Marvel's Spider-Man in der Vorschau: So viel mehr als nur Spidey

Lisa Fleischer

Die Zeit des klassischen Superhelden, der immer wieder seine große Liebe rettet, ist vorbei. Das beweist auch das Spiel Marvel’s Spider-Man, das nicht nur den Superhelden Spider-Man, sondern auch den Menschen Peter Parker in den Fokus stellt – neben anderen spielbaren Charakteren. Worum es in Marvel’s Spider-Man gehen wird, zeigt dir der neue Story-Trailer.

Marvel's Spider-Man – Story-Trailer.

Es ist nicht so, dass Entwickler Insomniac Games die bisherige Geschichte von Spider-Man neu schreiben möchte – Spider-Man als Teenager lassen sie völlig unberührt und natürlich basiert der Charakter immer noch auf den gleichen Grundlagen wie der Comic: Seine engste Bezugsperson ist Tante May, mit Mary Jane Watson führt er eine On-Off-Beziehung und sein Sinn für Humor darf auch nicht fehlen.

Inzwischen ist Spider-Man alias Peter Parker aber nicht mehr in der Schule, sondern hat mit 23 Jahren seinen ersten Job als Hilfswissenschaftler. Auf seinem Weg als Spider-Man hat er sich einige Freunde gemacht, er ist also längst nicht mehr ganz alleine unterwegs – dafür hat er auch umso mehr Feinde, die ihm an den Kragen wollen. Wir haben die ersten Stunden von Marvel’s Spider-Man im Rahmen eines Preview-Events angespielt und konnten mit Creative Director Bryan Intihar sprechen. Er erzählte uns, dass Marvel’s Spider-Man eine Coming-Off-Age-Geschichte erzählt, der Fokus liegt also auf der Entwicklung der einzelnen Charaktere anstatt nur auf den Kämpfen.
So krass haben sich übrigens Spider-Man und Co. im Laufe der Jahre verändert:

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13 Film-Superhelden, die sich im Laufe der Zeit krass verändert haben

Mehr Peter Parker als Spider-Man

Um das gleich klarzustellen: Natürlich bekommst du nach wie vor all die spektakulären Szenen aus den Trailern geboten, in denen sich Spider-Man waghalsig an Hochhäusern entlanghangelt oder Gegner mit seinen Netzen in den Wahnsinn treibt. Und auch der ausgeklügelte Skill-Baum, der sich in Netz-Fähigkeiten, Anzugspezifikationen und weiteren Aktionen teilt, lässt sich im Spiel finden. Nach all der Werbung für diese Mechaniken war das aber zu erwarten.

Was mich vielmehr überrascht hat, ist, dass Marvel’s Spider-Man so viel mehr ist als gute Action-Unterhaltung. So spielst du Spider-Man auch dann noch, legt er seinen Anzug ab. Dann ist er der Nerd Peter Parker, der dank seiner ausgeprägten technischen Kenntnisse schon mit 23 eine Assistenz-Stelle bei einem renommierten Wissenschaftler besetzt. Mit ihm erklimmst du natürlich keine Wolkenkratzer, wie jeden Menschen beschäftigen auch Parker ganz normale Probleme: Er kümmert sich um seine gealterte Tante May, weiß nicht so recht, über was er mit seiner Ex-Freundin Mary Jane sprechen soll und muss Probleme auf der Arbeit aus dem Weg räumen.

Letzteres haben die Entwickler von Insomniac Games in Anfangs noch recht leicht zu verstehenden Rätseln umgesetzt. Funktioniert ein Gerät auf Arbeit nicht richtig, versuchst du als Peter Parker, Schaltkreise neu anzuordnen, außerdem kannst du Proben analysieren, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Solche Rätsel ziehen sich übrigens durchs ganze Spiel: Auch als Spider-Man findest du an manchen Stellen wissenschaftliche Rätsel, musst beispielsweise die Frequenz von Sicherheitsvorrichtungen neu einstellen.

