Zelda Tri Force Heroes Test: Gemeinsam stark, einsam schwach

Kristin Knillmann

Der Release eines neuen Zelda-Spiels ist irgendwie immer ein ganz magischer Termin. Diese kindliche Vorfreude auf ein neues dieser epischen Abenteuer von Link und seinen Freunden kennen wir alle. Mit The Legend of Zelda: Tri Force Heroes schlägt Nintendo dieses Jahr allerdings ganz neue Wege ein: Weniger Einzelspieler-Abenteuer, mehr Multiplayer-Knobelei. Im Test sagen wir euch, was uns an dem neuen Konzept des 3DS-Spiels gefallen hat und was daneben ging.

The Legend of Zelda Tri Force Heroes.

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes ist darauf ausgelegt, dass ihr nicht wie üblich allein ins Abenteuer zieht, sondern zwei Freunde oder Online-Spieler mit auf die Reise nehmt. Die führt euch in diesem Zelda-Titel durch insgesamt acht unterschiedliche Themenbereiche – von Wald über Wasser bis Feuer werden die typischen Elemente abgedeckt, die wir von der Reihe bereits gewohnt sind. Jede dieser acht Welten verfügt über vier Level, die sich in vier Abschnitte aufteilen lassen. Welches ihr davon im Spiel auswählt, könnt ihr mehr oder weniger frei entscheiden. Zu Beginn steht nur der Wald zur Verfügung, aber nach Abschluss aller zugehörigen Level schaltet ihr genug Welten frei, um euch über das Menü relativ frei bewegen zu können.

Auf welches Level die Wahl dann letztlich fällt, ist aber auch von euren Mitspielern abhängig, denn gemeinsam stimmt ihr darüber ab, welchen Weg ihr zuerst geht. Egal für was ihr euch entscheidet, der Grundgedanke bleibt immer gleich: Die drei Links in altbekanntem Grün, sowie Rot und Blau bekommen recht zu Beginn des Levels jeweils ein Item. Am Anfang des Spiels sind das vor allem Bogen und Bomben, die ihr unter euch aufteilt. Später stehen weitaus mehr Items für komplexere Rätsel zur Verfügung – tragen könnt ihr allerdings immer nur eines, während eure Mitspieler Fachmänner und -frauen für die übrigen Gegenstände werden müssen.

Am Ende eines jeden Levels (also nach den vier Abschnitten) dürft ihr eine riesige Truhe öffnen, in der ihr eine wertvolle Zutat findet. Diese Zutat tauscht ihr gegen Kostüme ein, die euch zusätzliche Boosts verleihen. Das Kokiri-Outfit lässt euch beispielsweise drei statt einen Pfeil abschießen, solltet ihr in einem Level mit dem Bogen unterwegs sein. Anders als viele Items in den klassischen Zelda-Spielen, sind die Kostüme nicht nötig, um das Spiel zu bewältigen. Sie machen einige Level bloß signifikant einfacher.

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Das hat uns bei Zelda Tri Force Heroes gut gefallen:

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Der Online-Modus: Die Idee, einem Zelda-Spiel mit dem Multiplayer-Ansatz ein modernes Konzept zu verpassen, ist grundsätzlich keine schlechte. In Zeiten, in denen die meisten Videospiele einen Online-Modus mitbringen, ist der Schritt, den Nintendo mit Tri Force Heroes ausprobiert, absolut nachvollziehbar – wenn auch passend zu Nintendos Online-Auftreten mal wieder etwas spät.

Die Ausrichtung der Puzzles: Gemeinsam mit Freunden oder fremden Spielern macht das Spielprinzip überraschend viel Laune: Die Puzzles sind zu Beginn leicht und werden in den späteren Levels schön knackig. Die Möglichkeit, die drei Links als Totem aufeinander zu stellen, bringt außerdem noch mehr Komplexität in die Rätsel. So spielen nicht nur die Kombinationen von Items eine Rolle, sondern auch die Höhe, auf der sich unsere Gegner befinden. Durch klares Design ist für uns Spieler gut zu erkennen, ob wir uns mit einem oder zwei Links verbünden müssen, um den Gegner von seinem Thron zu stoßen. Besonders toll: Die Höhenunterschiede kommen auf dem Nintendo 3DS richtig gut zur Geltung.

1x Kaufen, 3x Spaß: Wenn ihr ungern online spielen möchtet, könnt ihr euch über Download Play mit zwei Spielern in eurer Nähe (die jeweils einen eigenen 3DS besitzen) verknüpfen – und das ohne, dass ihr das Spiel 3x kaufen müsst.

