Es ist noch kein Jahr, dass The Crew erschienen ist, da steht euch mit Wild Run eine Erweiterung ins Haus, die das ganze Spiel einmal umkrempeln soll. Motorräder, Monster-Trucks und Wetter-Effekte sind ein Teil der vollmundigen Versprechungen seitens Ubisoft. Ob und für wen sich dieser DLC lohnt, erfahrt ihr hier.

 

The Crew

Facts 
The Crew
The Crew Launch Trailer

Die Geschichte bleibt dünn

Bereits im Hauptspiel wurdet ihr Zeuge einer etwas gewöhnungsbedürftigen Handlung. Diese war deshalb nicht so leicht zu verdauen, weil sie so dünn war, dass ihr sie leicht übersehen konntet. Wild Run liefert euch zwar neue Missionen, die an so etwas wie eine Geschichte erinnern, doch über ein paar Dialoge oder eingeblendete Fotos gehen auch diese selten hinaus.

The Crew™_20151119124211

Das ist eigentlich schade, da die Basis für mehr Spannung durchaus gegeben ist. Zusätzlich ist es verwunderlich, dass so gut wie nichts aus dem DLC selbst Teil der neuen Story ist. Dabei wären diese Missionen gut geeignet, euch in die Neuerungen einzuführen. Solltet ihr also Lust auf eine packende Handlung haben, werdet ihr hier weiterhin kaum bis gar nicht bedient.

Bilderstrecke starten(17 Bilder)
The Crew – Wild Run: Neue Autos, Monstertrucks und Motorräder

Man nehme Arcade und würze es mit Arcade

An der Fahrphysik hat sich nichts geändert. Doch frischen Wind  bekommt ihr trotzdem. Bisher konntet ihr eure Autos in bis zu fünf verschiedenen Klassen ausrichten und sie so durch entsprechende Kits beim richtigen Tuner in beispielsweise Ralley- oder Performance-Kisten verwandeln. Diese Klassen wurden nun erweitert, so dass ihr unter anderem Drift- oder Dragster-Karren basteln könnt. Während sich Drift-Autos so verhalten, wie ihr es aus anderen Spielen gewohnt seid, bieten die Dragster etwas, das ihr eher selten in Rennspielen geboten bekommt. Da es hier nur um Geschwindigkeit geht, liegt die Konzentration einzig auf dem Gas und dem richtigen Schalten. Betrachtet ihr die Tatsache, dass diese Rennen nichts weiter als ein Minispiel sind, wundert es euch nicht mehr, warum die meisten anderen Spiele auf diese Disziplin verzichten.

Wer würde nicht gerne einmal mit einem solchen Brett durch die USA tuckern und dabei alle Autos auf dem Highway dem Erdboden gleich machen? Neben dem Freien Fahren sind die Monster-Trucks auch in Missionen eingebunden. Dort bewegen sich diese auf einem Parcours mit Rampen und sogar Loopings. Ja, Loopings! Als wären diese nicht Arcade-lastig genug, dürft ihr schwebende Punktemarken einsammeln. Das hat so gar nichts mehr mit Realismus zu tun. Auch wenn The Crew keine Simulation war, erzählte es doch eine Geschichte die wenigstens ansatzweise ernst zu nehmen war. Die Monster-Trucks passen, zumindest in der Form, so gar nicht in dieses Bild.

The Crew™_20151119031041

Zum Glück gibt es noch die Motorräder. Hier gibt es wenig auszusetzen. Die bereits erwähnten Klassen finden in abgespeckter Form auch hier Verwendung, so dass ihr viele unterschiedliche Rennen auf zwei Rädern vor euch habt - gesetzt den Fall, ihr findet die Motorräder überhaupt. Einzig ein kleiner Texthinweis erinnert euch an dieses Feature. Die Karte dürft ihr dann selbst nach dem entsprechenden Händler absuchen. Interessant ist auch die Tatsache, dass ihr mit 180 Sachen frontal in den Gegenverkehr fahren könnt, ohne dass größere Schäden entstehen. Der Grund scheint auf der Hand zu liegen. Die Entwickler hatten wohl keine Lust, Zeit oder beides, ein Ragdoll-Modell für den Fahrer zu erstellen. Ein bisschen mehr Mühe wäre hier schon wünschenswert gewesen. Es wirkt nämlich sehr seltsam, wenn ihr mit Karacho einen Aufprall erlebt und sich dabei gerade mal das Hinterrad kurz anhebt.

Schönes schlechtes Wetter

Damit sich unter Umständen ein Neukauf lohnt, wurde die Optik von The Crew für Wild Run aufgehübscht. Habt ihr keinen direkten Vergleich wird es euch vermutlich nicht auffallen, da das Spiel schon vorher nicht schlecht aussah. Nur schade, dass die neuen Ressourcen nicht genutzt wurden, um die Rückspiegel endlich ordentlich zu animieren. Diese sehen nach wie vor aus, als hättet ihr ein Butterbrot darüber geschmiert. Glücklicherweise bekommt ihr zum Eis gleich hübsche Regen-Effekte und feuchte Straßen. Das sieht gut aus und macht sich beim Driften auf angenehme Art bemerkbar. Somit wechselt nun nicht mehr nur Tag und Nacht, sondern auch das Wetter.

Mehr zu tun

The Crew gab euch schon in der Standard-Fassung reichlich zu tun. Das ändert sich auch nicht mit Wild Run. Ganz im Gegenteil: Es gibt nun noch mehr zu tun, mehr Abwechslung - einfach mehr von von allem. Habt iht also prinzipiell Spaß mit dem Spiel, werdet ihr nun noch mehr Spaß haben und könnt noch mehr Zeit damit verbringen.

The Crew™_20151119030806

Hierfür steht euch beispielsweise das Summit-Festival zur Verfügung. Dort messt ihr euch in einer Auswahl der neuen Disziplinen, wie Dragster und Monster-Trucks. Da dieses aber allenfalls lose mit der Geschichte verknüpft wird, findet ihr es nur, wenn ihr die Bildschirmhinweise aufmerksam lest.

Unser Fazit zu: The Crew Wild Run

Wart ihr bisher keine Fans von The Crew, werdet ihr das auch nicht durch Wild Run. Habt ihr auf einen guten Zeitpunkt gewartet, es euch zu kaufen, dann wird es Zeit zuzuschlagen. Nicht alle Neuerungen sind nachvollziehbar und ergeben Sinn. Habt ihr keine Xbox One, ist es zumindest ein kleiner Trost. Alles in allem bleibt es ein nettes Spiel, dass für Arcade-Fans einiges ins Rennen schießt.

 

Wie gut kennst du FIFA? (Quiz)

Wertung

7/10
“Ich mochte The Crew trotz seiner Defizite. Mit Wild Run mag ich es sogar noch ein bisschen mehr.”
Michael Krüger
Michael Krüger, GIGA-Experte.

Ist der Artikel hilfreich?