Reaper – Tale of a Pale Swordsman: Action-RPG angespielt

Lukas Funk 6

Das kleine Entwicklerstudio Hexage veröffentlichte vor kurzem seinen neuesten Titel Reaper: Tale of a Pale Swordsman für alle gängigen Plattformen, unter anderem Android. Seitdem wird das Action-Rollenspiel geradezu mit Lob überschüttet, besonders die Optimierung für mobile Systeme wird wohlwollend hervorgehoben. Wir haben uns das Game angeschaut und klären, ob die Lobhudelei gerechtfertigt ist.

Reaper – Tale of a Pale Swordsman: Action-RPG angespielt

Der Indie-Entwickler Hexage machte sich bislang vornehmlich um Titel im pixeligen Retro-Look verdingt, zuletzt beispielsweise den psychedelischen Labyrinth-Puzzler EVAC. Der neueste Titel, Reaper: Tale of a Pale Swordsman, besticht dagegen durch hübsch gezeichnete Grafiken, die etwas an Flash-basierte Browser-Games erinnern.

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Bezüglich des Genres lässt sich Reaper nur schwer einordnen: Bisweilen bieten sich Vergleiche mit Diablo, Final Fantasy und God of Blades an, man könnte von einem Action-Rollenspiel oder einem Hack’n’Slay mit Rollenspielelementen sprechen. Die Story entwickelt sich vorwiegend auf der Weltkarte, auf der nach und nach neue Orte angezeigt werden, die es zu besuchen gilt. Diese Orte umfassen Dörfer und Siedlungen, in welchen Quests auf den Titelhelden warten, Händler, bei denen neue Gegenstände erworben werden können sowie Kampfschauplätze, an denen, nun ja, gekämpft wird.

Die oben erwähnte Story lässt sich kurz zusammenfassen: Der Held erwacht ohne Erinnerung in der Spielwelt, kurz Wilderness genannt. In dieser tobt ein Krieg zwischen dem zivilisierten Imperium und wilden Stämmen, zwischen deren Fronten der blasse Kämpfer gerät. Und wie so oft liegt es an ihm respektive seinem Spieler, den Krieg zugunsten der einen oder anderen Partei zu entscheiden.

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Ebenso generisch wie die Hintergrundgeschichte gestalten sich die Quests: Gehe zu Ort A, besiege Gegner B und bringe mir Gegenstand C lautet deren bewährte und wenig abwechslungsreiche Struktur. Und so liegt es an der Spielmechanik, Reaper aus der Menge leicht zu vergessender Titel hervorzuheben: Wie angedeutet navigiert der Spieler über eine Weltkarte von Ort zu Ort, um Quests entgegenzunehmen oder bestimmte Gegner zu besiegen. Gerät der Held in einen Kampf – ob nun Quest-relevant oder durch eine Zufallsbegegnung während der Reise – wechselt das Spiel in eine seitliche 2D-Ansicht. In dieser ist der Bildschirm dreigeteilt: Berührungen ganz links bewegen den Helden nach links, ein ebenso großer Abschnitt rechts davon bewegt ihn nach rechts. Der überwiegende Teil des Bildschirms aber dient der Eingabe diverser Befehle durch Tippen und Wischen.

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Während reguläre Angriffe automatisch in der Nähe von Gegnern erfolgen, lässt einfaches Tippen die Spielfigur hüpfen, mehrmaliges Tippen startet eine Wirbelwindattacke in der Luft. Per Wisch nach vorne, oben oder unten führt der Reaper spezielle Angriffe durch, die gesammelte Wutpunkte verbrauchen und besonders viel Schaden anrichten. Sind auf diese Art und Weise die mehr oder weniger weitläufigen Kampfschauplätze von Gegnern befreit, erscheint ein blaues Portal, das zurück auf die Weltkarte führt. Hier werden nach jedem Kampf Goldstücke und Erfahrungspunkte vergeben; sind von letzteren genügend angesammelt, winkt zur Belohnung ein Level-Up: Je nach Level darf aus drei Status-Boosts oder Spezialfähigkeiten ausgewählt werden, die den Reaper stärker machen. Nach jedem Kampf erfreut sich der Held außerdem wieder voller Gesundheit, auf Heiltränke und ähnlichen Schnickschnack verzichtet das Game. Dafür stehen tausende Waffen und Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung, in die gewonnene Goldstücke investiert werden können.

Diese Mischung aus gelungener Steuerung, Rollenspielelementen und liebevoller Grafik macht den Reiz von Reaper: Tale of a Pale Swordsman aus. Ohne komplizierte Mechaniken wird dem Spieler zwischen Action-Sequenzen ermöglicht, seiner Freude am Sammeln von immer besseren Gegenständen zu frönen und seinen Spielercharakter zu optimieren. Das mag eine ganze Weile lang funktionieren, auf Dauer drohen das einfache Spielsystem, die vernachlässigbare Story sowie der Mangel an taktischen Elementen den Spieler aber immer weniger zu fesseln.

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Dennoch lohnt sich ein Blick auf Reaper: Tale of a Pale Swordsman, ist die Grundversion doch kostenlos, bis der Held Level 10 erreicht. Danach kann für 2,99 Euro, 3,99 Euro oder 4,99 Euro die Vollversion in verschiedenen Varianten freigeschaltet werden, je nach Preis winken Bonusinhalte. Auf weitere In-App-Purchases verzichtet das Spiel gänzlich.

Als besonders lobenswert sei abschließend noch die Integration von Google Play Games erwähnt. Diese bietet nicht nur Bestenlisten und Errungenschaften, sondern synchronisiert den Spielstand auch über mehrere Geräte hinweg – ein Feature, das wir trotz des von Google bereitgestellten Frameworks noch viel zu selten zu Gesicht bekommen.

Reaper
Entwickler: HEXAGE
Preis: Kostenlos

Bildergalerie zu Reaper: Tale of a Pale Swordsman

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