SoulCalibur VI Test: Der Kampf um Soul Edge startet erneut

Franziska Behner

In wenigen Tagen erscheint SoulCalibur VI und wartet mit jeder Menge Prügel-Action darauf, von dir gespielt zu werden. Ich verrate dir heute, ob du wieder zum Schwert greifen solltest und welche Neuerungen der sechste Teil mit sich bringt.

Vor sechs Jahren habe ich noch in meinem Kinderzimmer gesessen und für den Umzug in die erste, eigene Wohnung gepackt, als mich meine PlayStation 3 immer wieder zu sich rief. SoulCalibur V wartete schließlich damals darauf, gemeistert zu werden. Heute, im Oktober 2018, sitze ich in meinen eigenen vier Wänden und kann es kaum erwarten, tiefer in das Abenteuer einzutauchen. Und genau das kann ich jetzt in ungeahntem Ausmaß!

Wirf hier einen ersten Blick ins Spiel:

Soul Calibur 6 - Feature Trailer.

Das Schwert des Bösen

SoulCalibur VI bietet zwei verschiedene Spielmodi, die sich um die Story drehen sowie die Möglichkeit allein oder gegen Freunde in einem Versus-Mode anzutreten. Bevor du dich in den großen Wettbewerb gegen deine Clique begibst empfiehlt es sich, einen Blick auf die Geschichte zu werfen: Wie auch schon in den letzten Teilen dreht sich alles um das legendäre Soul Edge, das nicht in die falschen Hände gelangen darf. Die bösen Mächte in diesem Schwert bringen ihren Träger dazu, schlimme Dinge zu tun. Das Schicksal der Welt ruht also wieder auf deinen Schultern.

Wirf bereits jetzt einen Blick auf die Kämpferliste in SoulCalibur VI

Mehr von der Story möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen, denn in Chronik der Seelen kannst du sie innerhalb von zwei Stunden selbst mit Kilik erleben. Die Dialoge sind inhaltlich manchmal etwas schwach, aber immerhin vertont. Und zwischen den Visual Novel-Look-a-like-Sequenzen gibt es immer wieder animierte Cutscenes. Kaum ist der letzte Kampf geschafft, läuft auch schon der Abspann. Das war’s?

Keine Zeit, den kompletten Test zu lesen? Ganz unten findest du eine Zusammenfassung samt unserer Wertung. In diesem Test findest du einige Spoiler zur Story und den Charakteren. Vor diesen Stellen gibt es noch eine gesonderte Warnung. Die Wertung ist aber Spoiler-frei geschrieben.

Direkt nach dem Plot ist noch lange nicht Schluss. Die Geschichte um Kilik und seine Erfahrungen mit dem Soul Edge bilden den Rahmen der vielen Storylines, die es ab jetzt zu entdecken gilt. Jede Figur in SoulCalibur VI taucht an einer Stelle in dem Grundgerüst der Story auf. Damit du nicht durcheinander kommst, wer wann dazu stößt, ist der Storystrang eines jeden Einzelnen auf einem Zeitstrahl eingezeichnet.

Alte und neue Charaktere

Wenn du dir das Bild genauer ansiehst, wirst du einen eher untypischen Charakter des Franchises entdecken: Den Witcher! Gerald von Riva wird Teil der Geschichte und ist ebenfalls in die Erzählungen rund um das Schwert voller böser Magie verstrickt. Neben dem weißhaarigen Exoten gibt es jede Menge bekannte Charaktere. Die Peitsche schwingende Ivy tritt gegen Talim an, die nichts von ihrem zarten Wesen verloren hat. Mitsurugi schwingt weiterhin das Schwert und auch Inferno heizt seinen Gegnern so richtig ein. Jeder Charakter verfügt nach wie vor über einen eigenen Kampfstil, dessen Beherrschung über Sieg und Niederlage entscheiden. Generell lässt sich allerdings sagen, dass SoulCalibur VI vom Schwierigkeitsgrad nicht unbedingt überfordernd ist. Die einfachen Kombos sind schnell erlernt und mit wiederholtem Drücken der Dreieckstaste (PlayStation) lässt sich hier und da schon ein erstes Kunststück vollziehen.

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Richtig taktisch wird es, wenn du auch von der Blocken-Taste Gebrauch machst. Die meisten gegnerischen Angriffe lassen sich im richtigen Moment mit dem Schwert, beziehungsweise der gewählten Waffe, blockieren. Eine Spezialattacke, die über die Schultertasten ausgelöst wird, sollte im Übrigen möglichst treffen, sonst ist der dazugehörige Aktionsbalken trotzdem geleert und der Gegner kommt noch einmal mit dem Schrecken davon. Ganz besonders spannend sind die Momente in Zeitlupe, die jederzeit über einen einzigen Knopfdruck ausgelöst werden können. Beide Charaktere werden beim Umkehr-Klingen-Clash in eine rote Aura gehüllt, die eine Sekunde ewig vorkommen lässt.

Die verschiedenen Spielvarianten

SoulCalibur lebte schon immer von zwei Dingen: Den hitzigen Gefechten und dem Charakter-Editor! Letzteres nimmt im sechsten Teil der Saga rund um Soul Edge eine besondere Rolle ein: Ab jetzt kannst du deine eigene Geschichte schreiben. Aber auch im Mehrspieler-Modus kann sich SoulCalibur VI sehen lassen. Entweder du spielst mit einem der Hauptcharaktere oder nimmst deine eigene Figur, um deine Freunde (hoffentlich) zu besiegen.

