt auch keine Charaktererstellung.

Du startest mit dem Wolf ins Spiel, wie deine Spielfigur genannt wird. Seinen linken Arm hat ihm ein Samurai abgetrennt und zu allem Übel wird auch noch der göttliche Erbe entführt, ein kleiner Junge, der dem Wolf auf seinem Weg begleitet. Im Spielverlauf gilt es dabei unter anderem, ihn zu retten.

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In Sekiro spielt aktives Storytelling also eine zentrale Rolle. Du bist kein namenlose, untote Seele mehr, die durch mysteriöse Welten wandelt, sondern hast eine klare Motivation auf deiner Reise. Mit dem Wolf triffst du auch auf zahlreiche NPCs, denen du aktiv Fragen stellen kannst.

Aber keine Sorge: Noch immer gibt es mysteriöse NPCs, die in Rätseln sprechen und viele Charaktere, deren Motivation du erst im Laufe ergründen musst.

Vertikalität: Springen und schwingen

„Oh mein Gott, es gibt eine Sprungtaste?!“ Mit diesem Gedanken musste ich mich zu Beginn erst anfreunden. Klar, in den Souls-Spielen und Bloodborne konnte man auch springen, allerdings nur einen kleinen Satz heraus aus dem Sprint. In Sekiro hingegen hüpfst du herum wie Mario in seinen besten Zeiten.

In den ersten Spielminuten ist es mir daher auch oft passiert, dass ich zu weit gesprungen bin und einmal sogar in einer Schlucht den Tod gefunden habe, da die Sprungweite enorm ist. Es gibt sogar einen Wandsprung, bei dem du dich nochmal von einem Objekt abstoßen kannst, um noch höher zu springen.

Noch mehr verstärkt wird die Mobilität des Wolfs durch den Greifhaken. Wie oft ich diesen einsetzen kann, hat mich ebenfalls überrascht. Du kannst dich damit so ziemlich auf jeden Baum oder jedes Gebäude schwingen, um den Patrouillen der Feinde zu entgehen. Dies kann sich auch insofern als praktisch erweisen, als dass du so schnell Gegnergruppen überspringen kannst, um schnell den nächsten Versuch beim Boss zu wagen.

Der aufmerksame Einsatz des Greifhakens kann dir zudem das Leben retten. Schubst dich ein Gegner etwa einen Abgrund herunter, kannst du dich durch schnellen Einsatz des Greifhakens eventuell noch auf einen nahen Ast retten.

Schleichen verschafft euch große Vorteile

Stealth spielt in Sekiro eine große Rolle. Zwar kannst du jede Situation im Spiel auch frontal angehen und als geübter Kämpfer ist jedes Duell zu schaffen, allerdings ermutigt dich das Spiel dazu schleichend vorzugehen. Einige Spielelemente, die dies begünstigen, sind:

  • Hohes Gras ermöglicht euch in verschiedenen Bereichen unentdeckt vorzurücken.
  • Du kannst dich an Wände pressen und um Ecken spähen.
  • Schleichst du dich unentdeckt an Feinde heran, kannst du sie belauschen und erhältst eventuell nützliche Informationen zu versteckten Passagen oder unbewachten Bereichen.
  • Feinde lassen sich von hinten oder von oben aus dem Sprung heraus mit einem Schlag ausschalten, wenn du schleichst.

Es gibt zudem einen Indikator samt Richtungsanzeige, der dir verrät, von wo ein Feind dich gerade sehen kann. Scheichen ist also eine nützliche Fähigkeit, um dir die Dinge im Spiel zu erleichtern und so manches Geheimnis zu entdecken.

Der folgende Trailer gibt euch einen Vorgeschmack auf die Handlung von Sekiro - Shadows Die Twice:

Sekiro - Shadows Die Twice: Vorschau auf die Story.

Armprothese als Waffe und Werkzeug

Ob es außer dem Katana als Hauptwaffe noch eine andere geben wird, lässt sich derzeit zwar nur vermuten, allerdings hast du mit deiner austauschbaren Armprothese ein nützliches Werkzeug als Zweitwaffe dabei.

Im Spielverlauf lassen sich nämlich verschiedene Aufsätze für diese finden, von denen du bis zu drei gleichzeitig ausrüsten kannst, um zwischen ihnen zu wechseln. Je nach Spielsituation und Gegner bieten sich dabei andere Armprothesen an.

Du kannst etwa Wurfsterne (Shuriken) mit der Prothese verschießen oder einen kleinen Flammenwerfer montieren. Für Feinde mit Schild wiederum lässt sich eine ausklappbare Axt ausrüsten, die das Schild mit einem Schlag zerstören kann. Die richtige Armprothese in der richtigen Situation einzusetzen, wird also für den Erfolg im Spielverlauf maßgeblich sein.

