Lohnt sich The Division? (Vorab-Test)

Kristin Knillmann 9

Heute erscheint der Rollenspiel-Shooter The Division, der irgendwas zwischen düsterem Koop-Abenteuer und Bio-Terrorismus-Geschichte sein möchte. Wir haben bereits knapp 6 Stunden für euch gespielt und verraten in unserem Video, welchen Eindruck das Spiel bisher macht und ob sich der Kauf wirklich lohnt.

The Division: Unser Vorab-Test.
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Was ist The Division überhaupt?

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Die besten Glitches: Von gruselig bis kurios

Gut, dass ihr fragt: The Division ist DAS Spiel, über das aktuell alle reden. Der Rollenspiel-Shooter-Mix ist das neuste Game unter dem Tom-Clancy-Label und versetzt euch in ein post-apokalyptisches Manhattan. Das sieht allerdings ganz anders aus als bei Fallout, immerhin ist der Tag Null, seit dem New York den Bach heruntergegangen ist, noch gar nicht so lang her.

Am Shoppingtag Black Friday wurde der sogenannte „Dollar Bug“ durch die Hand einer mysteriösen Quelle freigesetzt – eine Pandemie, die sich über Geldscheine verbreitete und die gesamte Stadt lahmlegte. Millionen Leute sind tot, die Regierung kann nix mehr machen und Wasser gibt’s auch nicht viel.

TheDivision_Kampf

Aber – und so kennen wir das ja von Videospielen – es gibt EUCH. Die Agenten der Division, die New York City in ihre Gewalt bringen wollen, um dem ganzen kriminellen, zerstörerischen Abschaum das Handwerk zu legen.

Seien wir mal ehrlich: Dieses realitätsnahe Setting klingt verdammt gut – aber das heißt ja bekanntlich noch nicht viel. Wie gut – oder schlecht – The Division in seinen ersten 6 Stunden wirklich ist, verrate ich euch JETZT.

Willkommen in der Apokalypse: Einstieg und Charaktereditor

The Division will ganz gern ein Mix aus lauter Genres sein. Deswegen stellt es uns gleich zu Beginn und noch vor dem richtigen Einstieg einen Charaktereditor vor die Nase. Der fällt allerdings limitierter aus, als ich mir das gewünscht hatte: Ich kann mein Geschlecht, und dann aus wenigen Gesichtsformen und sekundären Merkmalen wählen. Dabei lege ich keinerlei körperliche Attribute oder Kleidung fest – Jacken und Hosen sammel und ändere ich erst im späteren Spielverlauf. Hier geht’s nur um meinen Kopf. Und den kann ich nicht wirklich individuell gestalten. Ich hab zwar mehr Auswahl an Tattoos als an Frisuren, aber letztlich bleiben die Optionen zumindest für die Erwartungen an ein „Rollenspiel“ zu gering. Warum kann ich mich nur für Piercing ODER Brille entscheiden? Was, wenn ich Beides tragen möchte? Vergesst schnell wieder, euch in The Division akkurat nachbauen zu können.

Nachdem ich mir dann also meine Figur gebastelt habe, schmeißt mich The Division gleich unbeholfen ins Spiel. Zu Beginn bewege ich mich noch im angrenzenden Brooklyn statt Manhattan – ein Tutorial-Bereich sozusagen. Seinen Tutorial-Job macht das Spiel allerdings nur sehr halbherzig: Etwa eine Stunde lang laufe ich in diesem Areal durch die Gegend, finde ein Savehouse und löse die ein oder andere Nebenaufgabe. Kontext? Gibt’s kaum. Während sich die einen vielleicht freuen, dass The Division ihnen nicht das Händchen hält, mag sich manch anderer ein wenig überfordert und alleingelassen fühlen. Was mache ich hier? Was soll das Ganze? Man weiß es nicht. Und irgendwie ist es auch ein bisschen wurscht.