Selbst ist die Frau

Peter Parker beziehungsweise Spider-Man bleibt aber nicht der einzige spielbare Charakter. On-Off-Freundin Mary Jane ist endlich nicht mehr die passive Schönheit, die zahlreiche Male vom starken Spider-Man gerettet werden muss. Natürlich hat sie zumindest am Anfang keine Superkräfte – was darüber hinaus mit ihr passiert, erfahren wir erst zum Release. Solche übernatürlichen Kräfte braucht sie meiner Meinung nach aber auch gar nicht, hat sie doch ihren scharfen Verstand.

Im Spiel ist sie Investigativ-Reporterin, die nicht davor zurückschreckt, sich auch einmal die Hände schmutzig zu machen. Mit ihr suchst du nach Beweisen wie mit keiner Zweiten: Dank ihrer filigranen Art schleicht sie sich an Gegnern einfach vorbei, im Rätsel lösen steht sie Peter Parker nicht nach. Außerdem ist sie im Kampf als Meuchelmörderin gut zu gebrauchen. Bei all diesen Fähigkeiten bin ich am Schluss noch nicht einmal böse, als sie letzten Endes doch von Spider-Man gerettet werden muss, weil der Kampf eskaliert.

Trotz guter Charaktere fehlt der Zusammenhang

Trotzdem bin ich während der anspielbaren Stunden mit der Geschichte nicht wirklich warm geworden – auch wenn mich die einzelnen Charaktere voll und ganz überzeugt haben. Ziemlich viel ist passiert – ich habe einen Boss besiegt, die Truppe eines anderen kennengelernt, zahlreiche Verbündete besucht und mich am Schluss mit Mary Jane versöhnt und trotzdem hat mich nichts davon überrascht. Im Grunde ist die Geschichte also immer noch dieselbe: Mache die Bösen platt, beschütze die Guten und bete deine Geliebte an.

Was noch nicht ist, kann ja aber noch werden – schließlich habe ich bislang nur einen Bruchteil von Marvel’s Spider-Man angespielt. Und selbst wenn der rote Faden letzten Endes in der Geschichte fehlt – zumindest im Gameplay ist er vorhanden. Denn obwohl dir das Spiel eine offene Welt bietet, kannst du theoretisch einfach nur die Hauptgeschichte spielen und die Nebenquests liegen lassen. Allerdings könnte das einen Einfluss auf die Welt haben – verpasst du es, Mitmenschen zu helfen, hat die Allgemeinheit ein immer schlechteres Bild von dir.

Ausgeklügeltes Gameplay trifft auf fortschrittliche Charaktere

Während ältere Spider-Man-Spiele noch stark auf das Gameplay fokussiert waren und Story-Elemente nicht so prominent präsentiert wurden, bringt Insomniac Games ruhigere Passagen und zahlreiche Cutscenes mit ins Spiel – ohne darüber jedoch ein ausgefeiltes Gameplay zu vergessen. Das durch die Stadt Schwingen macht Spaß, die Kämpfe sind anspruchsvoll und es gibt zahlreiche Combos, die du deine Gegner spüren lassen kannst und die sich zu jederzeit stimmig anfühlen. Das Aufwerten deines Anzugs und der Skill-Baum sind komplex, überfordern aber zumindest am Anfang noch nicht.

Was Spider-Man kann, erschließt sich fast von selbst. Interessant ist doch: Wenn du ein Superheld wärst, welche Fähigkeit hättest du? Mache den Test!

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Insgesamt also ein vielversprechendes Spider-Man-Spiel, das die erfolgreiche Spiele-Geschichte des Franchises fortführen könnte, dabei aber nicht vergisst, innovativ zu sein und aktuelle Bezüge miteinzubeziehen. Marvel’s Spider-Man erscheint am 7. September exklusiv für die PlayStation 4. Was erhoffst du dir vom neuen Spider-Man-Spiel? Bist du mit der aktuellen Entwicklung zufrieden oder hast du dir das Spiel ganz anders vorgestellt?

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