Game of Thrones - Episode 2 TEST: Fetzen in Westeros

Dominic Stetschnig

Telltale Game of Thrones - Episode 2 tritt in große Fußstapfen. Dabei wird nicht nur das Erzähltempo, sondern auch die Gewaltschraube ordentlich angezogen. Außerdem können sich Spieler in der schwarzen Festung nun selbst davon überzeugen, ob Jon Snow wirklich nichts weiß.

Telltale Game of Thrones – Episode 2: The Lost Lords

Ein verstoßener Bruder kehrt aus dem Exil zurück, ein totgeglaubter Bruder ist doch noch am Leben und in Königsmund stehen erneut Mord und Intrigen auf dem Plan. Wenn ihr euch mittlerweile am Trailer zur fünften Staffel von Game of Thrones sattgesehen habt und die Wartezeit bis April dennoch überbrücken wollt, haben die Adventure-Macher von Telltale Games genau das richtige Mittel für euch: Mit „The Lost Lords“, der zweiten Episode des interaktiven Adventures, ging vor wenigen Tagen die Fortsetzung zu einem anspruchsvollen Auftakt an den Start. Nun gilt es zu beweisen: Stirbt Episode 2 den nicht gerade heldenhaften Fortsetzungstod oder löst Telltale Games das Versprechen ein, die Fans auf keinen Fall zu enttäuschen?

Von Eisen und Eis

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Telltale Game of Thrones: Die Charaktere des Hauses Forrester

Keine Panik, diese Review ist weitestgehend spoilerfrei. Obwohl ich mich ohnehin wundere, wie meine Kollegen es teilweise schaffen, trotz Reddit und 9Gag so wenig informiert über die aktuellen Geschehnisse in Westeros, sowohl im TV als auch im Spiel, zu sein. Umso größer die Herausforderung, dennoch die Geschichte einigermaßen zu umreißen: Das Haus Forrester ist stark angeschlagen, Ironrath ist in den Händen von White Hill Soldaten und der neue Lord hat Probleme, diese in den Griff zu bekommen. Die bevorstehende Beerdigung des ehemaligen Hausherren drückt die Stimmung da nur noch mehr. Währenddessen muss sich Ex-Knappe Gared an die rauen Sitten und den forschen Umgangston in der Schwarzen Festung gewöhnen, trifft dort aber auf einen alten Bekannten der Serie: Jon Snow, der zwar nichts weiß, aber dennoch ein guter Verbündeter ist. Währenddessen gerät Lady Mira in Königsmund in Angelegenheiten hinein, die weit über das Schicksal ihrer Familie hinauszugehen scheinen. Und im fernen Yunkai bekommt der verlorene Bruder Asher die Nachricht, dass seine Familie ihn braucht. Mit der tapferen Kriegerin Beskha macht er sich sogleich auf den Weg in den Norden.

Mehr Eisen als Eis

Der Einstieg gibt direkt mal die Tonalität der zweiten Episode vor: Während man in „Iron from Ice“ noch mehr gesprochen als gehandelt hat, dreht „The Lost Lords“ gewaltig, oder besser „gewalttätig“ an der Action-Schraube. Noch bevor das Intro über den Bildschirm flimmert weiß man, weshalb die USK „keine Jugendfreigabe“ erteilt hat. Und das, obwohl Episode 1 mit der „Red Wedding“ eröffnete! Das angezogene Erzähltempo richtet jedoch alles Andere als Schaden an, im Gegenteil! Während lange Dialoge bislang im Vordergrund standen, hat „The Lost Lords“ eine hervorragende Balance im Spieltempo zwischen Action und Emotionen gefunden. Auch der häufige Wechsel des Schauplatzes und somit der Charaktere gelingt. In die beiden neuen, spielbaren Charaktere findet man sich schnell ein. Es ist wohl der erstaunlichen Fingerfertigkeit von Telltale Games zuzuschreiben, dass man innerhalb so kurzer Zeit eine Bindung zu Charakteren aufbaut, deren Schicksal so ungewiss ist wie der Erscheinungstermin der nächsten Episode.

Zum Fazit geht es hier entlang!

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