Lohnt sich The Division? (Vorab-Test)

Kristin Knillmann 9
The Division: Unser Vorab-Test.
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Verspielte Chance: Das Missionsdesign

Bevor The Division erschien, habe ich mal gesagt: „Das Spiel steht und fällt für mich mit dem Missionsdesign“ – und nach mehr als 5 Stunden mit The Division bin ich genau davon leider noch wenig begeistert. Alles in allem erwarten euch hier Standard-Shooter-Multiplayer-Missionen: Laufe von A nach B, bringe Gegner um oder sammel Zeug ein. Mal als Hauptmission, die zumindest gegen Ende noch einen kleineren Bosskampf bietet. Mal als sogenannter „Kampf“, unter dem ihr diverse Kleinkram-Aufgaben wie Virusforschung, Straßensperre oder Störung des Waffenhandels findet. Und, Überraschung: All das ist entweder das Umnieten von Gegnern, oder das Anklicken von Dingen und anschließende Umnieten von Gegnern. Oder das Beschützen von Dingen und… anschließende Umnieten von Gegnern.

Eine schöne, wenn auch zu seltene Abwechslung sind die Echoes. Wenn ihr eines davon in Manhattan findet, erscheint die Welt einem blauen Schleier samt orangefarbener Silhouetten. Die verraten euch, was an Ort und Stelle passiert ist, und geben euch damit womöglich Hinweise auf das Verbleiben von vermissten Personen. Mehr interaktiver Kram dieser Art hätte The Division sicher nicht weh getan.

Denn ein Ausblick auf die Karte, die mir bereits die kommenden Missionen verrät, sieht ansonsten wenig abwechslungsreich aus: Da warten Ereignisse, Einsätze zum Ausbau meiner Basis und immer gleiche Kämpfe, wohin das Auge auch blickt.

Was wirklich zählt: Das Gameplay

Aber ein Gutes hat die Sache ja: Das Gameplay, das sich hinter all diesen Missionen versteckt, macht verdammt viel Spaß. Das liegt zum Beispiel an der überwiegend guten KI. Die ersten zwei der vier Gegner-Klassen stehen nicht nur in der immer gleichen Ecke herum, sondern flankieren mich, oder klettern auch mal auf ein Auto, um mich leichter erreichen zu können. Leider gibt es aktuell hier und da KI-Aussetzer wie den Bossgegner, der es mir besonders leicht gemacht hat, mein gesamtes Magazin in ihn zu entladen. Solche Stellen bleiben zum Glück ein Ausnahmefall.

Wer Shooter mag, wird auch hier Freude mit dem Gunplay haben. Das ist nicht so gut wie beispielsweise in Bungies Destiny, aber dann doch besser als in anderen Koop-Spielen wie Borderlands. Die Waffen fühlen sich unterschiedlich an, und die Auswahl bietet dank zusätzlicher Statuswerte eine angenehme Tiefe, die weit über „einfach die stärkste Waffe nehmen“ hinaus geht.

Am Besten haben mir allerdings das Deckungssystem und die unglaublich gute Steuerung gefallen. Jeder Button, jede Taste ist so angelegt, dass sie im Kampf perfekt betätigt werden kann. Kein Steuerungselement fühlt sich fehl am Platz an. Und so elegant, wie ich in The Division von Cover zu Cover renne, habe ich es selten erlebt.

Rollenspiel - oder doch nicht?

In das Gameplay spielt auch das unterliegende „Rollenspiel-System“ mit rein. Während ihr die passiven Fähigkeiten allesamt ansammeln könnt, indem ihr eure Basis strategisch ausbaut, sind es vor allem die Talente und die Skills, von denen nur wenige zum Einsatz kommen und die euren Spielstil verändern.

Alle Optionen werden unter Medizin, Tech und Sicherheit einsortiert und geben Effekte für genau diesen Bereich. Medizin-Spezialisten haben Heil-Boni, Techniker können zB gut mit Granaten umgehen, und Sicherheitsleute verfügen über Schilde und Barrikaden. Ihr könnt euch mehrere Talente aussuchen, die euch passive Boni verleihen. Die Skills – bzw. maximal zwei Skills zur gleichen Zeit - werden hingegen aktiv im Kampf eingesetzt.

Erwartet an dieser Stelle nicht den Tiefgang eines Rollenspiels. Dadurch, dass euch wahlweise nur wenige Fähigkeiten zur Verfügung stehen, und ihr diese auch über Waffen mit spezifischen Talent-Boni aufwerten könnt, fühlt sich The Division weniger nach Rollenspiel und mehr nach Klassenspiel an. Die Skills haben durchaus einen relevanten Einfluss auf das Spielgeschehen, der Fokus liegt aber eher darauf, sich gemeinsam mit seinen Koop-Kollegen ein abwechslungsreiches Skill-Setup zu bauen, das euch taktisch gut durch die Kämpfe trägt.

