Zelda Majora‘s Mask 3D Test: Ein schreckliches Schicksal

Martin Küpper 6

Das lange Warten hat bald endlich ein Ende: The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D steht in den Startlöchern! Doch was taugt die Neuauflage für den 3DS? Kann der Nintendo64-Klassiker auch heute noch überzeugen? Hier gibt es die Antworten!

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Fast vier Jahre ist es her, da spendierte Nintendo dem Zelda-Meilenstein Ocarina of Time einen neuen Anstrich und ließ Fans das legendäre Abenteuer in stereoskopischem 3D neu erleben. Seit damals warteten Zelda-Fans darauf, dass auch The Legend of Zelda: Majora’s Mask eine ähnliche Behandlung erfährt. Doch Nintendo wollte mit A Link between Worlds zuvor noch ein eigenständiges Zelda-Abenteuer auf dem Handheld veröffentlichen und so zog sich das Warten in die Länge. Nun ist es aber bald endlich soweit, in wenigen Tagen wird Majoras Mask 3D erscheinen und die lechzenden Fans somit erlösen. Doch was taugt die Neuauflage? Ist sie das lange Warten wirklich wert gewesen?

Ein ungewöhnliches Abenteuer

Zunächst sollten Neulinge wissen, dass sie mit Majora’s Mask alles andere als ein klassisches Zelda-Abenteuer erwartet. Logisch, die bekannte Mischung aus Erkunden, Kämpfen und dem Lösen von Rätseln ist durchaus auch hier gegeben und auch sonst finden sich viele vertraute Mechaniken. Diese werden jedoch durch zahlreiche neue Spiel-Ideen ergänzt, die den Ablauf und den Flair des Abenteuers deutlich verändern.

The Legend of Zelda Majora's Mask 3D Gameplay Video.

Schon die Handlung des Spiels hat wenig Vertrautes – das Königreich Hyrule und selbst Prinzessin Zelda selbst finden beispielsweise nur am Rande Erwähnung und auch Serien-Bösewicht Ganondorf schlummert seelenruhig in seiner Verdammung. Stattdessen bekommt es Link mit einem frechen Horror Kid, dem Fluch einer gruseligen Maske und dem abstürzenden Mond zu tun, der die Spielwelt Termina in eine Kraterlandschaft verwandeln zu droht.

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Der Lauf der Zeit

Um die Vernichtung Terminas zu verhindern bleiben euch nur drei Tage, die ihr durch die magischen Kräfte eurer Ocarina aber immer wieder neu erleben könnt. Die Zeit spielt folglich eine große Rolle, tatsächlich ist sogar das komplette Spiel um diesen Drei-Tages-Rhythmus gesponnen: Die Bewohner Terminas folgen nämlich immer den gleichen Tages-Abläufen, die ihr besonders beim Lösen der zahlreichen Nebenaufgaben beachten müsst. Es kann also beispielsweise sein, dass ihr am zweiten Tag um punkt 9 Uhr einem bestimmten Ereignis bewohnen müsst, um eure Aufgabe weiter verfolgen zu können.

Das klingt im ersten Moment nach schlechtem Spieldesign – wer möchte in einem Videospiel schon auf das Eintreffen eines Ereignisses warten müssen? Das Ganze wird allerdings dadurch entschärft, dass ihr die Zeit in vielerlei Hinsicht manipulieren könnt: mittels Ocarina könnt ihr den Lauf der Zeit verlangsamen, 12 Stunden in die Zukunft reisen oder zu Beginn des ersten Tages zurück kehren. Letzteres bleibt allerdings nicht ohne Folgen. Eine Reise in die Vergangenheit kann im schlimmsten Fall sogar euren Fortschritt in Haupt- und Nebenaufgaben zu Nichte machen. Die Reise zurück zum Morgen des ersten Tages kommt also tatsächlich einem Neustart gleich.

Auch das klingt jetzt zunächst sicher sehr abschreckend, tatsächlich schafft es Majora’s Mask jedoch äußerst geschickt den Frustfaktor durch cleveres Spiel-Design größtenteils zu umgehen. Euer Fortschritt wird quasi über Items, Masken (dazu kommen wir noch) und erlernte Songs gesichert, die ihr auch bei einer Rückreise durch die Zeit nicht verliert. Dennoch ist die Rolle der Zeit in Majora’s Mask ein Faktor mit dem man sich anfreunden muss und es gibt sicher auch Leute denen das nicht gelingen wird.

Maskenball

Eine weitere Eigenheit von Majora‘s Mask sind die zahlreichen Masken, die ihr im Laufe des Spiels erhaltet. Streift ihr eine über, erhaltet ihr bestimmte Fähigkeiten, deren Nutzen jedoch stark variiert. Sich mittels Maske unsichtbar zu machen ist für die kleineren Schleich-Passagen im Spiel durchaus eine Erleichterung, andere Masken wie die Frosch-Maske benötigt ihr hingegen nur einmalig zum Lösen einer Quest.

