Der Gründer des Hinterland Studio, Raphael van Lierop, hat in einem Interview über die Frustmomente gesprochen, die das Arbeiten mit einer Online-Community schon mal so mit sich bringen kann. Nicht wenige Spieler hatten nämlich vor einigen Monaten schwer verärgert auf einen Countdown zum Survival-Spiel The Long Dark reagiert.

 

The Long Dark

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The Long Dark
The Long Dark Wintermute Trailer

Als der Entwickler Hinterland Studio im Mai dieses Jahres einen Countdown auf einen Trailer samt Veröffentlichungstermin für das „Early Access“-Spiel The Long Dark startete, sahen sich Studiogründer Raphael van Lierop und seine Mitarbeiter der Kritik zahlreicher verärgerter Spieler aus der Community ausgesetzt, die mehr erwartet haben.

„Wir hatten einige Leute in unserer Community, die sagten: ‚Wenn sie das Spiel nach diesem Countdown nicht veröffentlichen, werden wir richtig sauer sein‘. Und wir mussten an diesem Punkt eine Entscheidung treffen, ob wir eingreifen und diese Erwartungshaltung entschärfen, oder das einfach loslassen“, so van Lierop in einem Interview mit der Seite Gamesindustry, in dem er von Frustmomenten in der Spieleentwicklung spricht. Er habe sich dafür entschieden, die Erwartungshaltung besagter Spieler nicht zu zerstören – ein Fehler?

The Long Dark - Wintermute: Melancholisch, gnadenlos, schön

„Einige hundert Leute auf Steam und ein paar Dutzend auf Reddit“ waren nämlich ziemlich sauer, als sie sahen, was der Countdown eigentlich brachte und machten ihrem Ärger im Bewertungssystem von Steam Luft. Während es sonst nie mehr als zehn negative Bewertungen am Tag zu dem Spiel gegeben habe, gab es direkt über 100 am ersten Tag nach Ablauf des Countdowns. „Das waren einfach Leute auf Steam, die sagten: ‚Geht da rein und gebt ihnen eine Negativkritik, um ihnen zu zeigen, dass sie so etwas nicht mit uns machen können“, so van Lierop weiter.

„Ich hatte gehofft, (...) den Leuten endlich das Veröffentlichungsdatum mitteilen (...) zu können. Aber die Stimmung driftete ins Negative ab und plötzlich bekam ich all dieses fürchterliche Zeug per E-Mail und Social Media und musste mir anhören, was für ein Arschloch ich sei und dass sie hofften, meine Firma würde pleitegehen und so weiter“, erinnert sich van Lierop, der seit 15 Jahren in der Spielebranche arbeitet. „Ich mache das jetzt schon eine Weile und weigere mich, zu akzeptieren, dass wir so etwas hinnehmen müssen, solche Beleidigungen, die teilweise von der Community ausgehen.“

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Van Lierop ist sich bewusst, dass ein Großteil der Community konstruktiver Natur ist und dass die Beleidigungen auch in diesem Fall aus Richtung einer vokalen Minderheit kamen. Dennoch möchte er insbesondere Reddit künftig den Rücken kehren: „Ich denke, da ist etwas kaputt in unserer Internetkultur, wenn so etwas normal sein soll. Denn ich denke nicht, dass das normal ist. Überhaupt nicht.“ Für alle, sehr interessanten Aussagen van Lierops liest du den vollständigen Artikel auf Gamesindustry.

Luis Kümmeler
Luis Kümmeler, GIGA-Experte.

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