Alle Skills, Talente und Perks von The Division im Detail*

Inwiefern sich der Skill-Tree abwechslungsreich genug anfühlt, wird man dann wohl erst im späteren Spielverlauf sagen können. Nach 5,5 Stunden hatte ich erst drei Skills, vier Talente und vier Fähigkeiten freigeschaltet. Da ist definitiv noch Potential für mehr.

Ein Traum: Die Menüführung

Kommen wir noch zu ein paar Kleinigkeiten, die ich durchaus relevant finde: Die Menüführung von The Division muss sich zu keiner Zeit vor ihren Rollenspiel- und Shooter-Kollegen verstecken. Im Gegenteil: Nach kurzer Eingewöhnung habe ich mich extrem gut zurechtgefunden und konnte alle wichtigen Dinge mit nur wenigen Klicks finden, ändern, modden oder für den Verkauf markieren.

Die zusätzliche, digitale Anzeige des Item-Inventars und der Geldbörse auf meinem Rucksack, ist mir lieber als das klassische HUD und fügt sich perfekt in die atmosphärische Welt ein. Man muss schon ein wenig umdenken, als wenn man für diverse Werte immer zum unteren Bildschirmrand schaut. Nach einer knappen Stunde Gameplay empfand ich die Anzeige neben meinem Charakter aber wesentlich immersiver.

Bugs, Bugs, Bugs

Wenn ihr jetzt gleich mit The Division beginnen wollt, dann lasst euch allerdings noch eines gesagt sein: Zum aktuellen Zeitpunkt gibt’s noch einige unschöne Bugs - zumindest in der von mir gespielten PC-Version.

So wie diesen blöden Mist mit dem Schwarzen Bildschirm zu Beginn des Spiels, den man nur über Umwege weg bekommt. Oder Gegner, die nur spawnen, wenn man die Straße von einer bestimmten Richtung aus betritt. Oder Gegner, die in einer Quest auf Zeit erst total spät auftauchen.

The Division: Alle Änderungen des Day One Patch*

Das ist alles nicht Game-Breaking, stört die Atmosphäre aber eben doch. Ich hoffe, dass einige Patches die Probleme ausbessern können. Bis dahin gibt es Lösungshilfen für die Bugs in einem separaten Artikel auf GIGA.

Mein erstes Fazit zu The Division:

Jetzt habe ich ganz viel geschrieben und ihr habt ganz viel erfahren. Aber was bedeutet das eigentlich in der Gesamtheit? Lasst uns doch noch mal kurz nachschauen:

  • Der Einstieg samt Charaktereditor ist schwach und nicht wegweisend.
  • Die Stadt ist der Hammer und die Atmosphäre richtig toll – mit leichten Abstrichen in der B-Note aufgrund der recht gleich ablaufenden Begegnungen.
  • Story? Ist da, aber zu sehr im Hintergrund und ohne richtiges Erzähltempo.
  • Während das Missionsdesign in seinen unterschiedlichen Kategorien zu ähnlich abläuft, …
  • … sticht bei The Division vor allem das gute Gameplay raus. Solides Gunplay, flankierende Gegner und ein hervorragendes Deckungssystem machen jedes Shootout – vor allem im Koop-Modus, wenn man auch taktisch vorgehen kann – zu einem riesigen Spaß.
  • Aufgewertet wird das durch eine ordentliche Menüführung…
  • … und ein Fähigkeiten-System, das nicht in die Tiefe geht, aber Abwechslung bietet.

Es ist also eher das Looten & Leveln, das The Division zu einem spielenswerten Titel macht.

TheDivision_Ausblick

Wenn ihr also die Koop-Komponente und das Missionsdesign von Destiny oder Borderlands, oder die Raids aus World of Warcraft mochtet, und bestenfalls noch Fan von dystopischen Welten seid, dann ist The Divison voraussichtlich voll euer Ding.

Wenn ihr ein Singleplayer-Spiel oder Rollenspiel mit Tiefe, Story und abwechslungsreichen Quests erwartet, dann lieber Finger weg!

Vielleicht reicht es aber auch schon aus, Fan von New York zu sein. Denn – noch ein letztes Mal – der Nachbau der Stadt ist grandios gelungen und man bekommt beim Laufen durch die Straßen direkt Lust, den Big Apple zu besuchen.

Meine ganzen Erfahrungen basieren auf 5,5 Stunden Gameplay. Entsprechend sind einige Punkte natürlich mit Vorsicht zu genießen. Immerhin ist noch unklar, wie sich das Skill-System anfühlt, wenn ihr alles freigeschaltet habt, und wie sich Story und Missionsdesign im späteren Spielverlauf entwickeln. Auch hab ich aktuell natürlich noch keinen Eindruck davon, wie sich Item Drops oder der Austausch im Online-Bereich der Dark Zone gestalten. All das sind Dinge, die euch dann im finalen Review samt Wertung erwarten werden, das im Laufe der nächsten Woche auf GIGA erscheint.

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