Spyro Reignited Trilogy im Test: Das Feuer brennt weiter

Victor Redman

Spyro ist zurück! In Spyro Reignited Trilogy werden die ersten drei Abenteuer des kleinen Drachen für PlayStation 4 und Xbox One neu aufgelegt. Lohnt es sich, das Feuer der alten Spiele noch einmal zu entfachen? Wir haben es getestet.

 

Krieg ist etwas Schlimm. Es gibt keine Gewinner, nur Verlierer. So lehrt es uns bereits der große Philosoph Bart Simpson. Aber: Es gibt ein paar Ausnahmen, wie zum Beispiel den Krieg der Sterne. Oder auch den Krieg der Konsolen. Der tobte in den Neunzigern und ist vielen Gamern bis heute in Erinnerung geblieben.

Zu den wichtigsten Waffen im großen Konsolen-Krieg zählten natürlich die Maskottchen der jeweiligen Kontrahenten. Schließlich galt es, Nintendos Super-Klempner Mario vom Pixel-Thron zu schubsen. Während Sega den rasenden Igel Sonic ins Rennen schickte, ließ Sony gleich eine ganze Armee von knuffigen Tierchen auf die Gamer dieser Welt los. Die meisten von ihnen sind längst in der Versenkung verschwunden, aber einige haben bis heute ihre Fans, so wie der irre Crash Bandicoot – oder eben Drache Spyro.

Spyro Reignited Trilogy - Launch-Trailer.

Der kleine Drache ist zurück.

Nachdem vor kurzem Crash Bandicoot zurückkehrte, dessen Neuauflage wir damals ebenfalls getestet haben, präsentieren sich in Spyro Reignited Trilogy jetzt die ersten drei Abenteuer des kleinen Feuerspuckers in neuem Gewand. Und das sei schon mal verraten: Die frisch aufgelegten Games funktionieren auch ganz ohne Nostalgie-Brille noch ziemlich gut.

A Dragon lives Forever

Optisch kann es die Reignited Trilogy mit modernen Konkurrenten problemlos aufnehmen. Die knuffige Disney-Pixar-Grafik, in der Spyros Abenteuer stattfinden, passt zum Spiel und wäre auch in einem aktuellen Kinderfilm durchaus sehenswert. Auch die Musik legt gegenüber der Originale eine ordentliche Schippe drauf, Puristen und Nostalgiker können aber auch mit der originalen Musik aus Tagen der ersten PlayStation zocken.

Spyro und seine Freunde sind sympathisch, obwohl einige ihrer Sprüche mit 20 Jahren Abstand eher peinlich als cool wirken. Die ganz harten Neunziger-Sünden spart Spyro sich zum Glück: Im dritten Teil der Reihe gibt es keinen X-treme Spyro mit Iro und Knarren – Gott sei Dank! Trotz seiner großen Klappe ist der Drache ein eher konservativer Plattformer-Held: Die verschiedenen Spielwelten erkundet er wahlweise rennend, springend oder auch gleitend. Gegner können entweder weg gerammt oder – wie es sich für einen Drachen gehört – per Feueratem gegrillt werden.

Auch an der Story versucht sich Spyro an keinen großen Experimenten. Im ersten Teil der Trilogie ist er auf der Suche nach seinen Freunden, die von einem bösen Zauberer in Stein verwandelt wurden. Auch in den beiden folgenden Spielen wird die Erzählung nicht wesentlich komplexer, aber das stört kein bisschen – so wie Mario und Sonic punktet auch Spyro vor allem durch unkomplizierten Spielspaß.

Aller Anfang ist … viel zu einfach

Die ersten Level von Spyro Teil eins fallen selbst für ein „Kinder-Spiel“ lächerlich einfach aus. Die Juwelen, die es im Spielverlauf einzusammeln gilt, liegen wie mit der Schubkarre ausgekippt auf der Straße und die hirnlosen Gegner unternehmen kaum einen Versuch, Spyros Sammelwut zu stoppen. Für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, so etwas wie Baby’s First Video Game zu spielen.

Zum Controller an die Wand klatschen schwierig wird Spyro auch später zu keiner Zeit. Das Gameplay verbessert sich aber bereits im ersten Teil rasant: Die Level werden größer und verwinkelter, die Gegner zahlreicher und fieser, und auch die begehrten Juwelen sind mit dem Verlauf der Zeit immer besser versteckt. Besonders gefielen mir die vertikalen Level, die auf verschiedenen Eben von unten bis oben erforscht werden müssen. So bleibt das teils langwierige Absuchen der Level interessant.

Langeweile kommt in der Welt von Spyro aber nicht auf. Es gibt eigentlich immer etwas zu sehen. Charmante Charaktere, butterweiche Animationen und lauter kleine Details machen die Spiele zu einem Erlebnis. Als ein Gegner beim Anblick von Spyro die Flucht ergriff, um geradewegs gegen die nächste Mauer zu rennen, musste ich erstmal eine kleine Lachpause einlegen.

Alle drei Teile der Spyro-Trilogie haben diesen ganz besonders, leicht durchgeknallten Charme zu bieten. Auch die Spielmechaniken bleiben größtenteils die selben. So richtig perfekt funktioniert die Formel dann im dritten Teil der Reihe. Gerade für Newcomer ohne nostalgische Gefühle bietet sich also ein Spyro-Marathon an, bei dem alle Teile gleichermaßen Beachtung finden.

Spyro Reignited Trilogy – Unser Test-Fazit

Spyro Reignited Trilogy macht vor, wie eine gute Neuauflage aussieht. Grafik und Musik der Reihe wurden liebevoll an den Stand der Technik angepasst, in Sachen Gameplay ist aber so ziemlich alles beim Alten geblieben.

Du liebst die Zeit der ersten PlayStation? Dann erinnerst du dich doch sicherlich gerne an die folgenden 25 Spiele zurück – unser Herz haben sie damals im Sturm erobert.

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So etwas kann schief gehen, in Spyros Fall ist es aber goldrichtig – denn die Spyro-Games waren offensichtlich auch schon vor 20 Jahren gut durchdacht. Das Gameplay ist simpel, macht aber durchaus Spaß. Hinter großen Brüdern wie Mario, Sonic oder Crash muss sich der kleine Spyro also nicht verstecken. Wer früher Spaß an Super Mario 64, Banjo Kazooie und Co. hatte, der wird auch Spyro mögen. Denn der kleine Drache hat Feuer!

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Spyro Reignited Trilogy wird dir gefallen, wenn du die Spiele schon auf der ersten PlayStation gezockt hast und immer noch Spaß an klassischen 3D-Plattformern hast.

Spyro Reignited Trilogy wird dir nicht gefallen, wenn ein Spiel schon mindestens den Schwierigkeitsgrad eines durchschnittlichen Dark Souls haben sollte, um dich hinterm Ofen hervorzulocken.

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