Angespielt: Star Trek Bridge Crew ist eine der bislang besten VR-Erfahrungen

Alexander Gehlsdorf

Ich konnte mich auf der Brücke eines Föderationsraumschiffes austoben und verrate Dir, ob Star Trek Bridge Crew wirklich die erhoffte Offenbarung für Trekkies ist.

Star Trek: Bridge Crew VR - E3 2016 - Reveal-Trailer.

Star Trek Bridge Crew verspricht, den Traum eines jeden Fans der Serie wahr zu machen und auf der Brücke der Enterprise zu dienen. Obendrein wird das gesamte Spiel in Virtual Reality präsentiert, um die unendlichen Weiten des Weltraums wahrhaftig werden zu lassen. Ich schnappe mir ein VR-Headset und stelle mich zusammen mit drei anderen Mitspielern dem legendären Kobayashi-Maru-Test.

Allerdings befinde ich mich dabei nicht an Bord der USS Enterprise. Stattdessen übernehme ich als Ingenieur die Kontrolle über die Energiesysteme der USS Aegis. Das Schiff stammt aus der alternativen Zeitlinie, die mit dem Reboot-Film im Jahr 2009 eingeführt wurde. Dementsprechend modern ist die Optik der Kontrollelemente. Jeder, der schon einmal ein iPad oder Smartphone in den Händen gehalten hat, wird sich schnell zurechtfinden. Dank Oculus Touch Controller kann ich intuitiv im virtuellen Raum interagieren, meine Schaltflächen bedienen und meinen Crew-Mitgliedern Handzeichen geben. Zudem wird der Voice-Chat stets so angepasst, dass die Wortmeldungen meiner Kollegen aus der Richtung ihrer Charaktere im Spiel kommen – egal ob sich mein Mitspieler in Wahrheit hinter mir, im Nebenzimmer oder in einer völlig anderen Stadt befindet. Das sorgt für zusätzliche Immersion.

STBC_Aegis_TopCrew

Neben dem Ingenieur gibt es noch drei weitere Positionen, die ausgefüllt werden möchten: Allen voran natürlich der Captain, der das Kommando über die aktuelle Mission innehat und im Spielverlauf den anderen Spielern Befehle gibt. So zum Beispiel dem Steuermann, der für die korrekte Navigation des Raumschiffs zuständig ist, Kurse auf Sternensysteme legt und auch den Warp-Antrieb bedient. Der taktische Offizier schließlich kontrolliert die Waffensysteme und scannt außerdem Planeten sowie gegnerische Schiffe. All diese Positionen sind eingefleischten Star-Trek-Fans wohlbekannt und leicht nachzuvollziehen. Vier separate Tutorials erklären zusätzlich die Feinheiten jeder Rolle.

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Nachdem jeder seine Station eingenommen hat, erhalten wir unsere ersten Befehle der Sternenflotte und machen uns auf den Weg. Wir sollen eine Handvoll Planetensysteme scannen. Ich lade also die Warpspulen und kurze Zeit später sind wir am Zielort. Kaum angekommen, gibt es die böse Überraschung: Überall erwarten uns Weltraum-Minen. Ich leite die Energie auf den Antrieb um, um dem Steuermann die Möglichkeit zu geben, diese geschickt zu umfliegen. Doch es hilft alles nichts – ich gebe den Phasern und den Schilden Energie und unser taktischer Offizier schießt uns den Weg frei. Die Scans können erfolgreich abgeschlossen werden und wir sind unterwegs zum nächsten Einsatz.

In dem Moment erreicht uns ein Notruf, der den Puls jedes Star-Trek-Fans in die Höhe schnellen lässt: Die Kobayashi Maru ist in der Neutralen Zone gestrandet und benötigt Hilfe. Das Problem: Eilen wir dem Schiff zu Hilfe, müssen wir die Grenze in die Neutrale Zone durchqueren und riskieren Krieg mit den Klingonen. Obwohl jeder von uns den Film Der Zorn des Khan gesehen hat und das unvermeidbare Ergebnis des Einsatzes kennt, beginnen wir mit der Rettungsaktion. Als umständlich erweist sich, dass wir nur jeweils sechs der über 300 Personen auf einmal an Bord beamen können und dazu zusätzlich unsere Schilde deaktivieren müssen. Zu allem Überfluss haben inzwischen auch die Klingonen das Feuer auf uns eröffnet. Ich gebe meine Bestes, um den Schilden genügend Energie zuzuführen und beschädigte Systeme zu reparieren. Doch es hilft alles nichts. Unser Captain gibt den Rückzugsbefehl, ich gebe den Warpspulen Energie und wir fliehen aus dem System. In diesem Moment erscheint unser Vorgesetzter, gratuliert uns zu unserer gemeinsamen Leistung und wir beenden die Trainings-Simulation; denn nichts Anderes ist der Kobayashi-Maru-Test bekanntlich: Ein Test, wie Offiziere der Sternenflotte auf ein Szenario reagieren, in dem sie nicht gewinnen können.

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Derart vorbereitet können wir uns danach in die Kampagne an der Bord der USS Aegis stürzen oder zufällig generierte Missionen annehmen – diesmal auch an Bord der echten USS Enterprise aus der TV-Serie der 60er Jahre! So atmosphärisch das auch ist, so anspruchsvoll spielt es sich auch. Statt übersichtlicher Touchscreens starre ich auf ein Meer unbeschrifteter Knöpfe. Die sehen genauso aus, wie aus dem Fernsehen bekannt. Wo genau sich aber der Warp-Antrieb, die Schildenergie oder die Photonen-Torpedos kontrollieren lassen, verraten nur zusätzlich aktivierbare Texteinblendungen. Die nagen aber wiederum an der Atmosphäre. Die Brücke der guten alten Enterprise ist also primär für echte Liebhaber und Veteranen, die nichts dagegen haben, jeden Winkel und Knopf ihres Lieblings-Raumschiffes auswendig zu lernen.

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Star Trek Bridge Crew erscheint für alle gängigen VR-Dienste. Das Beste daran: Egal auf welcher Plattform, alle Star-Trek-Bridge-Crew-Besitzer können online zusammenspielen, auch wenn Du auf der PlayStation VR unterwegs bist und Dein bester Freund mit der Oculus Rift oder der HTC Vive am PC spielt. Somit umgeht das Spiel gekonnt eine zentrale VR-Hürde. Star-Trek-Fans und Virtual-Reality-Enthusiasten steht also nichts mehr im Wege, wenn die Reise in die unendlichen Weiten in einer der bisher immersivsten Spielerfahrungen am 30. Mai 2017 endlich beginnt.

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