Die Faszination des Bösen: Warum ich das Horror-Genre liebe

Annika Schumann 6

Heute ist Halloween und somit auch wieder die Zeit der Hexen, Dämonen und Geister – also genau meine Zeit. Während ich nur wenige Bekannte habe, die gerne Horror-Filme oder -Spiele genießen, bin ich da genau in meinem Element.

Die Faszination des Bösen: Warum ich das Horror-Genre liebe

Direkt hinter dem Gartenzaun meines Elternhauses befindet sich ein Friedhof. Während sich Freundinnen von mir schrecklich gegruselt haben, wenn im Sommer Fledermäuse durch unseren Garten huschten, war ich damals schon abgehärtet und habe mehr die Ruhe und den Frieden genossen, den diese Art von Nachbarschaft mit sich bringt. Vielleicht ist die Tatsache, neben einer Begräbnisstätte aufzuwachsen, einer der Gründe dafür, weshalb ich bis heute dem Horror-Genre fröne und nie genug bekommen kann.

Schon in meiner frühen Kindheit hat mir meine Mutter erlaubt, Stephen King-Filme zu sehen und die Bücher zu lesen, weil sie selbst ein großer Fan davon ist. Ich kann nicht mehr genau sagen, wann ich anfing mich für Schaudergeschichten zu interessieren, aber ich – und auch meine Mutter – wussten, dass ich davon definitiv keine Albträume bekommen würde, da ich die Geschehnisse immer sehr gut verarbeiten konnte.

Das Interesse war größer als der Schrecken

Bis heute habe ich nur selten schlechte Träume von irgendwelchen Horror-Gestalten oder –Szenarien. Stattdessen sind es eher die Alltagsgeschichten, die mich unruhig schlafen lassen. Deswegen habe ich mir auch, sobald ich lesen konnte, die Gänsehaut-Bücher von R.L. Stine geschnappt und sie verschlungen. Freundinnen von mir haben wochenlang nicht schlafen können – ich wollte immer mehr.

So kam es natürlich, dass ich eines Tages auch meine Liebe für Horrorspiele entdeckte. Bis heute zählen viele der Titel aus meiner Jugend noch zu meinen Favoriten. Darunter auch Forbidden Siren, das ich durch Simon und GIGA damals zum ersten Mal im TV sah und mich jeden Abend auf neue Gameplay-Eindrücke freute. Hah, Nostalgie pur wenn ich in mein Regal schaue und dort die Box stehen sehe.

Doch was genau macht die Faszination für mich aus, während andere schreiend davon laufen oder sich unter der Bettdecke verkriechen? Ich denke, dass ich dafür eine gute Erklärung habe. Einer meiner Lieblingsfilme ist „Die Frau in Schwarz“. Obwohl ich diesen bereits auswendig kenne, läuft mir dennoch jedes Mal wieder ein kalter Schauer über den Rücken. Es ist die Faszination des Übernatürlichen, des Bösen, die Vorstellung, dass gewisse Dinge wie rachsüchtige Geister vielleicht doch so existieren und passieren könnten.

Filme wie SAW oder Hostel zähle ich auch nicht zum Horror-Genre, denn dort fehlt mir das Feeling. Es muss dunkel, finster und undurchsichtig sein. Die Angst vor dem, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt, soll greifbar sein. Rein logisch betrachtet werde ich wohl niemals ein übernatürliches Ereignis erleben - denn laut Logik gibt es so etwas nicht. Deshalb greife ich auf das Medium Film oder Spiel zurück, um so etwas wenigstens auf diese Weise zu erfahren.

Manche mögen es seltsam finden, sich nach einem übernatürlichen Zwischenfall zu sehnen. Doch ich sehe das anders. Diese Welt ist mir teilweise zu trist, zu langweilig und ich würde mir wünschen, dass dort mehr wäre. Deswegen bin ich dem Horror- und Fantasy-Genre mehr zugeneigt als realistischen Werken. Dadurch wird die Welt um eine weitere, interessante und vielleicht auch beängstigend-spannende Nuance erweitert – und das finde ich interessant. Was wäre wenn. Deswegen verbinde ich mit Gänsehaut und Angst vor dem Dunkeln in Videospielen und Filmen nichts Schlimmes - im Gegenteil: ich wünsche mir mehr davon.

Die letzten Titel, die mir so richtig ins Mark gefahren sind, waren vor allem Daylight und The Evil Within – obgleich ich mir bei Letzterem noch mehr Schrecken gewünscht hätte. Ich hoffe sehr, dass in den kommenden Jahren noch mehr solcher Titel erscheinen und sehne mich vor allem wieder nach einem Project-Zero-Teil, der auch hierzulande erscheint. Diese Reihe hat es nämlich von allen Titeln, die ich bislang gespielt habe, am meisten geschafft, mich in absolute Angst zu versetzen. Zehn Minuten, die ich durch ein dunkles, knarzendes Haus laufen musste, nur bewaffnet mit einer Kamera und kaum „Munition“, fühlten sich teilweise wie Stunden an. Grandios.

Während andere Spieler ihr Vergnügen in Hardcore-Schlachten erlangen, erlebe ich bei Horror-Titeln eine ganz eigene Art von Spaß und Spannung. Wenn mein Puls rast, mein Herz bis zum Hals schlägt – das ist für mich ein Ereignis, welches vor allem durch die Interaktivität von Videospielen auf eine neue, andere Ebene gehoben wird.

Ich bin stets auf der Suche nach dem nächsten, schaurigen Kick, der mir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und ich denke nicht, dass sich das jemals ändern wird.

Wenn ihr noch schaurige Spiele für Halloween braucht, schaut doch mal hier vorbei:

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