Spider-Man: Ich bin ein fauler Gamer – und ich stehe dazu

Lisa Fleischer 1

Wenn heutzutage Spiele erscheinen, dann sind sie meist entweder richtig schwer oder aber kompetitiv ausgerichtet. Dabei will ich beim Spielen doch nur Spaß haben. Zum Glück gibt es jetzt Spider-Man – endlich steht der Spielspaß wieder im Vordergrund.

Mit diesem spektakulären Release-Trailer wurde Marvel’s Spider-Man veröffentlicht:

Marvel's Spider-Man - Launch-Trailer.

Ich gebe es zu: Wenn ich zocke, dann möchte ich mich auf meine Couch fläzen, den ganzen Alltagsstress vergessen und etwas erleben. Sei es eine Geschichte voller Action oder ein emotionales Adventure: Ich will in Welten eintauchen, die mit meinem Alltag nur wenig zu tun haben. Und ich möchte Figuren spielen, die absolut nichts mit mir zu tun haben, stärker sind und viel mehr aushalten als ich. Und trotzdem will ich mich mit ihnen identifizieren können.

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Spider-Man: Die Geschichte der Videospiele zum Superhelden

Was so simpel klingt, finde ich in letzter Zeit kaum noch in Spielen. Immer öfter geht es darum, Verlieren zu lernen, Demut vor dem Spiel zu zeigen, am Spiel zu wachsen und selbst besser zu werden. Egal ob in Souls-likes oder in kompetitiven Multiplayer-Schlachten: Immer öfter übernehme ich die Kontrolle über Figuren, deren Können zu Beginn stark beschränkt ist und die ich erst mit zahlreichen investierten Spielstunden besser machen muss – ohne Garantie, dass ich dadurch wirklich fortschreite oder auf der Rangliste nach oben klettere.

Spiele, die sich wie ein Job anfühlen, sind keine Spiele für mich

Dabei begegne ich immer öfter einem Dilemma: Eigentlich möchte ich meine Konsole anschalten, um gedanklich runterzukommen und mich wenigstens für ein paar Stunden vor nicht erledigtem Papierkram, einer viel zu vollen To-do-List und der Arbeit retten zu können. In vielen Spielen begegnen mir aber so viele Aufgaben, dass ich mir fast schon eine extra To-do-Liste fürs Spiel anlegen sollte, um den Überblick zu behalten.

Zahlreiche Quests wollen erledigt werden, ohne die ich nicht fortschreiten kann. Ich soll Gegner besiegen, doch niemand sagt mir, wie das gehen soll. Um weiter zu kommen, wird ein bestimmter Gegenstand benötigt, doch ich kann ihn einfach nicht finden, weil mir das Spiel verdammt noch mal keine Hinweise gibt. Ich soll Grinden, denn der nächste Bossgegner ist einfach so hart, dass ich ohne noch mehr Übung einfach nicht an ihm vorbeikomme. Bin ich mit einer Aufgabe fertig, wartet auch schon der nächste Job auf mich, ich kann mich also gar nicht richtig über meinen Erfolg freuen, sondern muss gleich schon wieder ranklotzen.

Dabei fühle ich mich unwillkürlich an die harsche Leistungsgesellschaft erinnert, der ich mit dem Spiel ja eigentlich entfliehen will – erledige dies und das, du brauchst keine Pause und wenn doch, dann bist du viel zu schwach, du solltest an dir arbeiten! Und das soll mir dann auch noch Spaß machen?

Verstehe mich nicht falsch: Natürlich bin auch ich kein Fan von Spielen, die absolut keine Herausforderung bieten, sondern einfach vor sich hinplätschern. Der Schwierigkeitsgrad darf auch für mich gerne ansteigen – nur sollte er eben immer noch machbar für mich sein, ohne endlos grinden oder üben zu müssen.

Spider-Man: Endlich steht der Spielspaß wieder im Vordergrund

Wenn mich ein Spiel herausfordert und ich mich so richtig anstrengen muss, um eine bestimmte Passage zu meistern, vielleicht sogar einige Male sterbe, bevor ich es schaffe, dann möchte ich zumindest dafür belohnt werden. Ob mit einer langen Cutscene und anschließender Erkundungsphase, einem Rätsel als Kontrastprogramm oder viel Währung, mit der ich mir eine so starke Waffe leisten kann, dass die nächsten Kämpfe wieder einfacher sind, ist mir dabei egal. Hauptsache, es fühlt sich nicht so an, als wäre meine Mühe umsonst, als wäre ich keinen Deut besser geworden und Gegnern hoffnungslos unterlegen. Denn das demotiviert mich, schließlich will ich doch primär Spaß und nicht noch mehr Stress an der Backe haben.

Spider-Man im Test: Selten so viel Spaß gehabt*

Nachdem die Uncharted-Reihe, die mir immer genau das geboten hat, vorerst ja leider nicht mehr fortgesetzt wird, war ich umso überraschter, als ich all das, was ich mir von einem Spiel erhoffe, im neuen Marvel’s Spider-Man gefunden habe. Endlich hat mich ein Spiel mal wieder an die Hand genommen und mir – trotz offener Welt – stets ein neues Ziel vor die Nase gehalten.

Dadurch, dass du stets zwischen Kämpfen, ruhigen Story-Cutscenes, Rätseln, Erkundungsphasen und kleineren Sammelaufgaben wechseln kannst, die Reihenfolge dabei aber kaum vorgegeben wird, hatte ich nie das Gefühl, festzustecken. Das Gameplay ging mir mit etwas Übung locker von der Hand – scheiterte ich mal an einer Nebenquest, warteten immer noch zahlreiche andere, zu denen ich frei wechseln konnte.

Hinzukommt, dass dir von Anfang an prinzipiell alle Werkzeuge und Grund-Skills, die du zum Besiegen aller Gegner benutzen kannst, offen stehen. Natürlich kannst du dich dank Skillbaum stetig verbessern, aber selbst ohne die Upgrades sollte das Spiel machbar sein. Und so fand ich mich dank Spider-Man endlich wieder in einer Welt, in der ich einen Helden übernehmen konnte, der wesentlich mehr kann als ich – und mit dem ich mich dank seiner nerdigen, etwas unbeholfenen, aber immer herzlichen Art trotzdem identifizieren konnte.

Du bist kein fauler Gamer, sondern suchst die ultimative Herausforderung? Diese Spiele sind sogar noch schwerer als Dark Souls!

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Spider-Man erschien am 7. September 2018 exklusiv für die PlayStation 4. Nach dem Ende der Hauptstory ist lange noch nicht Schluss: Drei Erweiterungen sind geplant, die dich noch mehr Abenteuer mit dem sympathischen Superhelden erleben lassen. Wie hast du Spiele am liebsten: Suchst du die ultimative Herausforderung, egal ob gegen NPCs oder gegen andere Spieler oder wünschst auch du dir mehr entspannende Videospiele?

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