Belgien definiert Lootboxen als Glücksspiel und will sie in Europa verbieten

Marcel-André Wuttig 2

Letzte Woche kündigte die belgische Glücksspielkommission an, dass sie untersuchen werde, ob Lootbox-Mechaniken in Spielen wie Star Wars Battlefront 2 oder Overwatch als Glücksspiel klassifiziert werden müssen. VTM News (via PC Gamer) berichtet, dass nun ein Urteil gefällt wurde.

Zwar sei die Google Übersetzung der Nachricht ein wenig schwammig, doch soll die belgische Glücksspielkommission verkündet haben, dass die Vermischung von Geldausgaben und Sucht die Grundlage für Glücksspiel sei. Auch Belgiens Justizminister, Koen Geens, äußerte sich zu der kontroversen Spielmechanik: „Die Verbindung von Glücksspiel und Games – gerade in jungem Alter – ist gefährlich für die geistige Gesundheit von Kindern.“

Um Charaktere wie Darth Vader in Battlefront 2 freizuschalten, waren Lootboxen zwar nicht zwingend nötig, doch haben sie den Prozess deutlich beschleunigt. 

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Laut PC Gamer gebe es Berichte, dass Geens als nächstes versucht, alle Ingame-Käufe, bei denen der Spieler nicht weiß, was er erhält, zu verbieten – und zwar nicht nur in Belgien. So sei er interessiert daran, solche Spielmechaniken in der ganzen Europäischen Union zu stoppen, auch wenn dieses Vorhaben einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

Auch diese neun Spiele wurden vor Gericht verklagt. 

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Abstruse Klagen: Diese 9 Entwickler wurden wegen ihrer Spiele verklagt.

Das belgische Urteil könnte also in Zukunft auch direkte Folgen für die Rechtslage in Deutschland haben, sollte die Europäische Union entscheiden, dass solche Lootboxen in Spielen verbietet werden müssen.

Ähnliche Tendenzen in den USA

Auch in den USA gibt es jetzt konkrete Maßnahmen, um gegen Lootboxen vorzugehen, wie Kotaku berichtet. So hat sich der hawaiianische Abgeordnete, Chris Lee, in einer Pressekonferenz zu der Thematik geäußert. Er kündigte dort an, dass er das „räuberische Verhalten“ von Lootboxen, gerade in Spielen wie Battlefront 2 bekämpfen wolle. Er sprach konkret über EAs Spiel und bezeichnete es als „Star Wars-Online-Casino, das so entworfen wurde, um Kinder zum Geldausgeben zu animieren.“

In einer Pressemitteilung schreibt der Abgeordnete, dass er auch im Gespräch mit anderen Bundesstaaten sei, um das Problem zu bekämpfen. Eine Änderung auf Bundesebene sei in den USA schwierig, aber die einzelnen Bundesstaaten seien in der Lage, etwas zu ändern und werden dies auch tun. Lee findet, dass solche Mikrotransaktionen vergleichbar mit der Systematik von Glücksspielen seien, da sie seiner Meinung nach vor allem auf anfällige Personen abgezielt sind. Er finde es nicht in Ordnung, dass sie für Jugendliche und Kinder zugänglich sind.

Was sagst du zu dem Urteil? Findest du, dass es gerechtfertigt ist?

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