Doch der eigentliche Clou des Ganzen sind die drei Haupt-Masken, deren Zauber Link eine völlig andere Form geben. Durch sie kann Link die Gestalt eines Dekus, eines Goronen und schließlich die eines Zoras annehmen, die alle über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen. Der Deku kann über Wasser hüpfen, hat eine nützliche Dreh-Attacke und kann mit der Hilfe bestimmter Knospen durch die Lüfte gleiten. Der Gorone hingen ist groß und schwerfällig, kann auch schwere Gegenstände heben, hat einen donnernden Faustschlag und kann sich zur Kugel einrollen, um dann blitzschnell durch die Gegend zu kullern. Der Zora ist als Wasserbewohner natürlich der geborene Schwimmer und Taucher und gleitet entsprechend geschickt durch das kühle Nass.

Mit seiner menschlichen Form kann Link also vier Gestalten annehmen, deren Eigenheiten zum Bewältigen eurer Aufgaben selbstverständlich auch zwingend notwendig sind. Gleichzeitig sind die Masken ein gutes Sinnbild für die Stimmung von Majora’s Mask, die für Zelda-Verhältnisse sehr düster und skurril ausfällt. Mit den Masken schlüpft ihr nämlich in die Haut von Toten, deren Seele ihr zuvor erlöst habt… Schon etwas schaurig, wenn man das mal sacken lässt.

Was gibt es Neues?

Soweit so gut. Was hat sich für Majora’s Mask auf dem 3DS aber denn nun geändert? Wer bereits Ocarina of Time 3D kennt, hat im Grunde schon ein sehr gutes Bild von der Art der Überarbeitung. Zunächst einmal wäre da natürlich die verbesserte Grafik, die durchaus zu überzeugen weiß, auch wenn sie den 3DS mit Sicherheit nicht auslastet. Hinzu kommt der schicke 3D-Effekt, der euch buchstäblich noch tiefer in die Welt von Termina eintauchen lässt.

Auch die Bedienung profitiert von den Eigenheiten des 3DS. Durch den zweiten Bildschirm und dessen Berührungs-Sensor gestaltet sich die Handhabung der Menüs deutlich komfortabler. So könnt ihr beispielsweise Items und Masken nicht nur auf die X- und Y-Tasten legen, sondern habt zusätzlich auch noch zwei Knöpfe auf dem Touchscreen zur freien Verfügung. Eine weitere nennenswerte Kleinigkeit: Im Gegensatz zum N64-Original könnt ihr nun auch Masken im Menü ablegen, wenn ihr sie gerade tragt – Link zieht sie dann automatisch aus. Hier gibt es aber durchaus noch verpasste Gelegenheiten. Es hat mich etwa besonders gestört, dass man Feuerpfeile nach wie vor extra im Menü ausrüsten muss, statt diese einfach auf Knopfdruck aktivieren zu können.

Dazu gesellen sich weitere kleine Änderungen im Spieldesign, die für sich genommen oft nicht nennenswert sind, insgesamt aber für Neulinge ein angenehmeres Spielgefühl ermöglichen. So bekommt ihr das Tagebuch der Bomber (quasi euer Questlog) etwa nun unweigerlich im Handlungsverlauf, die Position der Bank (dort könnt ihr Rubine zeitlos einlagern) wurde geändert und es gibt (genau wie schon in Ocarina of Time 3D) magische Steine, die euch Tipps für das Weiterkommen geben. Für das Time-Management ganz besonders interessant: Ihr könnt euch im Spiel nun einen Alarm zur Erinnerung an bestimmte Ereignisse setzen. Außerdem wurden selbst einige der Boss-Kämpfe leicht überarbeitet.

Zelda: Majora‘s Mask 3D Test-Fazit

Zelda: Majora’s Mask ist ein klasse Spiel, dass mit einzigartigen Spielideen und einer unverwechselbaren Atmosphäre punktet. Mit seinen vielen Eigenheiten wird sich nicht jeder anfreunden können, andere werden das ungewöhnliche Zelda dafür aber umso mehr ins Herz schließen. Es ist ein Spiel mit Ecken und Kanten, die potentiell durchaus stören können – aber auf der anderen Seite machen gerade sie auch den Reiz des Spiels aus. So war es, so ist es und daran ändert auch die 3DS-Neuauflage nichts. Ich empfehle aber ausdrücklich sich am Spiel zu probieren, denn mit seinem eigenwilligen Charme ist Majora’s Mask ein unvergleichliches Erlebnis.

Wer Majora’s Mask bereits kennt und liebt, wird vermutlich ohnehin zugreifen. Wer das Spiel nicht unbedingt im Hosentaschen-Format haben möchte, muss sich aber die folgende Frage stellen: Sind die verbesserte Grafik, der 3D-Effekt und die vielen, kleinen Änderungen einen Neukauf wert? Diese Frage kann ich euch leider nicht abnehmen – aber als echter Zelda-Fan kommt man wohl ohnehin nicht drum rum.

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