Super Dragon Ball Heroes: World Mission – Yu-Gi-Oh! mit Super-Saiyajins?

Franziska Behner

Du hast zwar keine Ahnung vom Spiel, stürzt dich aber direkt in einen großen Wettbewerb. Das klingt nach dir? Dann bist du bei Super Dragon Ball Heroes: World Mission vermutlich genau richtig.

Wenn du nach Jump Force noch nicht genug von Vegeta, Son Goku, Piccolo und dem Kamehameha hast, dann gibt es jetzt neues Futter für deine Switch und den PC. Sieht nicht besonders toll aus, hat eine belanglose Story aber irgendwie weckt es trotzdem in mir den inneren Sammler. Denn im Spiel kannst du ganze 1.300 Karten erspielen.

Wer bin ich und wie viele?

Du brauchst keinerlei Vorwissen, um Super Heroes zu starten. Obwohl es im Dragon Ball-Universum spielt, sind alle Geschichten darin völlig fiktiv. Das betrifft auch die Charaktere. In Hero Town sind alle Einwohner ziemlich große Fans der Superhelden und zelebrieren diese Euphorie mit einem Kartenspiel. Ein Mal auf das Feld gelegt, tauchen die Figuren wirklich auf und bekämpfen sich. Irgendwie habe ich Yu-Gi-Oh!-Flashbacks …

Als Neuling in der Stadt kennst du weder das Spiel, noch den ganzen Hype darum. Allerdings lässt sich dein Charakter schnell von dem ganzem Jubel mitziehen und schon stehst du in einer großen Arena. Hier werden Wettkämpfe mit dem Kartenspiel ausgetragen und es gibt sogar vorgefertigte Decks für Spieler, die keinerlei Vorwissen besitzen. Habe ich so zwar noch nie gehört oder gesehen – aber hey, es gibt ja für alles ein erstes Mal. Du erhältst also vom netten Juror ein Deck, der sich über den Neuzugang freut und lässt dich direkt mit antreten – in Hero City offensichtlich völlig normal! Der Story-Modus führt dich dann in verschiedene Situationen während des Wettkampfes, in dem du ein Duell nach dem anderen bestreitest, um hoffentlich zu gewinnen. Dazwischen kommen Sequenzen und allerlei Abzweigungen, um noch mehr über Hero City und seine Bewohner in Matches zu erfahren.

So viel zur eher sinnfreien Story. Auch wenn das Ganze unlogisch scheint, bekommst du trotzdem einen problemlosen Einstieg in das Spiel. Keine Ahnung von den Karten, dem Spielprinzip oder Gewinnmechaniken, aber erst mal am Turnier teilnehmen – das ist der Plan. Ich meine, wieso auch nicht?! Wenn du eher der spontane Typ bist, kann dich sowas wahrscheinlich nicht überraschen. Zumal die Kämpfe am Anfang wirklich sehr einfach sind und das Siegen keine Hürde darstellt.

Lass die Karten sprechen

Das Kartenspiel selbst würde ich eher als Strategie-Game bezeichnen, denn obwohl du dir ein Deck zusammenstellst, musst du nie auf Ziehglück hoffen. Die sieben ausgewählten Figuren-Karten sind immer zeitgleich auf dem Feld. Dieses wird in zwei Bereiche aufgeteilt, in denen du die Karten bewegen kannst.

Der vordere Abschnitt ist die Angriffszone, in der die Karten eine Attacke gegen den Feind starten. Schiebst du alle deine Helden an die vorderste Front, teilen sie ordentlich Schaden aus. Für kurze Matches ist das die beste Lösung und am Anfang ein Garant für den Sieg. Nachdenken? In der ersten Stunde eher weniger nötig. Hast du hingegen einen längeren Kampf mit mehreren Runden vor dir, solltest du auch einige Helden zurückhalten und dir eine Strategie überlegen. Denn je weiter vorn sie stehen, desto mehr Ausdauer verbrauchen sie. Ist diese Anzeige leer, hängen sie erschöpft an der Front und sind dem Kontrahenten schutzlos ausgeliefert. Um sich zu regenerieren, werden die Dragon Ball-Helden in den hinteren Teil des Feldes geschoben. Hier können sie allerdings nicht mehr angreifen – sie ruhen sich nur aus.

