Batman – The Telltale Series: Die erste Episode im Test – jetzt mit Test-Video!

Lisa Fleischer 3

Nach Minecraft: Story Mode wendet sich Telltale Games mit Batman: The Telltale Series wieder einem ernsthaften, düsteren Setting zu. Ob die erste Episode „Reich der Schatten“ das Potential hat, sowohl Telltale- als auch Batman-Fans zu überzeugen, erfahrt ihr in meinem Test.

Batman – The Telltale Series: Die erste Episode im Test Video.

 

Batman ist so vielschichtig und mysteriös wie kaum ein anderer Held. Mal unglaublich cool, mal knallhart und düster kennen wir den Dunklen Ritter. Dabei gerät oftmals in Vergessenheit, dass sich unter der schwarzen Maske ein lebendiger Mensch befindet. Denn wie wir alle wissen, steckt unter dem Fledermaus-Kostüm der Milliardär Bruce Wayne. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Verbrechen in seiner Heimatstadt Gotham zu bekämpfen, nachdem seine Eltern auf offener Straße erschossen wurden. In Telltales neuem Spiel Batman: A Telltale Series bekommt Bruce Wayne neben dieser Vergangenheit auch eine Gegenwart auf den Leib geschrieben.

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Überraschend innovatives Gameplay

Dabei beginnt die erste Episode „Reich der Schatten“ noch recht klassisch für ein Batman-Spiel. Statt der Telltale-typischen Entscheidungen erwarten euch zunächst einige Kämpfe, in denen ihr eure Feinde fast schon mühelos traktiert. Das macht ihr, indem ihr den vorgegebenen Anweisungen folgt, mal ausweicht oder auf Knopfdruck gezielt zuschlagt. Eigentlich handelt es sich nur um eine Aneinanderreihung von Quick-Time-Events, die trotzdem richtig Spaß machen und sich gut in das Gameplay des Telltale-Titels einreihen.

Eine weitere Spezialität der Batman-Interpretation von Telltale sind Rätsel: Wie ein Meisterdetektiv analysiert ihr nicht nur einzelne Gegenstände, sondern rekonstruiert ganze Tathergänge, um noch lebende Zeugen zu finden. Indem ihr die richtigen Elemente miteinander verknüpft, offenbart sich euch ein neuer Hinweis, durch den sich das Bild weiter vervollständigt. Zwar sind diese Rätsel recht einfach zu lösen, außerdem findet die Mechanik zumindest in der ersten Episode nur zwei Mal Anwendung. Dennoch bietet sie eine weitere gelungene Abwechslung in Batman: The Telltale Series.

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Im Strudel falscher Entscheidungen

Während Batman im Spiel kein großer Freund von Worten ist, sondern lieber seine Fäuste sprechen lässt, ist Bruce Wayne sein komplettes Gegenteil. Er erfüllt seine Aufgabe als Milliardär, empfängt Gäste in seinem Anwesen, führt politisch relevante Gespräche und meidet für gewöhnlich die dreckigen Ecken Gothams. Immer dann, wenn Bruce Wayne sein wahres Gesicht zeigt, werdet ihr dazu aufgefordert, Spiel-beeinflussende Entscheidungen zu treffen. Wie aus anderen Telltale-Spielen schon bekannt, müsst ihr in knapp bemessener Zeit wichtige Entscheidungen treffen, wie ihr zum Beispiel mit korrupten Politikern und Mafia-Bossen umgehen wollt oder für welchen eurer Freunde sich euer Einsatz am meisten lohnt.

Dabei zieht euch Telltale immer tiefer in den Strudel aus Korruption, Misstrauen und den eigenen Fehlentscheidungen, in denen Bruce Wayne gefangen ist. Im Spielverlauf zweifelte ich zunehmend an Entscheidungen, die mir Minuten zuvor noch völlig logisch erschienen. Das steigerte vor allem mein Mitgefühl für den tragischen Helden. Natürlich gilt genau dies als Spezialität von Telltale und ist eigentlich nichts Besonderes mehr, dennoch muss ich an dieser Stelle doch nochmal betonen: Die Story in Batman: A Telltale Series ist fast schon genial und verliert trotz eigener Einflüsse die Eigenschaften des klassischen Batmans nie aus den Augen. Chapeau!