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Eine wahnsinnige Atmosphäre

In all dieser nichtssagenden Leere fällt mir aber direkt wieder eine Sache auf, die ich schon nach der Closed Beta gelobt habe: Von dem Moment an, an dem ich meinen Fuß zum ersten Mal auf die leeren Straßen von New York setze, schwallt mir eine richtig dicke Atmosphäre entgegen. Hier gleicht einfach keine Ecke der anderen, kaum ein Asset wurde kopiert und zig hundert Mal verwendet. Im Gegenteil: Das New York in The Division wirkt authentisch – und das bis ins kleinste Detail mit Graffitis, Stickern, Werbeslogans, Müllbeuteln oder mit Kisten bepackten Autos, die es nie aus der Stadt geschafft haben.

Zu dieser Atmosphäre trägt es tatsächlich auch bei, dass auf den Straßen nur wenig passiert. Das mag spielerisch langweilig sein, wertet aber jede der zufälligen Begegnungen zusätzlich auf. Wenn plötzlich Rebellen schier aus dem Nichts auf mich schießen und mich in einen Kampf verwickeln, oder ich entfernt die Schreie von bedrohten Zivilisten wahrnehme, bekomme ich richtig Lust, stundenlang durch Manhattan zu laufen und nur die Welt auf mich wirken zu lassen.

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Nach mehr als 5 Spielstunden fällt dann allerdings doch auf, wie konstruiert einige dieser Szenen sind. Die Begegnungen mit Bedürftigen, denen ich Items schenken kann, laufen beispielsweise immer wieder nach dem gleichen Schema ab. Das lässt mich nach einer Weile dann doch zu sehr hinter die Fassade und Mechaniken der schönen Welt blicken und bricht die eigentlich so gute Atmosphäre stellenweise auf.

Was ist denn jetzt mit der Story?

Da hilft es dann auch nicht unbedingt, dass die Geschichte des Spiels so schwerfällig transportiert wird. Hier und da gibt es eine Cutscene, in der dann allerdings nur die sekundären Hauptfiguren – wie Agentin Faye Lau – oder die Nebenfiguren zu Wort kommen. Euer Charakter hingegen steht nur stumm daneben und guckt zu.

Was ja nicht so schlimm wäre, wenn das Pacing entsprechend der vielversprechenden Bio-Terrorismus-Geschichte wenigstens angemessen wäre. Stattdessen geht es in den Segmenten eher um kleinere Dinge wie die Rettung von integralen Figuren aus den Fängen der bösen Fraktionen, oder den Aufbau der Division-Basis. Alles andere – also Motivationen der Charaktere, Vorstellungen der Key-Player, usw. – bleibt zumindest in den ersten Stunden überwiegend blass. Faye erwähnt zwar mal, dass wir bereits die zweite Welle der Division-Agenten sind, die Manhattan betreten und man nicht wisse, was mit den anderen Agenten geschehen sei. Aber kurz danach scheint das Thema dann auch für den Moment wieder egal zu sein.

Also: ja. Es geht um Dinge. Es werden Themen aufgeworfen, über die ich gern mehr erfahren würde. Aber ihr dürft hier auf keinen Fall ein Erzähltempo erwarten, das euch konstant mit einer grandiosen Geschichte neugierig bei der Stange hält. Die Geschichte ist in The Division eher ein zu langsam erzählter Rahmen für das Gameplay und das Missionsdesign – dazu nachher mehr.

Vorher noch eine Sache - und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das gut oder schlecht finde: Viel von dem, was ich an dem Setting spannend finde, wird nicht klassisch erzählt, sondern über die mehr als 200 sehr unterschiedlichen Items, die ich einsammeln kann. Da schalte ich dann teilweise Überwachungskamera-Videos frei, die mir kleine Geschichten aus den Anfängen der Pandemie erzählen, oder finde Survival-Guide-Einträge, die dem zusätzlich veröffentlichten Buch „New York Collapse“ ähneln. Gut ist, dass ich darüber immerhin das erfahre, was ich wissen will, und dass der wahnsinnige Sammeltrieb in Division einen sinnvollen Zweck hat. Doof hingegen, dass ich mich – wenn ich mehr erfahren will – eben halt auch stärker als üblich auf das Sammeln einlassen muss, was in anderen Spielen eher optionales Beiwerk gewesen wäre.

Alles zum Missionsdesign, Gameplay, Fähigkeiten-System, der Menüführung und den Bugs lest ihr auf der kommenden Seite. Dort findet ihr außerdem ein erstes Fazit zu The Division.

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