Angespielt: Frische Eindrücke von Super Smash Bros. Ultimate.

Thomas Nickel

Die letzten Generationen von Super Smash Bros. gehörten zu den erfolgreichsten Spielen auf ihren jeweiligen Systemen. Und natürlich soll es bei der Switch-Inkarnation der Reihe nicht anders sein. Dafür schnürt Nintendo das bisher dickste Smash-Paket aller Zeiten.

Lang dauert es nicht mehr, bis das sehnlichst erwartete Super Smash Bros. Ultimate erscheint. Und es ist auch nicht so, als wäre Nintendo mit Informationen sonderlich sparsam: In ausgiebigen Nintendo-Direct-Präsentationen zur E3 und auch zu anderen Gelegenheiten präsentierte Serienschöpfer Masahiro Sakurai nicht nur das stetig wachsende Kämpferfeld, auch mit Mechaniken und Spielmodi hält Nintendo nicht hinterm Berg. Aber Informationen hin, Videos her – den besten Eindruck eines neuen Spiels gewinnt man doch, wenn man selbst den Controller in der Hand hält. Und genau das konnten wir in Nintendos EU-Hauptquartier in Frankfurt am Main tun.

Gute zwei Stunden verbrachten wir mit den zahlreichen Modi der Klopperei – sowohl alleine, als auch mit anderen Spielern. Den Anfang macht der Geistermodus. Nachdem die letzte Episode von Super Smash Bros. auf Wii U und 3DS auf einen dezidierten Modus für Solisten verzichtete, ist ein ebensolcher nun wieder mit von der Partie. Eine geheimnisvolle Macht hat sich der Seelen aller Kämpfer bis auf den kleinen Kirby bemächtigt – und der zieht jetzt los, um die Sache wieder geradezurücken.

Alle gegen alle gegen alle: Wie viel Super Smash Bros. hält die Switch aus?

Super Smash Bros. Ultimate - Der ultimative Showdown (Nintendo Switch).

Geisterhafte Verstärkung

Auf einer Weltkarte watschelt der rosa Held von Punkt zu Punkt und kämpft dort gegen Gegner mit verschiedensten Eigenschaften. Die Regeln dabei unterscheiden sich von typischen Konsolen-Kloppern Marke Street Fighter oder Tekken. Anstatt den Lebensbalken des Gegners nach unten zu dreschen, steigert jeder Treffer mit normalen Angriffen oder Spezialattacken eine Prozentanzeige am unteren Bildschirmrand. Je höher die Anzeige, desto weiter fliegen die Kämpfer bei saftigen Smash-Attacken. Und wenn wir den Gegner aus dem Bildschirm schleudern oder er fällt, dann haben wir gewonnen.

Als Belohnung gibt es Geister, die wir mit unserem Kämpfer verbinden und dann auch leveln – das ergibt einen willkommenen Rollenspiel-Aspekt, der für eine Menge Langzeitmotivation sorgen dürfte. Wir spielen auch nicht nur Geister frei, natürlich erweitert sich mit der Zeit auch die Schar der verfügbaren Kämpfer. Mit gerade einmal acht Figuren ist die am Anfang noch recht schmalbrüstig, aber eifrige Freispieler blicken am Ende stolz auf ein Feld von 74 Figuren – und mit der bereits angekündigten Piranhapflanze und mindestens fünf weiteren Zugängen wird die Auswahl im Verlauf der kommenden Monate weiter und weiter wachsen.

Anspruchsvolle Duelle

Der Geister-Modus wirkt spaßig, aber Kenner wissen: So richtig gut ist Super Smash Bros. vor allem, wenn mehrere Gleichgesinnte sich zum gemeinsamen Schlagabtausch treffen. Dabei ist die Smash-Gemeinde allerdings durchaus gespalten und eine nicht geringe Schar schwört bis heute auf die Gamecube-Episode Super Smash Bros. Melee und hält jüngere Episoden für zu langsam, zu simpel und zu casual. Aber nach kurzer Anspielzeit verhärtet sich doch der Eindruck, Nintendo nähere sich mit Super Smash Bros. Ultimate wieder genau dieser Gruppe etwas an.

Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass sich die Ultimate-Episode genauso spielt wie die Gamecube-Inkarnation mit ihren Wave-Dashes und anderen komplexen Elementen, ganz im Gegenteil: Mit überarbeitetem Block-Timing und Kämpfern, die nicht mehr unter bestimmten Umständen durch andere hindurchlaufen, fühlt sich die Switch-Smasherei gerade für Melee-Experten zunächst ungewohnt an. Trotzdem scheint die neue Episode anspruchsvoller daherzukommen als die beiden Vorgänger. Aber genauere Eindrücke kann demnächst nur ein eingehender Langzeittest liefern.

Größer, Schöner, Mehr von Allem

Dafür lassen sich schon nach kurzer Spielzeit eindeutige Aussagen über die Präsentation von Super Smash Bros. Ultimate treffen. Denn die hat es in sich – sowohl in Sachen Qualität, wie auch in Sachen Quantität. Alle 76 (der Pokémon-Trainer zählt als drei) spielbaren Figuren sehen toll aus und sind fein animiert. Angriffe und Spezialmanöver sind wuchtig und von tollen Effekten untermalt, die Hintergründe könnten abwechslungsreicher kaum sein. Mal turnen die Kämpfer durch detaillierte Szenarien im Stil der letzten Zelda-Episode, mal herrscht bei der vom DS-Geheimtipp Electroplankton inspirierten Stage der geschmackvolle Minimalismus. In der Castlevania-Stage von Neuzugang Simon Belmont herrscht schummriges Licht und dann ist da wieder ein Hintergrund im Game-Boy-Stil.

Wer ist alles mit dabei? Wir haben sie alle aufgezählt – und es sind viele:

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74 Bilder
Super Smash Bros. Ultimate: Alle Charaktere mit Kämpferliste und Videos.

Wie schon die Vorgänger feiert auch diese Smash-Episode die Geschichte der Spiele – und nicht nur der Spiele von Nintendo, mit Figuren wie den Street-Fighter-Helden Ryu und Ken, Mega Man, Solid Snake aus Metal Gear Solid, Segas Turbo Igel und dem bereits erwähnten Simon und seinem Nachfahren Richter Belmont. Nein, es gibt sich auch eine ganze Menge weiterer Spieleprominenz die Klinke in die Hand. Und das schlägt schließlich auch akustisch durch: Hunderte von Musikstücken untermalen wieder die wilden Kämpfe und werden den Spielern Ohrwurm um Ohrwurm bescheren.

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