Allein, allein: Die Rückkehr zum Single-Player

Dominic Stetschnig 32

Ohne damit ein noch immer viel zu weit verbreitetes Klischee erfüllen zu wollen, aber: Ich spiele gerne alleine. Isoliert. Nur für mich. Online interessiert mich nicht. Ich bin sogar der Meinung, dass Online der Grund dafür ist, warum Videospiele mir heute weniger Spaß machen als früher. Warum? Bitte hier entlang.

Allein, allein: Die Rückkehr zum Single-Player

Wenn ich einen Blick auf das Videospieljahr 2015 zurück werfe, bin ich eigentlich ganz zufrieden. Ich verbrachte viele freudige Stunden vor dem Bildschirm und konnte mich voll und ganz auf meine Favoriten konzentrieren. Immer, wenn ich mich auf ein Videospiel einlasse, dann schließe ich mit diesem Spiel einen Vertrag. Nein, besser: Einen Pakt. „Ich schwöre, dich gut zu behandeln, dich von Anfang bis Ende auszukosten, meine Zeit ganz dir allein zu widmen und den möglichst größten Nutzen aus dem zu tragen, was du mir gibst – Denn du, Spiel, bist für mich und nur für mich allein gemacht. In deine Erstellung floss viel Zeit, Menschen haben sich lange Gedanken darüber gemacht, wie sie möchten, dass du auf mich wirkst.“ – So oder so ähnlich sieht das jedenfalls aus. Ich habe es nicht gern, wenn mein Erfolg, mein Belohnungs-Sinn, mein Scheitern, mein Spieltempo, all diese Faktoren abhängig sind von irgendwelchen Menschen am anderen Ende der Welt.

„Ich gehörte zu den fanatischen Kiddies, das mit drei Freunden vor dem Röhren-TV seine Mitstreiter über Mario Kart 64 und GoldenEye verflucht hat“

Und ich scheine nicht der Einzige zu sein, dem es so geht: Zumindest ein paar Entwicklerstudios scheinen sich mittlerweile die gleichen Gedanken zu machen, wie ich. Batman: Arkham Knight, The Witcher 3: Wild Hunt, Fallout 4, Assassin’s Creed: Syndicate – all die Blockbuster des letzten Jahres waren reine Solo-Erfahrungen. Letztgenanntes ging sogar noch einen Schritt weiter, oder besser gesagt: einen Schritt zurück! Während im Vorgänger noch ein Mehrspielermodus integriert war, hat man nach Unity darauf verzichtet. Selbst Metal Gear Solid V: The Phantom Pain wurde erst mit einer kostenlosen Erweiterung Multiplayer-fähig. Und das war vollkommen okay so.

Bye-Bye, DLC: Darum finde ich GTA Online scheiße!

Versteht mich nicht falsch. Ich bin kein Gegner von Mehrspieler-Titeln. Ich gehörte zu den fanatischen Kiddies, das mit drei Freunden vor dem Röhren-TV seine Mitstreiter über Mario Kart 64 und GoldenEye verflucht hat.  Aber das Gefühl war ein Anderes, mit meinen Widersachern eine Couch zu teilen. Wenn ich jetzt online mit irgendwelchen gesichtslosen Unbekannten eine Runde Star Wars Battlefront spiele (und das mach ich wirklich unheimlich, unwahrscheinlich ungern!!!), habe ich einfach nicht den selben Bezug dazu. Es ist wie mit Chat-Roulette oder Tinder:  Irgendwie baut man keine Beziehung zur Person am anderen Ende der Leitung auf. Weshalb also die Zeit verschwenden? Allen Entwicklern scheint das aber noch nicht so ganz klar zu sein: Butter bei die Fische, welches war das letzte Konsolen-Rennspiel, an das ihr euch erinnern könnt, bei dem ihr per Split-Screen zusammen mit einem Freund gespielt habt?

Hier geht's zu Abschnitt 2: Warum machen Entwickler nicht das, was Spieler wollen?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

* Werbung