Stellaris ist der neue Steam-Hit: Was macht die Weltraum-Sim so beliebt?

Marvin Fuhrmann 7

Vor wenigen Tagen erschien mit Stellaris eine waschechte Weltraumsimulation, die laut den Entwicklern bei Paradox Interactive unfassbare Tiefe und eine riesige Spielwelt bieten soll. Innerhalb von Stunden schoss das neue Spiel in den Steam-Charts unter die Top 5. Was macht Stellaris so besonders, dass Spieler zahlreiche Stunden darin versenken? Wir gehen dieser Frage in unserem Artikel auf den Grund.

Stellaris: Launch-Trailer zum Weltraumgiganten.

Wer in den letzten Tagen in die Topseller auf Steam geschaut hat, wird sich vielleicht kurz gewundert haben. Neben aktuellen Spielen wie Dark Souls 3 oder Dauerbrennern wie GTA 5 befindet sich ein Spiel, das wohl nur wenige Leute am Namen erkennen: Stellaris.

Die positiven Bewertungen und Verkäufe auf Steam stapeln sich trotz der Unbekanntheit des Titels. Die Macher von Paradox Interactive vermeldeten sogar, dass sich ihr Projekt innerhalb der ersten Tage mehr als 200.000 Mal verkauft habe.

Doch warum sorgt ein so unscheinbares Spiel für so viel Furore? Und das im Genre der Weltraum-Simulationen, ein klare Nische statt breiter Mainstream. Ich habe mich mit dem Phänomen Stellaris befasst, selbst reingespielt, und für euch zusätzlich einige Stunden auf Reddit und Steam, sowie im offiziellen Forum verbracht, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Und dabei habe ich mich wohl selbst ein wenig mit der grassierenden Stellaris-Grippe angesteckt.

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Was ist Stellaris? Ein Ausflug in die unendlichen Weiten des Alls

Stellaris gehört zum Genre der 4X-Strategiespiele. Diese Bezeichnung steht für Explore, Expand, Exploit und Exterminate, und umfasst alle sogenannten Globalstrategiespiele. Zum Vergleich: Auch Civilization, Hearts of Iron und Master of Orion gehören diesem Genre an. Da ihr nun wisst, wo Stellaris seine Ursprünge hat, komme ich zum eigentlich wichtigen Thema: Was passiert eigentlich im Spiel?

Zunächst wählt ihr eine von vielen Menschen- oder Alienrassen (oder kreiert eure eigene), mit denen ihr eure Reise ins All starten wollt. Anschließend vergehen eure kommenden Stunden und Tage damit, den Weltraum zu erkunden, neue Spezies zu entdecken und ganze Flotten in den Kampf gegen eure Feinde zu schicken. Dazu kommen noch das Management von Rohstoffen, Technologien und diplomatische Herausforderungen, sowie zufällige Ereignisse, die euren minutiös getimten Plan gerne durcheinander bringen.

Cheats und Konsolenbefehle für Stellaris

Das sagen die Spieler zu Stellaris:

In unserer Bildergalerie habe ich euch einige Stimmen aus den Steam-Bewertungen zusammengetragen, die dabei helfen, zu verstehen, was an Stellaris begeistert. Zum Zeitpunkt dieses Artikels gibt es über 2.500 Reviews mit einem überwältigenden positiven Anteil von 95 Prozent. Dabei sprechen die Spieler eine ganz einfache, gemeinsame Sprache:

Stellaris ist ein Zeitfresser par excellence: Dieses Spiel könnt ihr zocken, bis ihr spät in der Nacht (oder doch schon früh am nächsten Morgen) vor dem Rechner sitzt und euch wundert, wohin die Zeit entschwunden ist. Denn eigentlich hat die Reise doch gerade erst begonnen.

Um diese Reise anzutreten, ist eine gewisse Einarbeitungszeit dringend notwendig. Die Galaxie in Stellaris ist gigantisch. Und die schier unendlichen, kleinen Zahnrädchen der Forschungen, Schiffe und Zivilisationen greifen nach und nach ineinander über, bis ein großes, funktionierendes Gesamtwerk entsteht. Zum besseren Verständnis habe ich euch eine Bilderstrecke mit den einzelnen Sonnensystemen zusammengestellt. Hier seht ihr – von einem Planeten bis hin zur gesamten Galaxie – wie viel Platz Stellaris zum Austoben bietet.

Wer mit dem Genre an sich gar nichts anfangen kann, dürfte von genau diesem Umfang schlicht verschreckt werden. Aber immerhin bezeichnen Veteranen der Globalstrategie Stellaris als das einsteigerfreundlichste Spiel der Entwickler. Das liegt vor allem auch an den mehrstündigen Tutorials, die das Spiel anbietet und die sicherlich auch dazu beitragen, das Spiel einer größeren Spielergruppe schmackhaft zu machen.

Bleibt noch offen, warum Stellaris gerade zum jetzigen Zeitpunkt so erfolgreich ist. Die Antwort darauf ist eigentlich recht einfach: Im Laufe der letzten Jahre hat sich im Genre der 4X-Games nicht wirklich viel getan. Civilization V beeindruckte zwar viele Spieler, aber das Hauptspiel und die DLCs haben nun auch schon einige Jahre auf dem Buckel. Aus dem Hause Paradox Interactive erschien zuletzt 2013 mit Europa Universalis IV ein Strategietitel, der in etwa die gleiche Spieltiefe und Größe wie Stellaris bietete.

Die Community der Hobbystrategen und Weltraumfans hatte demnach schon lange auf neuen Nachschub gewartet, und der erschien jetzt eben ganz frisch mit Stellaris auf Steam. Die gute Umsetzung und die schier endlosen Möglichkeiten machen das Spiel schon jetzt zu einem Publikumsliebling. Der Support durch die Fans im Stellaris-Subreddit, in dem neue Strategien und Begegnungen ausgetauscht werden, oder die ersten Mods im Steam-Workshop sind der Beweis dafür, dass an diesem Projekt nicht nur das Herzblut der Entwickler hängt.

Stellaris
Preis: 39,99 €

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