Kinect Star Wars Test - Aber ich will nicht der Controller sein!

Robin Schweiger 15

Ich mag Kinect. Während viele Harcore-Gamer das Gerät schon bei seiner Ankündigung verteufelten, habe ich Spaß mit so unkomplizierten Spielen wie oder Kinect Sports und bin erstaunt darüber, wie gut funktioniert. Schwierig wird es, wenn Entwickler versuchen, etablierte, vollwertige Spielkonzepte auf Kinect möglich zu machen. Erfolge wie „Child of Eden“ sind die Ausnahme, frustrierende Spielerlebnisse wie „Rise of Nightmares“ die Regel. Dass Kinect als vollwertiger Controllerersatz einfach nichts taugt beweist Kinect Star Wars von Neuem.

OBI WAN REACTS TO: Star Wars Kinect.

„Kinect Star Wars“ bietet euch fünf verschiedene Modi: „Aufstieg der dunklen Seite“ ist so etwas wie die Kampagne. Hier schlüpft ihr in die Rolle eines Padawans und kämpft euch mit ihm durch die Klonkriege. Dabei wird in regelmäßigen Zwischensequenzen auch eine Geschichte erzählt, die euch jedoch nie in irgendeiner Art und Weise am Herzen liegen wird. Dunkler Lord X greift Jedi Y an, während ab und zu Yoda, Obi-Wan und Co. im Hintergrund einen Gastauftritt haben dürfen - mehr wird euch da nicht geboten. Niemand wird sich „Kinect Star Wars“ jedoch kaufen, um eine tolle Story erzählt zu bekommen - auf das Gameplay kommt’s an.

Und da wird’s dann erst wirklich problematisch. Euer Charakter bewegt sich automatisch durch die Gegend, ihr könnt die Bewegung lediglich in fest vorgebenen Szenen beeinflussen. Dann müsst ihr etwa wiederholt in die Luft springen, um durch die Baumwipfel von Kashyyk zu hüpfen oder ab und an einen Schritt nach links oder rechts tun, um Hindernissen auszuweichen. Seid ihr zu weit vom nächstbesten Gegner entfernt, um ihn mit eurem Lichtschwert zu treffen, schnellt euer Charakter zu ihm hin, wenn ihr einen Schritt nach vorne macht. Die Aktionen, die ihr euren Charakter ausführen lassen könnt, sind also sehr begrenzt und diese Struktur führt dazu, dass ihr immer nur wenige Sekunden lang aktiv am Spielgeschehen teilnehmt. Dann gibt’s ne Zwischensequenz, in der meist etwas entfernt neue Feinde auftauchen und sich euer Padawan automatisch zu ihnen hinbewegt - unterbrochen nur von der ein oder anderen Aufforderung an euch, doch bitte einmal zu hüpfen, um den nächsten Abgrund zu überwinden.

Unterhalten muss der Modus also mit seinen Schwerkämpfen. Statt mit koordienierten Kombos zerlegt ihr die Droiden und Söldner jedoch wesentlich einfacher durch simples Umherfuchteln der Arme - ob ihr nun „Kinect Star Wars“ oder Boxen auf der Wii spielt macht für den Beobachter da keinen Unterschied und fühlt sich auch nicht anders an. Zieht ihr die linke Hand zurück, könnt ihr außerdem einen Machtstoß auslösen. Streckt ihr sie nach vorne aus, hebt ihr die Gegner vom Boden auf und könnt sie in der Gegend herumwerfen. Ein Großteil der Diener der dunklen Seite sind jedoch immun gegen eure Machtkräfte und auch bei den schwächsten Droiden ist es wesentlich einfacher, sie mit ein paar Schwerthieben in ihre Einzelteile zu zerlegen. So kommt die Macht dann nur in vorgegebenen Skriptsequenzen zum Einsatz, wenn ihr etwa ein Raumschiffwrack aus dem Weg hieven müsst.

Mit Duellen möchte Microsoft dann doch so etwas wie Anspruch in das Spiel einfügen. In diesen Kämpfen müsst ihr zunächst die Schläge eures Gegners abwehren - dafür haltet ihr eure Hand einfach in die Richtung, aus der der Schlag kommt - und könnt ihn anschließend für einige Sekunden angreifen. Dass das Punch-Out-Spielprinzip noch das anspruchsvollste an der Kampagne von „Kinect Star Wars“ ist, sagt so einiges über dessen Qualität aus. Aufgelockert wird das Gekämpfe mit regelmäßigen Fahrsequenzen, ab und an sitzt ihr außerdem hinter einem Geschütz. Das ist als Abwechslung ganz nett, funktioniert ohne Analogstick aber eher mittelmäßig.

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