Valve stellt Steam Controller vor: Zwischen Innovation und Zweifel

Tobias Heidemann
Valve stellt Steam Controller vor: Zwischen Innovation und Zweifel

Geahnt, getan – Valve hat tatsächlich einen eigenen Controller enthüllt. Und der hat es in sich. Dreh- und Angelpunkt des Steam Controllers sind die beiden konkaven Trackpads auf denen die Daumen der Spieler ruhen sollen. Drum herum sind 16 Buttons angeordnet, in der Mitte findet sich zudem ein Touchscreen. Zusammen soll das Ganze eine neue Generation des super präzisen, haptischen Feedbacks ergeben. Geht diese Rechnung auf?

Wenn man sich den neuen Steam Controller so ansieht, dann kommen sofort Zweifel an seiner Präzision auf. Bisher waren wir auf das Entgegenkommen der klassischen Analog-Sticks angewiesen, die sich mit der Daumenspitze nahezu perfekt kontrollieren lassen. Der Gedanke daran, die Daumen auf die Trackpads zu legen, scheint deshalb etwas kontra-intuitiv, da Analog-Sticks einen leichten, permanenten Gegendruck ermöglichen.

Doch Valve ist sich seiner Sache sicher. Gerade die Genauigkeit sei beim Steam Controller höher als bei traditionellen Gamepads. Sinn und Zweck des ungewöhnlichen Designs ist aber vor allem die verbesserte Steuerung von jenen Genres, die auf dem PC ihren ersten Wohnsitz haben. Valve will den Spielern einen Controller bieten, mit welchem sich Shooter und Strategie-Spiele genauso präzise steuern lassen, wie mit Maus und Tastatur.

Das Herzstück dieses ambitionierten Versuchs sind die Trackpads. „These small, strong, weighted electro-magnets are attached to each of the dual trackpads“, lässt Valve verlautbaren. Kleine, starke Elektromagneten sitzen unter den Trackpads und sorgen hier nicht nur für die nötige Kraft und Vibration, sondern auch für „precise control over frequency, amplitude, and direction of movement.“ Wer schon einmal ein hochwertiges Trackpad auf einem Laptop verwendet hat, der weiß dass diese durchaus höchste Präzession ermöglichen. Ob sie das aber auch tun, wenn man mit schweißnassen Händen ein Battlefield 4-Match bestreitet, darf zumindest bezweifelt werden.

Wirklich überzeugend ist indes der Touchscreen in der Mitte. Zumindest von der Idee her, denn anstatt den Blick des Spielers runter auf den Controller selbst zu zwingen, wird ein digitales Pendent des Touchscreens einfach auf dem Monitor angezeigt, sobald wir den Touchscreen mit unseren Fingern berühren. Das dürfte sicherlich etwas Übung erfordern, sollte aber ganz gut funktionieren. Insgesamt 16 Buttons wird der Steam Controller haben, sechs sind zu erreichen, ohne dass ein Daumen bewegt werden muss. Der Steam Controller wird Teil des am Mittwoch angekündigten Beta-Programms der Steam Machines sein.

Das ist er also, der Steam Controller. Ein Jahr lang hat Valve laut eigener Aussage an ihm gewerkelt. Was man Valve nach diesem ersten Eindruck lassen muss, ist der Mut zur Innovation. Der Controller setzt sich bewusst von einigen etablierten Standards ab und stellt den bisher konsequentesten Versuch dar, ein Gamepad für traditionelle PC-Genres zu entwickeln. Allerdings ruft sein Design auch ernste Zweifel an der Handhabbarkeit auf. Der Praxistest muss entscheiden.

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