Wie mich The Witcher doch noch überzeugen konnte

Stephan Otto 5

The Witcher 3 ist ein Dilemma. Zumindest für mich. Das hier ist die Geschichte, warum ich mich ein zweites Mal an das Monstrum wagte und wie Geralt und die Welt des Hexers letztendlich doch überzeugten.

The Witcher 3: Wild Hunt - Game of the Year Edition - Launchtrailer.

Ein aktuelles Gespräch aus unserer Redaktion:

Stephan Otto
Hast du Witcher 3 gespielt?

Victoria Scholz
Etwa eine Stunde lang.

Stephan Otto
Warum nicht weiter?

Victoria Scholz
Weil ich ausgerastet bin.

Stephan Otto
Erzähl mehr…

Victoria Scholz
Ich hatte kein Interesse, mich in das Spiel einzulernen. Die ganze Sache mit den Zaubern, den zwei Schwertern und den 3.000 Tastenkombinationen hat mich schon angekotzt. Dann bin ich nach der endlosen Cutscene losgeritten und nicht dahin, wo das Spiel mich haben wollte. Ich hab einen tollen PC und wollte mich von der Grafik beeindrucken lassen.

Dann sprach mich ein scheiß NPC an. Ich war sicherlich im Level noch viel zu niedrig, deshalb starb ich auch mehrmals. Und als ich es dann endlich geschafft hatte, dem Typen irgendeine scheiß Kiste zu geben, rennt er vor mir weg.
Da wollte ich also aufs Pferd springen und hinterher. Blöderweise hatte ich die Taste vergessen, wie ich das Pferd rufe und aufsteige. Der NPC war weg und das Spiel sagte mir: „Quest fehlgeschlagen. Kannste auch nicht mehr wiederholen. Pech gehabt.“
Ich kann dir nicht mehr sagen, wieso. Aber das hatte mich unglaublich angekotzt.

Stephan Otto
:D

Victoria Scholz
Mein ganzer Freundeskreis hatte mich so overhyped mit dem Spiel. Also hatte ich es im Sale gekauft und war guter Dinge. Aber na ja.
Ich hatte es nach 3 Monaten noch mal angemacht, alle Tasten vergessen und dann wieder ausgemacht :D

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Eine Woche zuvor:
Ich hatte gerade die letzte Quest vom Assassin’s Creed: Origins DLC Die Verborgenen abgeschlossen. Zufrieden legte ich den Assassinen-Umhang zur Seite und machte mich auf die Post-Videospiel-Depression gefasst, die mich immer überkommt, wenn ich ein Spiel abschließe. Wehmütig streifte mein Blick über den Fernseher, die Konsole und meinen Pile of Shame, der mehr als deutlich sagte: „Hallo?! PVD? Hier sind mehr als genug Titel, die du spielen kannst, B****!“

Auf diesem Stapel befinden sich so illustre Titel wie Dishonored 2, L.A. Noire oder auch The Witcher 3. Mein Blick glitt da nun also drüber und meine Gedanken schweiften ab, worauf habe ich mehr Lust? Eine starke Frau (Dishonored 2) oder eher einen Klassiker, den ich endlich nachholen sollte? Oder doch das ganz neue Fe, welches Kollegin Lisa Fleischer vor kurzem so wunderbar beschrieb? Oder vielleicht… halt! Stop! Denk nicht mal daran, dachte ich. (Verwirrend!) Geralt hat dich schon einmal enttäuscht. Nachhaltig. Tief. Du hast keine Kraft, das noch mal anzugehen. Erinnere dich, wie das damals war, als du dir die GOTY-Edition des Spiels gekauft hattest, es voller Vorfreude in die Konsole einlegtest und dann vollkommen verstört und verängstigt unter deiner Bettdecke gelandet bist.

Du verstehst die Geschichte von The Witcher genauso wenig, wie ich zu Beginn? Wir haben sie hier mal zusammengefasst:

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15 Bilder
The Witcher: Die komplexe Hintergrund-Geschichte erklärt.

Ich steckte also in einem großen Dilemma. Ich wollte The Witcher 3 so gerne spielen, aber ähnlich wie Victoria habe ich mit dem Spiel gebrochen. Ich entschied mich also für Dishonored 2, griff zur Packung, öffnete sie und blickte in das vernarbte Gesicht des Weißen Wolfs. Wie zur Hölle kam die Witcher-Disc in die Dishonored-Verpackung? Ein kurzer Gegencheck machte deutlich, Dishonored befand sich in der Witcher-Hülle. Hexerei – dachte ich zunächst, immerhin ist der Typ ja auch ein Hexer. Die Antwort ist vermutlich viel einfacher. In weiser Voraussicht oder wegen des Hangs zum Masochismus, wer weiß das schon so genau, hatte ich beide Spiele getauscht, um mich selbst daran zu erinnern, dass Geralt eine zweite Chance verdiente. Ich wollte wenigstens den DLC Blood and Wine spielen, der diversen Aussagen nach ausreicht, um die ganz Magie des Spiels zu begreifen.

Doch es kam ganz anders…

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