Für mehr taktische Tiefe gibt es nicht nur „Angriff“ und „Regeneration“, sondern viele Unterteilungen auf dem Spielfeld. Vor jeder Runde bestimmst du selbst, wie weit nach vorn (oder hinten) ein Kämpfer geht. Frage dich einfach: Brauche ich wirklich die volle Stärke aller sieben Helden oder können Son Goku und Co. auch mit halber Kraft angreifen, um für die nächste Runde noch fit zu sein?

Oh schön! Oder doch nicht?

Sind die Karten gespielt und du bist zufrieden mit der Situation, startet eine kleine Filmsequenz, die überraschend gut animiert ist. Zumindest, wenn man sich die leider oftmals verwaschenen Texturen ansieht. Die Angriffe sehen spektakulär aus und haben ordentlich Wumms. Da fühlst du dich als Dragon Ball-Fan doch gleich abgeholt, oder? Komplett zurücklehnen kannst du dich dabei allerdings nicht, denn ein kleines Quick Time-Event fordert dich zur raschen Reaktion auf. Das bestimmt maßgeblich, wie effektiv die vorher ausgeklügelte Strategie ist. Triffst du also die richtige Stelle in der Sequenz nicht, wird auch die stärkste Front einstecken müssen. Hast du hingegen gute Kämpfer auf dem Feld und drückst im richtigen Moment die angegebene Taste, haust du so ziemlich alles auf der gegnerischen Seite weg.

Am Anfang hast du noch nicht so viele Möglichkeiten, um dein Team umzugestalten, doch mit jedem gewonnen Match wächst deine Kartensammlung. Zusätzlich gibt es sogenannte Gachas, vergleichbar mit Booster Packs, die wiederum neue Karten in zufälliger Reihenfolge offenbaren. Je mehr Charaktere und verstärkende Items du besitzt, desto vielschichtiger werden deine Möglichkeiten im Spiel. Klingt alles mächtig kompliziert – ist es beim Spielen aber absolut nicht. Viel mehr weckt es den Drang nach noch mehr Karten, in der Hoffnung, dass eine besonders seltene dabei ist. Also wird noch ein Duell bestritten, um möglichst schnell wieder eine Wundertüte zu öffnen. Ein absoluter Teufelskreis! Aber hey, wenigstens keine Mikrotransaktionen.

Nur auf dem kleinen Bildschirm, bitte!

Ich bin ganz ehrlich – im ersten Moment erinnerte mich Super DB Heroes World Mission an ein Mobile-Spiel. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass das ursprüngliche Spiel in Japan ein Arcade-Game ist. An sich ist das auch nichts Schlechtes, schließlich gibt es eine ganze Reihe guter mobiler Spiele, die mir in den letzten Jahren viele Stunden Freunde bereitet haben. Während ich am PC wohl nicht die Motivation für so ein Spiel hätte, finde ich die Möglichkeit ganz gut, das auch auf der Switch spielen zu können.

Schaue dir hier den Trailer zum Spiel an.

Super Dragon Ball Heroes World Mission - SWITCH/PC - Available now!

Ich würde es jetzt nicht auf dem ganz großen Bildschirm zocken – dafür sind die Grafiken an einigen Stellen nicht hochauflösend genug. Aber im Handheld-Modus ist es ein ganz nettes Spiel für zwischendurch und unterwegs. Nur ungeduldig solltest du wirklich nicht sein, denn die endlos langen Sequenzen lassen sich nicht überspringen und strapazieren die Nerven. Schnell das nächste Match machen und eine neue Strategie testen? Nicht in Super Dragon Ball Heroes: World Mission!

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