Total War Saga - Thrones of Britannia: Geschichtsstunde zum Spielen

André Linken

Die Strategiespiel-Experten von Creative Assembly schicken dich mit ihrem neuesten Werk Total War Saga: Thrones of Britannia in eine ebenso düstere wie hart umkämpfte Epoche in der Geschichte Großbritanniens.

Total War Saga: Thrones of Britannia - Kings Will Rise.

Wenn du den Namen Total War hörst, ziehen sicherlich die Bilder und Szenen von so einigen grandiosen Strategiespielen aus den vergangenen Jahren vor deinem geistigen Auge vorbei. Getreu dieser Tradition haben die Entwickler von Creative Assembly vor kurzem eine neue Serie ins Leben gerufen, die zwar den Geist der großen Marke wahren, gleichzeitig aber auch neue Wege einschlagen soll – zumindest ansatzweise. Die erste Episode mit dem Namen „Thrones of Britannia“ steht mittlerweile zum Kauf bereit und zeigt eindrucksvoll, dass der Plan des Studios aufgegangen ist.

Doch eines nach dem anderen: Total War Saga: Thrones of Britannia versetzt euch in das Großbritannien des 8. Jahrhunderts nach Christi Geburt. In dieser Epoche waren eigentlich Leute wie Alfred von Wessex bestrebt, das Land und dessen Bewohner zu vereinen. Doch genau zu diesem relativ ungünstigen Zeitpunkt drängen die Wikingerstämme auf die britische Insel, um dort für Chaos und Verwüstung zu sorgen. Und hier greifst du in das Geschehen der britischen Historie ein. Du kannst dich für eine der insgesamt zehn Fraktionen entscheiden, die allesamt über individuelle Eigenschaften verfügen und somit unterschiedliche Spielmechaniken zu bieten haben. Da wären zum Beispiel die Waliser, deren Kämpfer mit verbesserter Moral in den Kampf ziehen, wenn das Gefecht auf eigenem Land stattfindet. Die Vertreter des gälischen Reichs zeichnen sich hingegen durch ein hohes Maß an Loyalität und Gottesglauben aus, was ihnen ebenfalls diverse Boni verschafft. Hinzu kommt ein allgemeiner Vorteil der britischen Fraktionen, die zu Beginn der Partien über deutlich mehr Land verfügen als die Wikingerstämme. Entsprechend schwierig ist es, mit letzteren den Sieg davonzutragen. Da zudem jedes Volk über eine eigene Kampagne verfügt, mangelt es Total War Saga: Thrones of Britannia definitiv nicht an Abwechslung sowie einem hohen Wiederspielwert.

In diesem Artikel haben wir – nicht ganz ernst gemeint – Punkte gesammelt, an denen du erkennst, dass ein Spiel sehr beliebt ist:

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So erkennst du, dass ein Spiel außergewöhnlich beliebt ist.

Mehrere Wege führen zum Sieg

Das ist nicht allzu verwunderlich, da die früheren Episoden von Total War ebenfalls Langzeitspielspaß garantierten. Hardcore-Strategen dürften sich ein riesiges Loch in den Bauch freuen, wenn sie sich zusätzlich zur Fraktionswahl auch noch mit Dingen wie Taktik, Ressourcen-Management und Diplomatie auseinandersetzen können. Letztere ist besonders wichtig, da oftmals ein Sieg nur auf dem diplomatischen Weg zu erzielen ist. Wenn du nicht geschickt verhandelst, Gelder fließen lässt oder Heiratsabkommen triffst, kannst du schnell ins Hintertreffen geraten. Hinzu kommen die verschiedenen Helden der einzelnen Fraktionen samt deren speziellen Fähigkeiten und Erfahrungsstufen sowie erforschbare Technologien.

