Splatoon Test: Gekleckert, nicht geklotzt! (+Video-Review)

Martin Küpper 18

Nintendo bringt zum ersten Mal einen Shooter auf den Markt und verpackt ihn in eine gehörige Portion Spaß und Farbe: Splatoon ist bald für die Wii U erhältlich und ob sich der Kauf lohnt, verraten wir in unserem Test.

Splatoon: Unser Video-Test

Splatoon: Test / Review zum Nintendo-Funshooter.

Wenn Nintendo einen Shooter macht, dann ist im Grunde schon klar, dass uns dabei kein gewöhnlicher Vertreter des Genres ins Haus steht. Schon auf den ersten Blick merken wir: Splatoon ist bunt, charmant und abgedreht und somit schon rein optisch weit vom oft grau-braunen Shooter-Alltag entfernt. Dahinter steckt eine komplett eigene Spielidee, die sich schwer mit anderen Genre-Kollegen vergleichen lässt.

Splatoon: Farbe statt Kugeln

Bei Splatoon schießt ihr nicht mit Kugeln, sondern mit Farbe. Die Spielchararaktere, die sogenannten Inklinge, sind ganz erstaunliche Wesen, die von ihrer humanoiden Form ratzfatz in die Gestalt eines kleinen Tintenfisches wechseln können. So könnt ihr direkt in die eben verschossene Farbe eintauchen und blitzschnell von A nach B schwimmen. Färbt ihr eine Wand mit eurer Farbe ein, könnt ihr senkrecht an ihr hoch gleiten und somit zu sonst unerreichbaren Orten gelangen. Aber Obacht, eure Gegner verschießen ebenfalls Farbe und die verlangsamt euch bei Berührung stark.

Die Farbe ist auch in Kämpfen ein sehr wichtiges Element, das ihr zu eurem Vorteil nutzen solltet. Ihr könnt euch etwa in eurer Farbe verstecken und auf ahnungslose Feinde lauern, die ihr dann im Idealfall überrascht und blitzartig ausschaltet. Aber auch für kurze Verschnaufpausen ist die eigene Farbe Gold wert, da sie euch einen schnellen, sauberen Rückzug aus Gefechten ermöglicht.

Splatoon im Online-Multiplayer: Hurra!

Bei einem solch ungewöhnlichen Ansatz für einen Shooter mag es kaum überraschen, dass auch das Spielziel nicht ganz alltäglich ist. Im Online-Multiplayer, der den Kern des Spiels ausmacht, tritt man immer zu viert gegen vier weitere Spieler an. Der Clou ist, dass es nicht direkt darum geht, das gegnerische Team zu eliminieren. In den Standard-Kämpfen gewinnt am Ende das Team, das den größeren Anteil der Arena mit der eigenen Farbe bedeckt hat. Im Rangkampf geht es hingegen um das Einnehmen und verteidigen einer bestimmten Zone.

Trotzdem kommt es dabei zu aufreibenden Feuergefechten, in denen ihr womöglich schnell ins Gras beißt, wenn ihr nicht aufpasst. Genauso schnell werdet ihr jedoch auch schon wieder zurück ins Spiel geschickt und könnt auf Wunsch über einen Sprung direkt wieder ins rasante Kampf-Geschehen eintauchen - was stark dazu beiträgt, dass Splatoon sehr flott und actionreich bleibt.

Auch die Taktik kommt dabei nicht zu kurz: zu Beginn der Kämpfe habt ihr die Wahl zwischen unterschiedlichen Waffensets, die eure Rolle in der Schlacht deutlich beeinflussen. Da gäbe es etwa Schnellfeuerwaffen, mit denen ihr euch ins Getümmel stürzen könnt, oder Scharfschützen-Gewehre, mit denen ihr euch besser auf Distanz halten solltet. Eine Sonderrolle wird den Rollen zu Teil (höhöhö), denn diese sind reine Nahkampf-Waffen, die sich perfekt dafür eignen, den Boden besonders flott mit der eigenen Farbe zu bedecken.

Splatoon allein oder im lokalen Multiplayer: Joah!

Fast schon als Dreingabe bietet euch das Spiel auch noch eine Kampagne und einen lokalen Mehrspieler-Modus an. Dreingabe, weil der Umfang recht gering ist: Der lokale Multiplayer lässt sich nur in einem Modus und mit einem einzigen Freund bewältigen. Ja, richtig gehört, Splatoon lässt sich lokal nur zu zweit spielen. Der Modus, in dem es primär um das Abschießen von Ballons geht, macht zwar tatsächlich Spaß (auch wenn man das angesichts der Prämisse nicht glauben mag). Dennoch hätten wir uns bei einem Mehrspieler-Titel auch mehr Inhalt und Möglichkeiten für die heimische Couch gewünscht.

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Die Einzelspieler-Kampagne kann hingegen durchaus überzeugen, was vor allem an der Kreativität von Nintendo liegt. Statt einer klassischen Shooter-Kampagne, bewältigt ihr bei Splatoon - neben dem üblichen Abschießen der Feinde - überaus gelungene Geschicklichkeitsaufgaben. In jedem Level erwartet euch eine neue Idee: Schwämme, die ihr mit eurer Farbe tränkt, um sie anschließend als Plattform zu nutzen. Unsichtbare Wege, die ihr nur mit eurer Farbe sichtbar machen könnt. Oder Ventile, die nach Farbbeschuss eine regelrechte Fontäne speien. Man bekommt bei Splatoon stets das Gefühl, dass den Entwicklern die Ideen nicht ausgehen, was die Spielerfahrung über die komplette Zeit frisch halten kann.

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Splatoon: Das ist mein Style!

Die unterschiedlichen Modi des Spiels steuert ihr über eine Hubworld an. Hier findet ihr auch diverse Läden, in denen ihr euer hart verdientes Geld für Klamotten ausgebt. Diese dienen zum einem dem reinen Style-Faktor, sie haben jedoch auch einen nützlichen Effekt: Eure Kleidungsstücke werten eure Statuswerte auf oder haben andere besondere Eigenschaften, die euch in den Farb-Gefechten durchaus nützlich sind. Um den maximalen Effekt zu erzielen, ist es möglich, eure Ausrüstung weiter aufzuleveln.

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Splatoon: Unser Test-Fazit

Ein Shooter der etwas anderen Art: Die Spielidee von Splatoon ist kreativ und frisch, das Spielgefühl - vor allem Online gegen andere Teams - absolut fantastisch. Leider mangelt es Splatoon zum jetzigen Zeitpunkt leider noch etwas an Umfang. Im Online-Modus gibt es nur zwei Spielmodi, im lokalen Mehrspieler-Modus sogar nur einen - das ist einfach zu wenig.

Wenn Nintendo Wort hält und Splatoon in Zukunft weiter mit kostenlosen Updates und neuen Spielmodi versorgt, könnte dem Titel eine rosige Zukunft bevorstehen. Die Grundausstattung für den Erfolg ist jedenfalls da, jetzt muss sie nur noch weiter ausgefüllt werden.

Hinweis: Nach Erscheinen der Updates und neuen Spielmodi werden wir uns Splatoon erneut ansehen und gegebenenfalls die Wertung anpassen.

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