Während Daedalic das Adventure-Jahr besonders humoristisch, abgedreht und stark skurril beginnt – die Unterstützung von Let's Player Gronkh nicht zu vergessen – besinnen sich die anderen großen deutschen Adventure-Schaffer von dtp auf althergebrachte Werte. Kann bei einem so furiosen Start Lost Chronicles of Zerzura mithalten?

 

The Lost Chronicles of Zerzura

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The Lost Chronicles of Zerzura

Lost Chronicles of Zer-Was? Ein Titel lang und aussagelos, zumindest, wenn man zu den eher geschichtlich nicht so bewanderten Individuen unserer Zeit gehört.

Zerzura ist nämlich die weiße Stadt im Herzen Afrikas, die lebensspendende Wirkung verheißt. Schon Naughty Dog schickte Nathan Drake auf die Suche nach der Oase und Cranberry Productions machen es ihnen nun gleich. Nach dem Abschluss der Black Mirror-Reihe steuert man so nun ein letztes Mal neue Gewässer an – und das mit mächtig Kielwasser.

Spanien zur Zeit der Inquisition. Die beiden Brüder Ramon und Feodor sind Freigeister, Erfinder und planen, ihr Fluggerät schneller zu entwickeln als der als Leichenfledderer verschriene DaVinci. Dass Flugapparate nach der Reconquista allerdings alles andere als christlich sind, macht das Ganze zu einem ständigen Versteckspiel mit der Inquisition.

Als Ramon eines Tages von den Schergen des Großinquisitors entführt wird, stellt Feodor schnell fest, dass nicht der ketzerische Heißluftballon auf dem Dach der Erfinderwerkstatt den Anlass gibt, sondern vielmehr ein altes ägyptisches Artefakt, dessen Studium sich der ältere Bruder hingegeben hatte.

Gemeinsam mit Feodor machen wir uns also an die Verfolgung der bösen Buben und erleben dabei eine Katz-und-Maus-Jagd von Barcelona nach Afrika – unliebsame Umwege über eine besetzte Stadt, die korsische Piratenhochburg der Korsaren und fallengespickte Pyramiden inklusive. Ein Showdown mit dem Großinquisitor Höchstselbst mit unerwarteten Wendungen erwartet uns in Zerzura.

Bei der Verfolgung der spanischen Galeone erreichen wir immer neue Gestade, in denen wir nur durch den Einfallsreichtum unseres Helden wider Willen weiterkommen. Dabei müssen wir leider feststellen, dass es die Rätsel gar nicht mal so sehr in sich haben. Der Schwierigkeitsgrad bleibt nämlich etwas auf der Strecke.

Lost Chronicles of Zerzura ist einsteigerfreundlich. Während wir uns in anderen Spielen über zu wenig Hilfe ärgern, hält Feodor ein Tagebuch parat, in dem wir neben Tipps auch noch Ideen für funktionstüchtige Erfindungen nachlesen können. Ein Pfeil, der bei möglicher Interaktivität rot anläuft, erleichtert zudem die Suche nach Kombinationsmöglichkeiten.

Nichtsdestotrotz erfüllen die Rätsel ihren Zweck und treiben die Handlung gut voran. So müssen wir bereits zu Beginn unseres Abenteuers Ideen für ein Fluggefährt sammeln. Dafür sammeln wir zuerst Ideen für die Konstruktion, kombinieren auf dem Reißbrett die Entwürfe miteinander und besorgen anschließend die Materialien. Dann noch alles in richtiger Reihenfolge zusammengebaut – Voila.