Wie mich The Witcher doch noch überzeugen konnte

Stephan Otto 5

Es hieß für mich also Zähne zusammenbeißen und los. Und dann… Ich konnte natürlich nicht einfach mit dem DLC anfangen, sondern musste mit Geralt in der Geschichte zumindest soweit vorangekommen sein, dass die Startquest dafür getriggert wird. Großes Kino. Mit falschen Informationen hat man mich gelockt.

Schon wieder ein Dilemma. Im Grunde wollte ich The Witcher spielen und konnte es nicht, weil das Spiel nicht wollte, dass ich es spielte. Also begann ich ein paar Quests zu erledigen, ich wollte bis zu dem Punkt kommen, an dem Blood and Wine starten könnte, würde ja wohl nicht so lange dauern.

Als ich durch die Landschaft Weißgartens ritt, wurde mir langsam bewusst, wie gut das Spiel doch aussehen kann (ich spiele auf einer PS4 Pro). Echt schöne Welt. Und auch wenn Pferdchen Plötze nicht immer so funktioniert, wie ich mir das wünsche, komme ich erstaunlich gut klar.

Wenig später: 
Hier ist noch eine Quest, na ja, ich bin ja eh unterwegs, da kann ich sie auch einfach mitnehmen und erfüllen, schadet ja nicht, ein wenig Ahnung vom Gameplay zu haben. Und irgendwie interessiert mich ja schon, was nun mit dieser Ciri passiert ist. Ich spiele einfach mal ein bisschen Story weiter, vielleicht erfahre ich es ja gleich.

Einen Greif muss ich also töten? Und um das zu tun, brauche ich Informationen von einer Kräuterfrau? Kein Ding! In der Hütte der Kräuterfrau liegt eine Verwundete, wie kann ich ihr helfen? Ein Heiltrank muss her? Gesagt, getan. Ob ich sie je wieder sehe?

Wenn ich nach Velen gehe, werde ich mehr über das Schicksal meiner Ziehtochter Cirilla Fiona Elen Riannon (was für ein Name?!) erfahren? Na gut, dann geh ich da auch noch hin. Oh hier gibt es offensichtlich eine alte Freundin von Geralt, Keira Metz. Was die wohl zu sagen hat? Elfenmagier und Höhle, aha….

Du hast The Witcher 3 so verschlungen, wie ich jetzt und wartest auf einen Nachfolger? Diese Gründe sprechen dagegen: 

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The Witcher 3: 3 Gründe, die gegen einen Nachfolger sprechen

Heute:
Was soll ich sagen, vielleicht hat sich meine Wahrnehmung geändert oder Geralt hat heimlich das Axii-Zeichen auf mich gewirkt, mit dem er die Meinung seiner Gesprächspartner beeinflussen kann. Noch immer bin ich dabei, herauszufinden, was mit Ciri passiert ist. Der DLC? Vergessen. Zumindet vorerst, ich möchte gern die ganze Geschichte des Hexers erleben. Und die von Yennefer. Und von Triss. Und Junior Hurensohn, den ich gerade suchen muss.

Zelda - BOTW: So ist es, das erste Mal ein Abenteuer von Link zu spielen*

Stephan Otto
Ach Vicky! Mir ging es ja am Anfang ganz genauso wie dir. Ich fand die Steuerung schrecklich und ich empfand Geralt als sexistischen und chauvinistischen Charakter. Keine Ahnung, was mich jetzt hat umdenken lassen. Ich finde es faszinierend, dass ich bei keiner Quest, außer vielleicht bei den Hexeraufträgen, das Gefühl habe, immer das Gleiche zu tun. Was merkwürdig ist, denn im Grunde ist es ja immer nur „Suche mit deinen Hexersinnen und dann töte…“ Und irgendwie hat sich auch mein Blick auf Geralt geändert, vielleicht, weil ich in der Geschichte weiter vorangekommen bin. Aber es ist für mich ziemlich offensichtlich, dass er eigentlich nur eine Figur im Machtspiel der Zauberinnen und Hexen ist, die ihn benutzen und hin- und herschieben. Oder besser: Die ihn einfach um den Finger wickeln und er macht das alles halt irgendwie mürrisch mit. Ist er vielleicht einfach Zyniker und ein bisschen resigniert? Er ist der Gespiele der Macht! Im Grunde will er ja nur seinen Job machen, also Monster töten. Wird aber irgendwie immer Teil von etwas Größerem, was aber sicher (ich denke da an Harry Potter) auch nur ein Ausschnitt einer noch größeren Geschichte ist und am Ende bleibt Geralt von Riva einfach eine Randnotiz: „Hexer und Ziehvater von Ciri“.
Auf jeden Fall empfinde ich Mitleid mit ihm. Und er hat so starke Gefühle für Ciri und ich habe Angst, dass das am Ende alles nicht gut ausgeht. Wie bislang einfach nichts gut ausging, was ich in dem Spiel gemacht hatte. Ich habe da bei einer Kräuterfrau am Anfang des Spiels eine junge Frau „gerettet“. Später traf ich auf ihren Freund, einen Soldaten. Der hat mich angesprochen und meinte zu mir allen Ernstes, dass es besser wäre, ich hätte sie sterben lassen, weil jetzt schläft sie halt einfach nur. Gott die Arme! Ich wollte sie doch retten.
All die Figuren scheinen mit riesigen Dilemmata zu leben. Also, das Leben ist das Dilemma. Und The Witcher 3 ist offensichtlich mein Dilemma.

Welcher The-Witcher-Charakter bist du?

The Witcher 3 ist ein richtiges Meisterwerk geworden: Diese riesige Welt - man kann einfach 100 Stunden im Spiel verbringen und es wird nicht langweilig. Vor allem Geralt überzeugt uns jedes Mal wieder, aber es gibt noch einige Charaktere mehr, die schön geschrieben wurden. Dann bleibt nur eine Frage offen: Welcher Charakter bist du eigentlich? Finde es hier heraus!

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