Star Fox Zero schickt Nintendos tierische Raumpiloten nach etlichen Jahren wieder in gewohnt rasante Weltraumschlachten. Ob die Mischung aus bekannten Elementen und einer arbeitsintensiven Steuerung aufgeht, verraten wir euch im Test.

 

Star Fox: Zero

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Star Fox: Zero
Star Fox Zero im Test

Star Fox Zero im Test

Nicht nur die Fliegerstaffel Star Fox erkundet immer neue Wege - auch der Erfolg ihrer Spielserie ist eng an das Erobern neuer Dimensionen geknüpft. Als Starwing 1993 erschien, flogen Nintendo-Fans erstmals durch eine 3D-Umgebung mit echten Polygonen. Vier Jahre später war Lylat Wars das erste Spiel, das uns per Rumble Pack die Action spüren ließ. An diese Highlights der Serie will Nintendo nun mit Star Fox Zero anknüpfen und spendiert uns dafür eine einzigartige Bewegungssteuerung.

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Best of Star Fox

Anstatt die Geschichte rund um Fox McCloud weiterzuerzählen, startet Star Fox Zero das Universum ganz einfach neu. Wie schon bei den ersten beiden Ablegern wird die Welt wieder von dem Wissenschaftler Andross bedroht. Nachdem sein Vater als Führer des alten Teams im Kampf gefallen ist, baut Fox McCloud eine neue Star-Fox-Staffel auf und beschützt mit ihr das Lylat-System. Ihr steuert den Fuchs in seinem Raumgleiter, dem Arwing, durch das All und schießt gegnerische Horden auf eurem Weg zum Endboss ab. Nicht nur hier ist alles beim Alten geblieben. Star Fox Zero wird wie die Vorgänger von den Planeten Corneria und Venom gerahmt und schickt euch dazwischen auf flexiblen Routen durch das All. Dabei sorgen neben den Alternativwegen die wechselnden Gefährte für mehr Abwechslung.

star fox

Zusätzlich zum Arwing sind mit dem Landmaster und dem Gyrowing auch ein Gefährt für Bodenkämpfe und ein filigraneres Flugzeug integriert. Für frischen Wind und noch mehr Variation sorgt die Transformation des Arwings. Per Knopfdruck lässt sich euer Raumgleiter jederzeit zu einem Walker transformieren. Diese laufende Bodentruppe sollte schon vor über zwanzig Jahren in das Universum eingeführt werden, verschwand aber zusammen mit dem nie veröffentlichten Star Fox 2 in der Schublade. Gemeinsam sorgen die verschiedenen Fahrzeuge für ein sehr abwechslungsreiches Spielerlebnis. Der Wechsel zwischen rasanten Arwing-Schlachten und stealth-lastigen Gyrowing-Manövern gelingt nahtlos - nur die verschiedenen Steuerungstypen brauchen etwas Eingewöhnungszeit.

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Das Gyro-Wagnis

Nicht nur die wechselnden Fahrzeuge mit ihren eigenen Knopfbelegungen machen die Steuerung zur Herausforderung. Während ich per Analogstick das Gefährt lenke und die Geschwindigkeit bestimme, zielt mein Laser durch das Kippen des Gamepads. Damit ich hier den Überblick behalten kann, liefern die beiden Bildschirme der Wii U gänzlich unterschiedliche Perspektiven. Der Fernseher zeigt eine Third-Person-Ansicht, die meine Flugrichtung deutlich macht - das Gamepad einen First-Person-Blick in meine Schussrichtung. Diese Kombination ließ viele Redakteure bei den ersten Anspielterminen enttäuscht zurück und sorgte bei vielen Fans für Stirnrunzeln. Wie soll man denn gleichzeitig zwei Bildschirme im Blick haben und beide steuern? Schon bei den letzten Previews wurde aber klar, dass die neuartige Steuerung funktionieren kann - man braucht nur Übung! Der erste Spieldurchlauf dient fast schon als sehr ausgedehntes Tutorial, um die Lenkung wirklich gut in den Griff zu bekommen. Nach etwa fünf Stunden folgen der Arwing und die anderen Fahrzeuge aber ziemlich präzise meinem Willen.