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Crowd Play – Nicht ganz perfekt

Die größte Neuerung in Batman im Vergleich zu anderen Telltale-Spielen ist das schon im Voraus groß angekündigte Feature Crowd Play. Mit dem neuen Modus können euch bis zu 12 Mitspieler bei eurer Entscheidung helfen, ohne das Spiel zuvor erworben zu haben. Aktiviert ihr Crowd Play, wird ein Code eingeblendet, den eure Mitspieler via Smartphone auf der Homepage von Telltale aktivieren können. Auf ihrem Bildschirm werden nun vier verschiedene Farben eingeblendet, die jeweils für eine Antwortmöglichkeit stehen.

Batman – The Telltale Series: Crowd Play im Detail

Damit euren Mitspielern während der Quick-Time-Events nicht langweilig wird, können sie eure Aktion zudem mit einem Daumen bewerten. Das hat zwar keine Funktion im Spiel, macht aber unglaublich viel Spaß. Völlig ausgereift ist Crowd Play allerdings noch nicht. Während ihr im „Gruppe“-Modus demokratisch entscheidet, endet die Abstimmung im „Host“-Modus, sobald ihr als Host eine Entscheidung getroffen hat. Dadurch haben nicht alle genug Zeit, einen Tipp abzugeben. Wird hingegen auf jeden gewartet, reicht die Zeit nicht mehr für eure eigene Entscheidung. Ich kann daher empfehlen, euch erst einmal noch an den „Gruppe“-Modus zu halten. Außerdem ist Crowd Play aufgrund starker Verzögerungen bei der Übertragung für  Streamer eher ungeeignet.

Technische Probleme mit der PC-Version

Von einer zu geringen Framerate über den fehlenden Controller-Support bis hin zu fiesen Bugs – Batman: The Telltale Series lässt zumindest auf dem PC kein technisches Fettnäpfen aus. Besonders betroffen scheinen Laptop-Nutzer zu sein, dort ist Batman teilweise wohl sogar unspielbar. Wann die Probleme behoben werden, ist bislang nicht bekannt, Telltale selbst bezog noch keine Stellung dazu. Wir haben für euch alle bislang gemeldeten Probleme mit Batman: The Telltale Series zusammengefasst.

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Mein Fazit zur 1. Episode von Batman: The Telltale Series

Auch wenn die technischen Probleme auf dem PC den Release von Batman: The Telltale Series überschatten und Crowd Play noch ausbaufähig ist, kann ich das düstere Telltale-Abenteuer auf jeden Fall empfehlen. Die Story weiß zu packen, die knapp zwei Stunden Spielzeit erreichen ihr Ziel und machen so richtig Lust auf die kommenden Episoden. Die Atmosphäre ist düster und von Anfang an nichts für schwache Nerven. Die Geschichte ist trotz eigener Elemente eng am Franchise angelehnt und passend umgesetzt. Und auch in Sachen Gameplay kommt bei der ersten Episode des neuen Telltale-Spiels keine Langeweile auf. Neben den Quick-Time-Events ergänzen vor allem die Kombinier-Rätsel gelungen das schon bekannte Telltale-Spielprinzip.

Batman: The Telltale Series erscheint für PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One, PC, iOS und Android. Die erste Episode „Reich der Schatten“ ist seit dem 2. August spielbar. Die Release-Termine für die folgenden Episoden sind bislang noch nicht bekannt.

Die-GIGA-GAMES-Wertungsphilosophie

Batman - The Telltale Series
Entwickler: Telltale Games
Preis: 14,99 €

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