StarCraft Remastered: Das erwartet dich in der Strategie-Neuauflage

André Linken

Demnächst kehrt ein fast 20 Jahre alter Klassiker im neuen Gewand auf den PC zurück – das Strategiespiel StarCraft. Wir konnten uns bereits vor dem Release für einige Stunden in den Kampf stürzen und berichten dir, ob ihr schon mal voller Vorfreude die Hände reiben könnt.

StarCraft Remastered - Ankündigungstrailer.

Vor fast 20 Jahren brachte der Entwickler Blizzard Entertainment das Echtzeit-Strategiespiel StarCraft auf den Markt. Anfangs noch als „WarCraft im Weltraum“ belächelt konnte es schon bald eine riesige Fan-Gemeinde um sich scharen. Kurze Zeit später wurde aus dem Geheimtipp ein Meilenstein der Spielegeschichte, dessen Auswirkungen auf das Genre sowie den E-Sport bis heute deutlich zu spüren sind. Es ist daher wenig verwunderlich, dass der kalifornische Entwickler dem Klassiker zum anstehenden Jubiläum ein Facelifting verpasst und ihn nochmals auf die große Bühne schickt. Doch was genau ist eigentlich StarCraft?

Wer tatsächlich noch nie etwas von dem Spiel gehört haben sollte, dem geben wir an dieser Stelle eine kurze Einweisung. Es handelt sich um ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel, das dir jedoch drei anstatt zwei Fraktionen zur Auswahl stellt. Das war für das Jahr 1998 ein Novum und somit eine Besonderheit. Nicht nur das: Die drei Völker vermittelten allesamt auch ein unterschiedliches Spielgefühl. Da wären unter anderem die Terraner, die eher Standardeinheiten wie Soldaten, Panzer und Flieger in den Kampf schicken, sich ansonsten auf flugfähige Gebäude verlassen. Die insektenartigen Zerg setzen hingegen auf ihre Fähigkeit zur Mutation sowie die rasche Vermehrung, so dass sie ihre Gegner mit ihrer schieren Masse blitzschnell überrennen können. Im krassen Gegensatz dazu stehen die technologisch hochentwickelten Protoss, deren Einheiten bei der Produktion viel Zeit und Rohstoffe benötigen, dieses Manko jedoch durch enorme Durchschlagskraft wieder ausgleichen. Diese unterschiedlichen Spielansätze machen bis heute den größten Reiz von StarCraft aus – vor allem in den Multiplayer-Gefechten.

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Klassiker im neuen Gewand

So weit, so bekannt. Doch was ist jetzt eigentlich neu? Nun, die gute Nachricht zuerst: Am Spielgeschehen hat sich im Vergleich zum Original glücklicherweise nichts geändert. Warum sollten die Entwickler auch an einer ebenso bewährten wie beliebten Mechanik herumpfuschen? Sie sind sogar soweit gegangen, alle Einschränkungen bezüglich der Bedienung zu übernehmen. Das gilt unter anderem für das heutige Sicht etwas nervige Limit an auswählbaren Einheiten oder die nach vor etwas dümmlichen Aktionen der KI-Gegner. Selbst die alle andere als optimale Wegfindung hat Blizzard Entertainment einfach mal so gelassen wie sie schon vor fast 20 Jahren war. Dahinter steckt jedoch nicht etwa Faulheit, sondern Absicht: Das Spielgefühl soll so originalgetreu wie möglich bleiben. Das ist dem Team – zumindest bei dem derzeit verfügbaren Multiplayer-Part – absolut gelungen. Die Solo-Kampagne konnten wir in unserer Beta-Version leider noch nicht unter die Lupe nehmen.

Apropos Lupe: Eine solche benötigen wir übrigens keinesfalls, um die augenscheinlichsten Änderungen von StarCraft Remastered zu erkennen. Das fängt natürlich bei der Grafik an, die ab sofort in einer modernen HD-Auflösung erstrahlt. Noch interessanter wird es aber, wenn wir die Einheiten auf dem Schlachtfeld etwas genauer betrachten: Die sehen ihren fast 20 Jahre alten Vorbildern auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, sind aber letztendlich doch deutlich hübscher. Das liegt daran, dass Blizzard Entertainment sie inklusive ihrer Portraits komplett neu gestaltet hat, dabei aber so nah wie möglich am Original geblieben sind. Alles wirkt wohlig vertraut, gleichzeitig aber erfreulich „poliert“. Ein alles andere als einfacher Spagat, der hervorragend zu gelingen scheint. Selbiges gilt für die musikalische Untermalung, bei der die bekannten Stücke kristallklar im Hintergrund erklingen.

Ebenfalls neu sind einige Komfortfunktionen wie zum Beispiel ein verbesserter Chat, der den Kontakt mit Freunden erleichtert. Auch das Matchmaking soll sich verbessert haben, was wir bisher jedoch noch nicht final einschätzen können. Stattdessen kam es bei unseren Testpartien leider noch zu einigen nervigen Lags und Verbindungsabbrüchen. Das kann allerdings dem Beta-Status geschuldet sein. Auch die neuen illustrierten Zwischensequenzen für die Story konnten wir uns leider noch nicht zu Gemüte führen.

Insgesamt hinterlässt StarCraft Remastered aber bereits jetzt einen ziemlich guten Eindruck. Blizzard Entertainment scheint nicht den Fehler zu machen, einen beliebten Klassiker auf Gedeih und Verderb modernisieren zu wollen, ohne sich dabei auf die Wurzeln des Spiels zu besinnen. Wenn auch die Solo-Kampagne von dem Feinschliff profitiert und sich die neuen Komfortfunktionen in der Praxis bewähren, könnte das Remake das Original sogar noch übertreffen.

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