Star Fox Zero

Die Bosskämpfe zeigen zugleich den größten Nutzen und das größte Problem dieser losgekoppelten Steuerung. Einerseits ist das präzise Zielen per Gyrosensor ungemein hilfreich in taktischen Kämpfen. Ich fliege von der Gefahrenquelle weg und kann trotzdem den wunden Punkt des Gegners genau ins Visier nehmen. Mein größter Feind ist aber die sogenannte taktische Ansicht, die mir in einigen Kämpfe aufgezwungen wird. Die Kamera fokussiert den Gegner, sodass er im Mittelpunkt des Geschehens steht und ich ihn jederzeit im Blick habe. Theoretisch eine gute Idee. Wenn wir auf den Gegner blicken, in eine andere Richtung fahren und in eine dritte Richtung schießen, ist es aber fast aussichtslos, den Überblick zu behalten.

Insgesamt überwiegt zum Glück das Gefühl der Kontrolle. Die Steuerung ist zwar komplex, aber erlernbar und nur in wenigen Momenten frustrierend. Wer sich beim Erlernen etwas Zeit lassen möchte, sollte die Missionen nochmals im Multiplayer-Modus besuchen. Hier teilen sich zwei Spieler die Steuerung eines Arwings und der dazugehörigen Waffe auf. Stimmt hier die Absprache, sind so taktisch höchst spannende Manöver möglich. Zugleich lernt man durch die Konzentration auf eine Hälfte der Lenkung viel präziser mit den Fahrzeugen umzugehen.

Nach fünf Stunden Spielzeit sehe ich zum ersten Mal den Abspann, stehe dann aber noch lange nicht vorm Ende meines Abenteuers. Wie bereits in Lylat Wars gibt es zahlreiche Wege durch die Galaxie und erst nach einigen Spieldurchläufen habe ich jeden Planeten gesehen - und selbst dann bleiben noch Herausforderungen übrig. Jedes Level bietet mehrere Medaillen oder auch die schlichte Highscorejagd. Sogar die Amiibo-Einbindung sorgt in diesem Fall für neuen Spielspaß. Anstatt nur Items freizuschalten, liefern die Figuren von Fox und Falco neue Arwing-Modelle mit speziellen Eigenschaften. Während Foxs Polygon-Retro-Arwing keine Ziele fokussieren kann, bietet Falcos Black Arwing stärkere Waffen und ein schwächeres Schild. So funktionieren beide nicht nur als toller Fan-Service, sondern auch als indirekte, neue Schwierigkeitslevel.

Mein Test-Fazit zu Star Fox Zero

In Star Fox Zero fühlt sich alles bekannt an und doch ganz anders. Nintendo und Platinum Games haben sich fröhlich der erfolgreichen Elemente der Serie bedient und so das Spielgefühl von Lylat Wars eingefangen. Gerade die Bewegungssteuerung sorgt aber dafür, dass sich Fox McClouds neustes Abenteuer dennoch deutlich anders spielt. So gut und abwechslungsreich Star Fox Zero sein mag, hängt die Einstellung zum Spiel von eben dieser Steuerung ab. Geht ihr die notwendige Einarbeitungszeit aber als Herausforderung und nicht als Ärgernis an, steht euch ein großartiges Wii-U-Spiel offen. Die Innovation braucht in diesem Fall einfach etwas Einsatz vom Spieler. Star Fox Zero bietet uns hier eine Spielerfahrung, die zwar ungewohnt, aber so nur auf der Wii U möglich ist. Im Grund ist es genau das, was die Spieler seit dem Release der Konsole forderten. Sind wir schließlich Herr oder Frau der Lage, fesseln die Luftkämpfe und Bodenpassagen genauso wie vor zwanzig Jahren.

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