Deine eigene Geschichte

Der Waage der Seelen-Modus wird im Menü als allererstes angezeigt und empfiehlt sich für Neulinge des Genres ganz besonders, da hier außerdem ein Tutorial inkludiert ist. Dieser Modus ist bei den Spielern heiß begehrt, so gab es eine ähnliche Form bereits in einem der vorherigen Teile. Hier erstellst du dir zunächst einen Charakter im Editor, den du später noch verändern kannst.

Dieser Modus spielt ebenfalls im Universum von Soul Edge, parallel zur Story der Hauptcharaktere. Du bist der Held oder die Heldin, dessen Seele sich mit dem Astralchaos verbindet. Ungewollt in den Kampf um das Schwert hineingezogen und von einer Dunklen Kraft eingeholt, begibst du dich auf die Reise über die Karte. Hier stehen dir neben Item-Läden auch Kasernen zur Verfügung, in denen du Söldner anheuern kannst, die schwierige Kämpfe für dich übernehmen. Verlieren sie, musst du allerdings trotzdem an die Front und den Kontrahenten zu Boden zwingen.

Wirf hier bereits einen Blick in die Liste der Kämpfer und überlege dir, mit wem du zuerst spielen möchtest:

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Soul Calibur 6: Charaktere und Kämpferliste.

Guter oder böser Charakter?

Das Besondere ist hier die Astralwaage, die den Gemütszustand der eigenen Figur anzeigt. Während der Story, die über die gesamte Karte verläuft, triffst du immer wieder Charaktere aus der Hauptgeschichte oder auch ganz andere Gestalten, die dich zum Handeln zwingen. Die meisten Auseinandersetzungen lassen sich mit einer Waffe regeln, manchmal ist es aber auch von Nöten, eine Entscheidung zu treffen und die „richtigen“ Antworten zu geben. Je nachdem, ob du dich für eine sanfte oder eher bösartige Seite entscheidest, verändert sich auch die Waage. Und damit ändern sich ebenso die Geschehnisse in der Story. Mit einer negativen Gesinnung schalten sich neue Wege und Geschichten frei, umgekehrt ebenfalls. Das erhöht den Wiederspielwert dieses Modus enorm. Dazu kommt, dass mehrere Speicherslots frei sind und du dich somit immer wieder neu in das Abenteuer begeben darfst. Abseits der Hauptstory lässt sich die Karte ebenfalls auf eigene Faust erkunden, das kostet allerdings einiges an zuvor erworbenem Gold. Außerdem kann es passieren, dass die Reise von Kriegern unterbrochen wird und ein zusätzliches Match ansteht.

Für die Kämpfe kannst du dich neben dem Anheuern von Söldnern und deren Ausstattung auch mit erworbenen Waffen und Snacks vorbereiten. Letzteres erhöht für den darauffolgenden Kampf beispielsweise die Regeneration der Gesundheit oder gibt dir einen anderen hilfreichen Boost.

Außergewöhnliche Grafikelemente

Grafisch weiß SoulCalibur VI zu beeindrucken, so passen die elf Stages hervorragend zu den einzelnen Charakteren und sind dynamisch gestaltet. Hier und da geht etwas kaputt, das Gras weht im Wind und das Feuer lodert. Besonders schön sind die Artworks, sowohl in den Visual Novel-Zwischensequenzen, als auch beim Auswählen der Charaktere. Deswegen gibt es hier kurz ein gezeichnetes Bild der entsprechenden Kämpfer zu sehen, bevor sie sich in ihre 3D-Version verwandeln.

Die Charaktere der Story sind alle gut ausgearbeitet und auf den Artworks und Headshots meist noch um ein Vielfaches schöner als in ihrer bewegten Form. Das trifft leider nicht auf den eigenen Charakter im Waage der Seelen-Modus zu. Hier ist die ständig angezeigte Mini-Version des Kopfes nach wie vor etwas unscharf und ausgefranzt. Das ist schade, denn im Kampf fügt sich alles wunderbar zusammen und passt gut zu den anderen Personen.

Mein Test-Fazit zu SoulCalibur VI:

Der Fokus auf die Geschichte im Singleplayer gefällt mir besonders gut. Während es im Versus-Mode lediglich um die Kämpfe gegen Freunde geht, bietet SoulCalibur 6 eine Menge Möglichkeiten, die Story aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben. Außerdem gibt es den von Fans heiß ersehnten Modus, in dem ich meinen eigenen Charakter zum Helden machen kann. Wie cool ist das?

Die Mischung aus den unterschiedlichen Grafikstilen ist außergewöhnlich und hat einen hohen Wiederkennungswert. Ich war fast froh, dass bei den animierten Zwischensequenzen scheinbar ein wenig gespart wurde, denn so gab es stattdessen einige Bildfolgen im Anime-Aquarell-Zeichenstil und viele Standbilder. Gestört haben sie mich nicht, da zumindest die meisten Emotionen in der Story über Gesichtsanpassungen der Portraits sichtbar wurden. Die Sprachausgabe und Musik waren bereits in der Vorschau super – daran hat sich nichts geändert. Nur schade ist es, dass ich im Waage der Seelen-Modus keine Vertonung der (zugegebenermaßen gefühlt unendlichen) Gespräche bekommen habe und mein Charakter optisch neben den anderen in den Sequenzen ein wenig wie zweite Klasse wirkte.

Wird dir gefallen, wenn du bereits die Vorgänger mochtest und gern in die Tiefen der Story eintauchst.

Wird dir nicht gefallen, wenn du keine Nerven für lange Erzählungen und Dialogsequenzen hast.

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