Live-Action-Spiele wie The Bunker zählen schon lang zu einer fast ausgestorbenen Gattung. Und dennoch gibt es immer wieder einige Titel, die sich an dem ungewöhnliche Stil versuchen. Ob The Bunker der Spagat zwischen Live-Action samt spannender Story und gutem Gameplay gelingt, liest Du im Test.

 

The Bunker

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The Bunker
The Bunker: Launch-Trailer zum Live Action-Game

Stell Dir vor, es ist Apokalypse und keiner geht hin. Nun, das dürfte eigentlich selbstverständlich sein, sind doch die meisten auf dem Weg in einen Bunker, um sich vor der Katastrophe zu schützen. Und darum geht es auch im Live-Action-Adventure The Bunker. Du übernimmst die Rolle von John, dem allerletzten Bunkerbewohner, der dort sein ganzes Leben verbracht hat. Von Geburt an kennt er nur die kargen Wände und strikten Regeln des dunklen Gemäuers. Und nun ist er der letzte Verbliebene, der die Stellung hält. Zumindest, bis der Alarm in dem unterirdischen Gebäude losgeht und The Bunker seinen Lauf nimmt.

Doch ich will zunächst einmal erklären, worum es sich bei The Bunker überhaupt handelt. Das Indie-Adventure von Splendy Interactive ist ein sogenanntes Live Action-Spiel. Das bedeutet, dass die Szenen direkt mit echten Schauspielern aufgenommen wurden und Du diese durch kleine Befehle durch die Gegend steuerst. So öffnest du mit John Türen, durchsuchst Schubladen oder hörst dir alte Aufzeichnungen aus der Zeit an, in der der Bunker noch bewohnt war. Jede Aktion löst quasi eine weitere Sequenz aus.

An Live-Action muss man sich zunächst ein wenig gewöhnen. Da das Ganze wie ein Film aufgezogen ist, vergaß ich gleich an mehreren Stellen eine Eingabe vorzunehmen. Ich habe einfach erwartet, noch in einer Zwischensequenz zu sein. Aber das spricht immerhin für die Qualität der Aufnahmen und die schauspielerische Leistung die Adam Brown (Der Hobbit) alias John oder seine Kollegen Sarah Greene (Penny Dreadful) und Grahame Fox (Game of Thrones) auf den Bildschirm zaubern.

Und dennoch scheitert The Bunker ein wenig an meinen Erwartungen. Ich hatte mir einen Thriller erhofft, der von Anfang an packt und vielleicht sogar den ein oder anderen Ausflug ins Horror-Genre macht. The Bunker hat zwar eine durchaus spannende Geschichte, die interessant beginnt und auch gegen Ende wieder Fahrt aufnimmt. Doch dazwischen wurde nicht viel aus der Story herausgekitzelt. Alles wirkt zunächst etwas wirr zusammengeschustert. Da hilft selbst die große Auflösung am Ende nicht. Diese findet zwar noch einen guten Bogen, lässt mich aber insgesamt eher unbefriedigt zurück.

Während ich mich aber noch auf die Story einlassen konnte und wissen wollte, wie es ausgeht, gibt es Dinge, die The Bunker wirklich vermasselt. Das wäre vor allem die fehlende Herausforderung. Im Spiel gibt es keine Rätsel. Alles das, was in irgendeiner Art „herausfordernd“ sein soll, wird in Quick-Time-Events ausgefochten, die richtig auf die Nerven gehen. Da leidet nicht nur eure Maustaste, sondern auch der Geduldsfaden, wenn die Eingaben nicht richtig erfasst oder unnötig in die Länge gezogen werden.

Spiele, wie Her Story und Contradiction, die ebenfalls in die Live-Action-Kerbe schlagen, bieten da deutlich mehr spielerischen Tiefgang, aber mindestens genauso viel (wenn nicht sogar mehr) Mystery und Thrill. Am Ende fällt es mir wirklich schwer The Bunker richtig zu loben. Exakt 100 Minuten habe ich mich mit John durch die dunklen Abschnitte des Bunkers gewunden. Vor allem aufgrund der kurzen Spielzeit, den spielerischen Schwächen und dem gleichzeitigen Preis von 19,99 Euro (Vorbestellerpreis: 16,99 Euro) würde ich wirklich nur Hardcore-Live-Action-Fans und Mystery-Fanatikern zum Kauf raten. Alle anderen sollten vielleicht einen Blick auf die genannten Alternativen werfen, die einfach mehr für ihr Geld und die Abendgestaltung bieten.

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