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Es gibt keinen Ausdauerbalken mehr

Einer der größten Unterschiede ist wohl auch das Fehlen eines Ausdauerbalkens. Du kannst also so viele Angriffe nacheinander ausführen, wie du möchtest, ohne müde zu werden. Blindes Einprügeln auf den Feind führt allerdings auch in Sekiro nie zum Erfolg.

Du und auch deine Feinde haben unter ihrem Lebensbalken jetzt eine Anzeige für die „Haltung“. Diese beginnt sich von der Mitte aus nach links und rechts an auszubreiten, wenn du auf Feinde einschlägst oder Angriffe parierst. Ist der Balken des Feindes dann gefüllt, kannst du eine verheerende Attacke ausführen, die in der Regel die meisten Gegner tötet. Bei stärkeren Feinden oder gar Bossen musst du diesen Balken mehrmals füllen und verheerende Attacken landen, um sie endgültig zu besiegen.

Genauso können Feinde dies mit dir machen, wenn du zu unachtsam bist und dein Haltungsbalken voll wird. Zusätzlich erschwert wird die Sache dadurch, dass der Balken wieder abnimmt, wenn du dich im Kampf zurückziehst. Du musst also ständig Druck ausüben, damit dies nicht passiert.

Sind die Kämpfe in Sekiro also schwieriger als in den Souls-Spielen? Mein Eindruck war, dass das Kampfgefühl wohl am ehesten mit Bloodborne zu vergleichen ist, wobei die Duelle sich teilweise noch kniffliger und schneller spielen. Der Anspruch ist also wie gewohnt sehr hoch. Besonders fies: Nach einem Tod verlierst du die Hälfte deiner Erfahrungspunkte für immer! Du kannst also nicht zu dem Ort deines Todes zurücklaufen und dir deine XP (Pendant zu Seelen) wiederholen. Es gibt allerdings auch Skills wie Wiederauferstehung oder sporadisch einen Gnade-Effekt, der den XP-Verlust manchmal verhindert.

So funktioniert die Level-Mechanik: Seelen sammelst du in Sekiro nicht. Stattdessen belohnen dich Siege über Feinde mit Erfahrungspunkten, die deinen Level-Balken füllen. Ist er voll, steigst du eine Stufe auf und bekommst Skill-Punkte. Diese kannst du wiederum zum Erlernen von Schwerttechniken oder zum Verbessern deiner Samurai-Fähigkeiten verwenden. Es gibt allem Anschein nach zudem mit Vitalität und Angriffskraft nur noch zwei Attribute, die über einen Zahlenwert im Spiel angezeigt werden.

Souls-Spielgefühl bleibt dennoch erhalten

Wenn du jetzt aufgrund der vielen Unterschiede das alte Souls-Feeling vermisst, kann ich dich beruhigen. Von Spielbeginn an waren für mich nach wie vor unzählige Gemeinsamkeiten zu entdecken, die mich direkt in den gewohnten Souls-Flow verfielen ließen.

Sowohl Kameraführung, Charakteranimationen als auch Menüführung sind nach wie vor unverkennbar. Das Leveldesign ist nach wie vor verwinkelt und in jeder Ecke gibt es versteckte Items zu entdecken, deren Effekt du erst anhand der Gegenstandsbeschreibungen herausfinden musst.

Die Leuchtfeuer werden durch blau leuchtende Skulpturen ersetzt, der Effekt bleibt aber derselbe. Ruhst du dich an ihnen aus, werden deine Lebensenergie und Vorräte aufgefüllt und auch die Schnellreise zwischen entdeckten Orten ist hier möglich.

Ebenso gibt es einen Tempel, der als Basis dient. Hier versammeln sich allerhand NPCs, die euch mit ihren teilweisen kryptischen Dialogen wieder einmal Rätsel aufgeben. Besonders gut hat mir hier ein unsterblicher Samurai gefallen, der als Trainingspartner dient. In Kämpfen mit ihm kannst du neue Skills ausprobieren, wobei er nach einem Tod immer wieder aufsteht.

Die Zeichen stehen gut, dass uns mit Sekiro: Shadows Die Twice ein weiterer Hit aus dem Hause From Software erwartet, der hoffentlich genauso eigene Akzente setzen kann, wie es Bloodborne seinerzeit tat. Am 22. März werden wir es herausfinden, denn dann erscheint voraussichtlich das Samurai-Abenteuer für PC, PS4 und Xbox One.

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