Das Beste kommt zum Schluss: Für welches Videospiel-Ende lohnt sich das Durchspielen? (mit Umfrage!)

Dominic Stetschnig 9

Bruce Willis ist eigentlich den ganzen Film über tot und Brad Pitt existiert nur in Edward Nortons Kopf. Das große Finale einer Geschichte kann wie ein Endorphin-Schub für den Rezipienten sein - man wird mit einem Happy Ending belohnt, wird Zeuge eines spektakulären Twists oder wird mit einer Leere zurückgelassen, die jeder für sich selbst verarbeiten muss. Deshalb haben wir uns auf die Suche nach dem besten Videospiel-Ende gemacht: Welche Games haben ein Ende, für das sich das Durchspielen lohnt?

Als die letzten Sekunden von The Last of Us über meinen Bildschirm flimmerten, war ich sprachlos. Die kompletten End-Credits saß ich apathisch auf der Couch, hielt den Controller in der Hand und starrte auf die Namen der Entwickler. „Wow.“ Mehr brachte ich in diesem Moment nicht zusammen. Wie kann ein einzelnes Spiel einfach so viel richtig machen, um mich dann zum Schluss nochmal komplett neu zu überraschen?

Außerdem: Ich bin nicht nah am Wasser gebaut. Ich habe in meinem Leben genau zwei Mal bei Filmen bzw. Serien geweint. Das war beim Staffel-Ende von Six Feet Under und bei den ersten 10 Minuten von Pixars Oben. Doch Spiele wie Red Dead Redemption oder Brothers: A Tale of Two Sons beförderten einen ordentlichen Klos in meinen Hals. Gestern erst hat mein Kollege Martin darüber geschrieben, wie wichtig Dialoge in einem Videospiel sind. Denn das, was uns erzählt wird, hinterlässt Spuren. Videospiele sind längst mehr als reine Unterhaltung. Wie jede Form der Kunst berühren sie individuell. Man identifiziert sich mit dem Geschehen, der Umgebung, empfindet Empathie und reflektiert die vorgegebene Geschichte mit seinem eigenen Erfahrungshintergrund.

Aus exakt diesem Grund sind Games heutzutage oft emotionale Erfahrungen, die einen während des Spiels schon packen - das finale Siegel der herausragenden Qualität, quasi der „bleibende Eindruck“ wird häufig aber erst durch ein packendes Finale ausgelöst. Der Protagonist, aber vor allem auch der Spieler erlebt eine Katharsis, die das Spiel lebenslang in dessen Gefühlsdepot verankert. Der Begriff „Katharsis“ stammt aus der Literatur und bedeutete schon in den griechischen Tragödien die Reinigung von allen Affekten nach dem Durchleben bestimmter Emotionen. Frei interpretiert heißt das: Der Held der Geschichte hat am Schluss etwas aus der ganzen Sache gelernt, Hindernisse und Ängste verarbeitet und überwunden und geht als „gereinigter“ Charakter aus der Geschichte heraus.

Hier geht es zur Abstimmung: Sagt uns, welches Spiel eurer Meinung nach das beste Ende hat!*

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