Die Buttons zur Kommunikation: Die Möglichkeit, sich über Buttons auf dem Touchscreen des 3DS zu verständigen („Daumen hoch“, „Item“, usw.), ist zwar relativ limitiert im Vergleich zu einem Sprach- oder Textchat, gefällt uns aber trotzdem richtig gut. Einerseits vermeiden sie viele typische Probleme von Online-Spielen, wie z.B. Beleidigungen. Und andererseits macht das Spammen des „Neeeein“-Buttons, wenn wir wiederholt in den Abgrund purzeln, auf eine absurde Weise echt Spaß. So wird das gemeinsame Zocken übers Internet zu einer sympathischen Runde, in der wir uns schnell als Team fühlen.

Die Möglichkeit, allein zu spielen: Dass wir trotz Mehrspieler-Ausrichtung auch außerhalb des WLANs alleine losziehen können, finden wir klasse. In diesem Modus wechseln wir zwischen allen drei Link-Charakteren hin und her, um die Rätsel im Alleingang zu lösen. Gut: Das Balancing haut immer noch hin. Allein dürfen wir am Ende des Levels nur eine statt drei Truhen öffnen, und wertvolle Rubine verschwinden sehr schnell, damit wir stets nur einen Teil der Beute einsacken. Zudem ist es recht praktisch, dass wir in der Totem-Formation nicht unnötig hin und her switchen müssen, sondern stets das Item des obersten Links benutzen – so wie im Mehrspieler-Modus auch.

Die Geschichte: Die Story des Spiels rund um die Prinzessin, die von bösen Hexen aus ihrem Kleid in einen Jumpsuit gepackt wurde und sich jetzt furchtbar schämt, ist wundervoll Banane und eine schöne Abwechslung zu den eher klassischen Helden-Geschichten.

Das Zelda-Feeling: Einige der Assets kennen wir bereits aus A Link Between Worlds, was dem Spiel trotz des untypischen Gameplays den bekannten Zelda-Look verleiht. Etwas, das auch der Soundtrack klasse unterstützt. Allein dadurch fühlen wir uns ein bisschen wie in einem „richtigen“ Zelda-Abenteuer – und von diesem Gefühl können wir nicht genug bekommen.

Das hat uns bei Zelda Tri Force Heroes gar nicht gefallen:

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Probleme, die so ein Online-Modus mit sich bringt: So ein Online-Modus braucht eine Verbindung und eine Verbindung kann gern mal zickig sein. Hin und wieder streikte unser sehr gutes Internet und schmiss uns einfach aus dem Level. Das ist blöd für uns, das ist aber auch blöd für die Mitspieler, die das Level dann ebenfalls abbrechen und neu spielen müssen.

Das Voting-System: Das Voting-System bestimmt, welches Level einer Welt gespielt werden soll. Doof nur: Wenn wir das erste Level einer Welt grad erfolgreich beendet haben, eines unserer Team-Mitglieder uns danach aber schon wieder verlässt, dann kann es durchaus mehrfach passieren, dass das neue Team-Mitglied wieder für das erste Level stimmt – und wir eventuell zum wiederholten Male die gleichen Rätsel lösen müssen. Das verschafft uns zwar eine neue Zutat für die (hübschen, aber nur selten brauchbaren) Kostüme, fühlt sich aber zu sehr nach Grinden und zu wenig nach Spaß an.

Limitierte Kommunikation und keine Pausen: So witzig die Buttons zur Kommunikation auch sind, manche Zwecke werden damit einfach nicht abgedeckt. Wenn ich im Online-Spiel pausiere, werde ich gleich gefragt, ob ich das Spiel für alle Abbrechen möchte. Und einen „Ey, wartet doch mal ganz kurz“-Button gibt es leider nicht. Wer Tri Force Heroes startet, muss also auch ohne Ablenkung an Bord sein.

Die Probleme des Singleplayer-Modus: So richtig gut spielt es sich alleine dann irgendwie doch nicht. Man kommt nur sehr schleppend voran, weil jedes Rätsel die dreifache Zeit braucht. Und wenn eine Aufgabe mal schnelles Handeln benötigt, ist der Zeitdruck zu hoch um bequem zwischen den drei Figuren hin und her schalten zu können. Ächz!

Das fehlende Zelda-Feeling: Auch wenn der Grundstein durch den Look und Sound gelegt wurde, kommt niemals ein richtiges Zelda-Gefühl auf. Die riesige Oberwelt, die es in alten Zelda-Spielen zu entdecken gilt, fehlt bei Tri Force Heroes komplett und richtige Dungeons gibt es auch nicht. Ein Lob für den Mut, was Neues zu probieren, aber irgendwie fehlt noch der letzte Funke Zelda, um komplett zu funktionieren.

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