Marvel's Spider-Man: Die erste offene Welt, die mich zum Spielen animiert

Lisa Fleischer

Marvel’s Spider-Man bietet dir von Anfang an eine frei begehbare Welt. Trotzdem verlierst du an keinem Punkt den roten Faden – und genau deshalb hat mich die offene Welt des Spiels als eine der ersten bis zum Schluss motivieren können.

Marvel’s Spider-Man ist vielleicht das erste Spiel von Sony zum Superhelden, schon zuvor gab es aber so einige Teile. Wir fassen die wichtigsten zusammen:

Die Geschichte von Spider-Man.

Eigentlich lasse ich Spiele aus Prinzip links liegen, haben sie eine offene Welt. Zu oft schon waren Nebenquests keine sinnvollen Beschäftigungen, die mit dem Hauptspiel in Verbindung standen, sondern uninspirierte Beschäftigungstherapien, die das Spiel nur unnötig in die Länge ziehen. Selbst wenn solche Spiele eine grandiose Geschichte boten, wurde sie durch die zahlreichen Möglichkeiten, die es unterwegs zu erfüllen galt, verwässert.

Dazu kommt, dass die meisten Open-World-Spiele, darunter vor allem Assassin’s Creed-Teile, so viele Nebenmissionen bieten, dass du schnell den Überblick verlierst. Ich als alter Completionist war davon so überfordert, dass ich meist schon nach kurzer Zeit frustriert das Spiel abbrach, einfach weil kein Land mehr in Sicht war. Davon geprägt, war ich auch bei der Ankündigung von Spider-Man eher skeptisch. Schließlich wartete auch hier eine offene Welt mit zahlreichen Nebenbeschäftigungen auf mich – würde mich das Spiel auch so überfordern wie andere Genre-Vertreter?

So hat Marvel's Spider-Man bei uns im Test abgeschnitten

Gute Gliederung ist die halbe Miete

Als ich Spider-Man dann zum ersten Mal ausprobierte, war ich hin und weg: Trotz offener Welt wird Spider-Man jederzeit von einem roten Faden durchzogen – ob du ihm folgen willst oder ihn erst einmal hinter dir lässt, um frei zu erkunden, ist dir überlassen. Die Hauptquest ist dabei stets präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen – willst du zu ihr zurückkehren, ist sie im Menü stets gut zu finden.

Außerdem sind die ganzen Nebenaufgaben, die es in Spider-Man zu entdecken gibt, zwar zahlreich, sie kommen aber erst nach und nach ins Spiel. Während du Anfangs lediglich dazu aufgefordert wirst, Rucksäcke zu sammeln, werden Schritt für Schritt neue Aufgaben hinzugefügt, bis du letzten Endes die Geschichte abschließt und damit auch die komplette Karte aufgedeckt wird. Diese Ausflüge werden zudem sinnvoll begründet und in die Story eingegliedert.

Und: Von Anfang an wird kommuniziert, wie oft du welchen Questtyp durchlaufen musst. 55 Rucksäcke sind in der Stadt versteckt, Black Cat hat ganze zwölf Überwachungsstationen für dich hinterlassen. Hast du alle Bereiche der überschaubaren Map freigeschaltet, lässt sich also ganz einfach abschätzen, wie viele Nebenaufgaben und -quests noch auf dich warten. Das macht sie absehbar – und nimmt bei mir gleich etwas Druck raus.

Bist du Spider-Man ähnlich? Oder passt ein ganz andere Marvel-Superheld viel besser zu dir? Finde es in unserem Quiz heraus.

Nimm dir so viel Zeit wie du willst

Die meisten Nebenquests benötigen nicht allzu viel Zeit: Rucksäcke und Fotos von Sehenswürdigkeiten kannst du locker auf der Reise zur nächsten Station in der Handlung einsammeln, Gegnerstützpunkte einzunehmen kann zwar auch mal etwas länger dauern, dafür profitierst du später aber von der gewonnenen Kampferfahrung. Hinzu kommt, dass zwar die Freischaltung, aber nicht der Abschluss der Nebenquest zeitlich festgelegt ist. Selbst, wenn du die Hauptstory schon längst durchgespielt hast, warten immer noch alle Nebenquests auf dich – theoretisch kannst du dich sogar erst um die Geschichte kümmern und dann alle Nebenbeschäftigungen angehen, ohne dass dir dabei etwas verloren geht.

Vielleicht ist das nicht realistisch – Fisks Truppen sind selbst dann noch im Spiel, wenn Fisk selbst schon längst im Gefängnis versauert. Dafür lässt sich Spider-Man aber wesentlich entspannter spielen als andere Open-World-Titel. Und das Zurückkehren in die Welt lohnt sich trotz Singleplayer-Erfahrung auch nach dem Durchspielen noch – nicht nur, um wirklich alle Beschäftigungen in Spider-Man abzuschließen, sondern bald auch, um das New Game+ auszuprobieren, das vor kurzem angekündigt wurde.

Für faule Gamer ist Spider-Man übrigens auch perfekt

Belohnungen regen zum Weiterspielen an

Umsonst machst du die Nebenquests in Spider-Man übrigens auch nicht: Immer bekommst du zumindest ein paar Erfahrungspunkte, außerdem erhältst du bestimmte Token, die du wiederum zum Herstellen neuer Gadgets und Anzüge benötigst. Und so köderte mich Spider-Man dann letzten Endes auch ganz subtil, wirklich alle Nebenquests zu verfolgen: Schließlich wollte ich, dass mein Alter Ego bestens ausgestattet ist, zieht er in den Kampf gegen das Böse.

Wie du dir dein Spielerlebnis einteilst, wann du welche Nebenquest machst und in welcher Reihenfolge du sie abklapperst, ist also vollkommen dir überlassen – und genau das sollte eine offene Welt doch im Optimalfall bieten. Und trotzdem behältst du zu jedem Zeitpunkt den Überblick, weißt genau, was von dir erwartet wird und fühlst dich nie überfordert. Von der offenen Welt in Spider-Man können Genre-Vertreter wie Assassin’s Creed gerne eine Scheibe abschneiden.

Spider-Man bot dir nicht immer eine offene Welt, sondern gehörte auch schon ganz anderen Genres an. Wie sich die Spiele im Verlauf der Zeit entwickelt haben, fassen wir dir in folgendem Artikel zusammen.

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Spider-Man ist am 7. September 2018 exklusiv für die PlayStation 4 erschienen. Wie hast du die offene Welt in dem Superhelden-Abenteuer erlebt? Wie weit bist du schon im Spielverlauf vorangeschritten? War sie auch für dich eine Offenbarung oder bist du mit dem Aufbau von Assassin’s Creed und Co. voll und ganz zufrieden? Schreibe uns deine Meinung doch in die Kommentare.

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