Super Mario Odyssey im Test: Mario für eine neue Generation

Victor Redman

Mit Super Mario Odyssey erscheint diese Woche das sehnsüchtig erwartete Abenteuer des Super-Klempners für Nintendo Switch. Doch hat sich das Warten wirklich gelohnt?

Als die Switch im März 2017 an den Start ging, war bei vielen Gamern die Überraschung groß, denn von Nintendos Vorzeigeheld Mario war, außer in einem Trailer, weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen vertraute Nintendo auf Link und Zelda: Breath of the Wild, um die Verkäufe der neuen Konsole anzukurbeln. Die Rechnung ging auf. Nun aber feiert auch der Super-Klempner sein Debüt auf der Switch in Super Mario Odyssey. Und dieses Abenteuer hat viel Neues zu bieten.

Im Trailer kannst du dir einen Eindruck von Super Mario Odyssey verschaffen:

Marios Odyssey: Vertraut, aber…

Aufgrund verschiedener Trailer spekulierten Fans bald, Super Mario Odyssey würde das Nintendo-Maskottchen auf gänzliche neue Wege führen und eine ausgeklügeltere Story erzählen als frühere Mario-Spiele. Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist nicht der Fall.

Auch in seinem neuesten Abenteuer jagt Mario wieder Bowser hinterher, um die entführte Prinzessin Peach zu befreien. Dazu muss er diesmal allerdings das vertraute Pilzkönigreich verlassen und per Luftschiff eine Vielzahl neuer Welten bereisen. Statt Sternen sammelt er diesmal Power-Monde, die das Luftschiff mit Energie versorgen. Immer mit dabei: Marios neuer Begleiter Cappy, die lebende Mütze!

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Bodysnatcher Mario

Cappy spielt in Super Mario Odyssey eine wesentliche Rolle. Neben den altbekannten Sprung- und Stampfattacken kann Mario nun nämlich auch seine Mütze als Waffe oder Werkzeug einsetzen. Wirft er Cappy auf den Kopf eines Gegners, so wird dieser „gecapert“ – heißt: Mario übernimmt den feindlichen Körper und dessen Fähigkeiten. So kann er im Verlauf des Spiel etwa als Kugelwilli Schluchten überwinden, als Fisch ohne Sauerstoffprobleme tauchen oder auch als T-Rex Felsblöcke aus dem Weg räumen. Feuerblumen, Super-Sterne oder Tanuki-Kostüme gehören der Vergangenheit an.

Die neue Spielmechanik sorgt nicht nur für ordentliche Abwechslung, sie wird auch von Anfang an liebevoll erläutert und in den Spielverlauf integriert: Oft gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Hindernis zu überwinden oder ein Rätsel zu knacken; manchmal ist Mario allerdings auch die besonderen Fähigkeiten eines ganz bestimmten Gegner-Typs angewiesen, um weiterzukommen. Fairerweise werden diese Gegner in solchen Fällen auch stets in unmittelbarer Nähe platziert, so dass langwierige Suchaktionen ausbleiben.

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Mario auf neuen Wegen

Auch die verschiedenen Welten sind so aufgebaut, dass kaum Frustationsmomente entstehen. Sie bergen eine Vielzahl an Geheimnissen, bleiben dabei aber so überschaubar, dass der jeweils nächste Schritt zu jedem Zeitpunkt klar ist. Wer einfach nur die Mindestanzahl an Power-Monden sammeln will, um möglichst schnell voran zu kommen die Jagd auf Bowser fortzusetzen, kann das problemlos tun.

Gleichzeitig laden die liebevoll ausgestalteten neuen Welten aber absolut zum Verweilen ein. Jede Welt hat ihre eigenen Bewohner, eigene Spielregeln und vor allem einen ganz eigenen Stil. Die Metropole New Donk City etwa präsentiert sich als klassische Großstadt, wie sie auch in LA Noire oder Mafia auftauchen könnte. Eine Burgruine, in der Mario im Verlauf des Spiels strandet, kommt in schönster Skyrim-Optik daher. Mit Mario durch solche Welten zu steuern ist ein surreales Erlebnis, macht aber auch unglaublichen Spaß.

Game ohne Over

Um den Spielspaß zu fördern und Frust zu vermeiden, geht Nintendo diesmal noch einen großen Schritt weiter: In Super Mario Odyssey gibt es nämlich kein klassisches „Game Over“ mehr. Hier haben sich die Entwickler offensichtlich von Segas Turbo-Igel Sonic inspirieren lassen: Fällt Marios Energie auf Null, verliert er nun kein Leben mehr, sondern lediglich eine Handvoll Münzen.

Was passiert, wenn Mario pleite ist, konnte ich während meines Tests allerdings nicht herausfinden, da es quasi unmöglich ist, nicht stets und ständig neue Münzen zu sammeln – in Super Mario Odyssey liegt das Geld wortwörtlich auf der Straße. Du müsstest es schon gezielt umgehen, um nicht immer ein gut gefülltes Konto zu haben.

Gesammelte Münzen dienen allerdings nicht nur als Lebensversicherung. Sie dienen auch als Währung in den Shops, die jede Welt zu bieten hat. Hier kann Mario sich passend zur Umgebung neu einkleiden, Trophäen absahnen und andere nützliche Kleinigkeiten finden.

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Mit Cappy zum Koop

Wie fast alle Switch-Titel soll natürlich auch Super Mario Odyssey die einzigartigen Multiplayer-Möglichkeiten der Konsole ausnutzen. Zu diesem Zweck wurde ein Koop-Modus integriert – hier steuert ein Spieler Mario und der andere Cappy. Das ist eine nette Idee und gut gemeint, zündet allerdings nicht wie erhofft: Da Cappy und Mario sich nie zu weit voneinander entfernen können und Cappys Handlungsmöglichkeiten ohne den Super-Klempner auch recht eingeschränkt sind, stellt sich nur selten echtes Multiplayer-Feeling ein. Super Mario Odyssey ist eindeutig auf einen Spieler ausgelegt und funktioniert so auch mit Abstand am besten.

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Zusammenfassung und Fazit: Mario für eine neue Generation

Glücklicherweise bleibt der Koop-Modus die einzige Spielkomponente, die nicht gänzlich überzeugt. Der Rest des Spiels weiß von Anfang an zu begeistern. Super Mario Odyssey verneigt sich vor seinen Vorgängern und bringt genug Vertrautes mit, um Langzeit-Fans zu fesseln, sorgt etwa durch die Einführung des Caperns aber auch für jede Menge frischen Wind im Pilzkönigreich.

Als die Switch erschien, kam niemand an Zelda: Breath of the Wild vorbei. Im Weihnachtsgeschäft wird dasselbe wohl nun für Super Mario Odyssey gelten.

Super Mario Odyssey wird dir gefallen, wenn du gern siehst wie sich Gaming-Klassiker entwickeln und Neues ausprobieren.

Super Mario Odyssey wird dir nicht gefallen, wenn du deine Switch hauptsächlich mit Freunden spielst.

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