Des Weiteren gibt es gleich mehrere Wege, um eine Kampagne zu gewinnen. Es gibt unglaublich viel zu tun in Total War Saga: Thrones of Britannia. Das ist gleichzeitig aber auch eines der größten Mankos des Spiels – zumindest aus Sicht eines Anfängers. Zwar gibt es einige durchaus hilfreiche Tutorials, die dir den Einstieg in das Spielgeschehen etwas erleichtern sollen. Doch wenn du bisher noch nie mit der Total-War-Serie in Kontakt gekommen sein solltest, wirst du in der Anfangsphase einer Partie mit Aktionsmöglichkeiten regelrecht erschlagen. Vielleicht hätten die Entwickler die Lernkurve etwas flacher gestalten können, denn in der aktuellen Form werden einige eigentlich neugierige Spieler angesichts der enormen Feature-Fülle sicherlich etwas abgeschreckt.

Total War Saga: Thrones of Britannia

Auf in den Kampf

Das wäre jedoch ziemlich schade, denn Thrones of Britannia hat eigentlich alles zu bieten, was eine Total-War-Episode ausmacht. Zwar gibt es unter anderem die aus Total War: Warhammer bekannten Agenten nicht mehr, dafür feiern im Gegenzug aber die Familienstammbäume ihr Comeback – was viele Fans der Serie sicherlich freuen dürfte. Und natürlich geht es auch wieder auf das Schlachtfeld: Während du deine Spielzüge weiterhin auf einer Strategiekarte planst, Armeen verschiebst und andere Aktionen ausführst, schwenkt das Geschehen bei einer kriegerischen Auseinandersetzung wie gewohnt in einen Echtzeit-Modus um. Hierbei kannst du die Einheiten direkt befehligen und in bewährter Total-War-Manier epische Schlachten schlagen. Dabei spielen vor allem die geografischen Gegebenheiten sowie der Aufbau der einzelnen Siedlungen eine wichtige Rolle. So gibt es beispielsweise Dörfer, die über einen nahezu unüberwindbaren Verteidigungswall verfügen. Allerdings lohnt es sich in solchen Fällen nach alternativen Routen Ausschau zu halten – etwae eine Landung an der nahen Küste. Solche taktischen Spielereien gibt es in Thrones of Britannia zuhauf, so dass Hobby-Generäle voll auf ihre Kosten kommen dürften.

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Doch auch Thrones of Britannia hat noch Makel. Das fängt bereits mit einigen Aussetzern der KI an, die vor allem in der Verteidigung mitunter ziemlich dämliche Entscheidungen trifft. Außerdem kannst du mit etwas Übung auch aus eigentlich unterlegenen Positionen heraus oftmals noch den Sieg davontragen – das Balancing stimmt also nicht ganz. Die Kämpfe sehen noch recht ordentlich aus, auch wenn sich die Grafik von Total War in der jüngeren Vergangenheit kaum weiterentwickelt hat. Doch vor allem die oftmals nur mithilfe von sterilen Zwischensequenzen erzählte Story lässt es an Atmosphäre vermissen.

Fazit zu Thrones of Britannia: Nicht der ganz große Wurf

Ich war zunächst skeptisch, ob uns Creative Assembly mit der neu ins Leben gerufenen Saga-Serie möglicherweise nur einen billigen Abklatsch der Total-War-Serie servieren würde. Doch diese Zweifel haben sich schnell wieder zerstreut, denn zumindest die erste Episode Thrones of Britannia hat fast alles zu bieten, das die Strategie-Spiel-Serie so großartig gemacht hat: Tiefgang, epische Schlachten und taktische Geplänkel. Okay, das britische Szenario mag nicht jedermanns Geschmack sein, doch wer sich darauf einlässt, bekommt in gutes Spiel geboten – auch wenn Hardcore-Strategen auf Dauer etwas unterfordert sein dürften.

Einsteigern rate ich jedoch zumindest zu einer vorherigen Probepartie, denn gerade die Anfangsphase des Spiels kann ziemlich erschlagend und somit abschreckend wirken. Außerdem stören einige Kleinigkeiten wie die mitunter dämliche KI oder das verbesserungswürdige Balancing. Unterm Strich war es aber ein schöner Ausflug nach Großbritannien.

 

Total War Saga: Thrones of Britannia wird dir gefallen, wenn du vor komplexen Strategiespielen und einer kleinen Geschichtsstunde nicht zurückschreckst.

Total War Saga: Thrones of Britannia wird dir nicht gefallen, wenn du einen unkomplizierten Einstieg brauchst und du mit Massenschlachten nichts anfangen kannst

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